Als Taufpate der Seilbahn amtete der Solothurner Schriftsteller Peter Bichsel. Er durchschnitt das symbolische Band. Am Festakt bei der Talstation Oberdorf nahmen mehr als 250 Gäste teil – darunter drei Regierungsräte, zahlreiche Parlamentarier und Alt-Bundesrat Samuel Schmid.

Seit Samstagmittag steht die Bahn der Öffentlichkeit zur Verfügung. Die Stimmung unter den Gästen und Passagieren war ausgezeichnet. Alle sind froh, dass endlich wieder eine Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg fährt. Und die Sicht ab dem Weissenstein in Richtung Alpenkette war bestens.

Neue Gondelbahn auf Weissenstein

Neue Gondelbahn auf Weissenstein

Mit der Inbetriebnahme der Anlage - Betreiberin ist die Seilbahn Weissenstein AG - fand eine jahrelange Leidensgeschichte den Schlusspunkt. Ende 2009 war die alte, 1950 eröffnete "Sesselibahn" eingestellt worden. Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hatte aus Sicherheitsgründen die Betriebsbewilligung nicht mehr erneuert.

Rechtsstreit verzögerte Neubau

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) versuchte auf juristischem Weg, die alte Bahn des Typs von Roll VR 101 als ein "Denkmal von nationaler Bedeutung" zu retten. Markenzeichen der alten Bahn waren die offenen, quer zur Fahrtrichtung angeordneten "Sesseli" für je zwei Personen.

Der Rechtsstreit endete im Mai 2013. Das Bundesverwaltungsgericht gab grünes Licht für den Abbruch der alten Bahn. Der SHS verzichtete darauf, denn Fall an das Bundesgericht weiterzuziehen. Der in der Region emotional ausgetragene Streit verzögerte den Neubau um mehrere Jahre.

Die Seilbahn mit 49 Gondeln transportiert nun während des ganzen Jahres bis zu 900 Personen pro Stunde. Die rund 10 Minuten dauernde Fahrt ist über 2,2 Kilometer lang.

Die Fahrgeschwindigkeit wurde auf maximal 5 Meter pro Sekunde festgelegt. Die Höhendifferenz von der Talstation bis zur Bergstation beträgt 617 Meter. (sda/sva)