Sturzbetrunken attackierte eine 32-Jährige ihren Ehemann mit dem Brotmesser, nachdem sie damit ihr Plüschtier zerschnitten hatte. Sie schnitt ihrem Mann aber nur in den Finger. Ob sie ihn habe töten wollen, wisse sie selbst nicht, sagte sie bei der Verhandlung vor Amtsgericht Bucheggberg Wasseramt. Nun hat das Gericht entschieden: Nein; eine Tötungsabsicht steckte nicht hinter der Attacke. Die Angeklagte wird nicht für versuchten Tötung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte genau für diesen Anklagepunkt eine vierjährige Freiheitstrafe gefordert. Für die Beschuldigte aus Usbekistan hätte mit dem Schuldspruch auch ein zehnjähriger Landesverweis gedroht.

Nun wird die 32-Jährige wegen versuchter schwerer Körperverletzung verurteilt, wie das Lokalradio Radio32 berichtet. Eigentlich droht auch bei dieser Straftat ein Landesverweis. Wie Radio32 vermeldet, sieht das Gericht die Situation der Verurteilten aber als Härtefall an; gewichtet das persönliche Interesse der Verurteilten an einem weiteren Aufenthalt in der Schweiz also höher als das öffentliche Interesse an einer Ausschaffung. Dies begründet das Gericht damit, dass die Frau nach ihren drei Jahren in der Schweiz gut integriert sei: Sie besuche einen Deutschkurs, habe eine Arbeit und sei noch nie auf finanzielle Unterstützung angewiesen gewesen.

Zudem erklärte das Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt in seiner Urteilsbegründung die Frau habe zwar die Verletzung ihres Mannes in den Kauf genommen, habe aber spontan und ohne kriminelle Energie gehandelt. So wurde die 32-Jährige zu 14 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt – aufgeschoben zu Gunsten einer ambulanten Massnahme. Im Rahmen einer Suchttherapie soll sie ihr Alkoholproblem in den Griff kriegen. (SZR)