Das wiederholt kritisierte Französisch-Lehrmittel «Mille feuilles» für 5.- und 6.-Klässler wird überarbeitet. Das haben die Erziehungsdirektoren der sechs Passepartout-Kantone beschlossen, wie am Donnerstag bekannt geworden ist. Der Entscheid sei «aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit dem Lehrmittel» gefallen, teilte das Solothurner Bildungsdepartement von Regierungsrat Remo Ankli (FDP) mit.

Mit der Überarbeitung wolle man bessere Voraussetzungen für die Förderung des Sprechens schaffen. Zusätzlich solle das Angebot zur Individualisierung des Unterrichts ausgebaut werden. Die genauen Erscheinungstermine sollen im Verlauf des ersten Halbjahres 2018 bekannt gegeben werden.

Das Lernziel für 5.- und 6.-Klässler ist eigentlich, dass sie sich über vertraute Themen auf einfache Art verständigen können. Rückmeldungen aus den Schulen zeigten laut der Organisation Passepartout, dass «die Alltagssprache noch zu wenig gefördert wird». Das Lehrmittel war verschiedentlich kritisiert worden: Es sei schlecht aufgebaut, der Alltagswortschatz und die Grammatik kämen zu kurz. Erste Verbesserungen wurden bereits 2016 vorgenommen.

Von Grund auf erneuern

Die sechs Kantone an der französischen Sprachgrenze (Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Freiburg, Wallis und Solothurn) haben sich im Projekt Passepartout zusammengetan, um den Fremdsprachenunterricht an der Volksschule von Grund auf zu erneuern.

Im Rahmen des Passepartout-Projekts wurde mit Beginn des Schuljahres 2011/2012 ein neues Französischlehrmittel für die 3. Klasse eingeführt, das bestmöglich auf den Passepartout-Lehrplan abgestimmt ist. Die Einführung wurde für die nachfolgenden Schuljahre fortgesetzt. Im nächsten Schuljahr 2017/2018 ist somit der letzte Jahrgang (9. Schuljahr) an der Reihe.

Das Lehrmittel für die Primarschule heisst «Mille feuilles», jenes für die Sekundarstufe I «Clin d’œil». Herausgeber ist der Schulverlag plus. (szr/sda)