In der regelmässig durchgeführten Wirtschaftswoche wechseln die Maturandinnen und Maturanden mit dem Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht ihre Rolle. Sie leiten ein fiktives Unternehmen nach ihren eigenen Ideen, treffen Entscheidungen in Bereichen wie Finanzen, Personal, Produktion oder Absatz und legen am letzten Tag Rechenschaft über ihre Geschäftsarbeit ab.

2015 ist ein Jubiläumsjahr für die Wirtschaftswoche. «Zum 10. Mal wird dieses Projekt nun durchgeführt», sagt Ruedi Schweizer, Mitglied der Fachschaft Wirtschaft und Recht stolz.

Das Gelernte praktisch umsetzen

Und wieso führt man dieses Projekt durch? «Die Schüler haben so die Möglichkeit, das Gelernte in der Praxis umzusetzen», sagt Schweizer. Die Schüler seien in der Woche auf sich selbst gestellt, müssen alleine Entscheidungen treffen und im Team zusammenarbeiten.

Sechs Schüler bilden jeweils ein Unternehmen. Dieses Jahr wurden Produkte wie Kopfhörer, Taschenrechner, Tabletten oder ein Abschreckungsspray vermarktet. «Für viele ist es eine ganz neue Erfahrung. Die fünf Klassen wurden von Lehrern gemischt. Die Zusammensatzung wurde ausgelost und so entstanden die Sechser Gruppen. Die Schüler müssen sich neu kennelernen, genau wie in der Arbeitswelt», erklärt Schweizer.

Jedes Team hat die gleichen Voraussetzungen. Man übernimmt ein Unternehmen, welches es schon seit zehn Jahren gibt. Nun soll das Team diese Firma über weitere Fünf-Jahre führen und anschliessend an einer Generalversammlung die fünf Jahres Bilanz vorstellen. Jeder Schüler ist innerhalb seines Unternehmens für einen Bereich zuständig: Geschäftsleitung, Finanzen, Personal, Anlagen und Material sowie Marketing.

Möglich wird die Wirtschaftssimulation durch das computergestützte Programm WIWAG. In der Wirtschaftssimulation übernimmt die Fachkraft Wirtschaft und Recht die Leitung. Zwei bis drei Fachlehrer überwachen den Markt, greifen in die verschiedenen Umweltsphären der Unternehmen ein und helfen den Maturanden wenn nötig.

Die Kantonsschule Solothurn betreibt für das Projekt einen hohen Aufwand. Die Maturaklassen und die gesamte Fachschaft Wirtschaft und Recht werden dafür für eine Woche freigestellt, externe Kursleiter und Experten werden involviert. Finanziert wird die Wirtschaftswoche von der Ernst Schmidheiny-Stiftung und von der Solothurner Handelskammer.

Die Firmen stellen sich vor

Bei der Präsentation zu Gast war auch Landammann Roland Heim. Heim war selbst 29 Jahre lang Kantonsschullehrer für Wirtschaft und Recht an der Kantonsschule Solothurn. Die Wirtschaftswoche ist ihm vertraut. «Ich wechsle jeweils die Klassen, so sehe ich noch ein paar der Schüler, die ich von früher her kenne», so Heim.

Die erste Generalversammlung fand um halb zehn statt. Im Klassenzimmer F29 stellte die Firma «SoberFast» ihr Produkt vor: Tabletten gegen Trunkenheit. Die Maturanden haben sich für diesen Anlass richtig rausgeputzt. Die Herren erschienen vereinzelt sogar mit Krawatte oder Fliege.

Der «CEO» der Firma «SoberFast» begrüsste die Gäste und stellte anschliessend mit seinem Team die Fünf-Jahres Bilanz der Firma vor. Gäste, Lehrer und andere Maturanden, spielten die Aktionäre. Ihre Fragen wurden gekonnt beantwortet.

Werbefilm für Fibo Caps

Werbefilm für Fibo Caps

Eine halbe Stunde später stellte sich die Firma «InEar» vor. In der Mitte der Präsentation lässt das Team noch einen selbst gemachten Werbespot laufen. Darin wird ihr Produkt, drahtlose Kopfhörer, präsentiert.

Werbefilm von InEar

Werbefilm von InEar

Zum Schluss der Wirtschaftwoche gab es einem gemeinsamen «Business Lunch» – wie im echten Geschäftsleben.