Energieversorger

Nach happigen Vorwürfen der AEK: Regio Energie spricht von «Investition» statt von «Geschenken»

Solche Elektro-Ladestationen will die Regio Energie auch in anderen Gemeinden als Solothurn bauen. (Archiv)

Das im Eigentum der Stadt Solothurn stehende Unternehmen Regio Energie wehrt sich gegen die AEK-Vorwürfe.

Die Vorwürfe von AEK-CEO Walter Wirth sind happig: Er spricht im Interview von «Geschenken» – zum Beispiel in Form von Elektro-Ladestationen – und fragt, ob die Kosten dafür von den Kunden in Zuchwil oder dem Steuerzahler in Solothurn übernommen würden. Unschwer zu erkennen: Wirths Thema ist die behauptete Marktverzerrung im Versorgungsgebiet rund um die Stadt Solothurn.

Die Antwort von der Konkurrenz, welche die AEK ins Visier nimmt, tönt so: «Die Regio Energie Solothurn ist im Besitz der Kommune, der Stadt Solothurn. Im Rahmen der ‹Energiewende› wird von ihr eine Vorbildfunktion erwartet.» Und weiter: «Unser Engagement, beispielsweise in die E-Mobilitäts-Ladeinfrastruktur, ist voll auf der Linie der Massnahmen gemäss Energiestrategie 2050. Wir sehen dies als Investition in eine erneuerbarere Energie-Zukunft.»

In Bezug auf den Geschenk-Vorwurf lässt Kommunikationschefin Sandra Hungerbühler ausrichten: Wenn dies von den Gemeinden und der Kundschaft als «Geschenk» empfunden werde, «dann freut uns das». Finanziert werde die Investition aus dem angesparten Kapital des Unternehmens und führe demnach nicht zu höheren Netznutzungskosten oder dergleichen. Vielmehr soll das Ladenetz in der Region aufgebaut werden.

Kein Widerstand gegen eine Steuergesetzrevision

Deutlich wird RES, wenn es um die von Wirth angeprangerten «Dienstleistungen mit tiefen Margen» geht, weil öffentliche Unternehmen wie Stadtwerke im Kanton Solothurn von einer Steuerbefreiung profitierten: «Wir haben uns nicht gegen eine Steuergesetzrevision gestellt. Sollte das Gesetz künftig vorsehen, dass auch öffentlich-rechtliche Unternehmen Steuern zahlen sollen, dann wird dies die Regio Energie Solothurn auf Basis ihres Jahresergebnisses selbstverständlich tun – auch an den Kanton und an den Bund.»

Auf den Preis am Markt habe dies «keinen steigernden Einfluss – vielleicht eher im Gegenteil». Abgesehen davon: «Steuern werden auf dem Jahresergebnis erhoben und haben keinen direkten Zusammenhang mit dem Preis des Anbieters am Markt», schreibt Hungerbühler auf Anfrage. Wenn ein Unternehmen tiefe Preise anbiete, dann sei es entweder sehr effektiv und effizient, kaufe günstig ein oder mindere das Jahresergebnis und damit auch die Steuern.

Es geht um Rappen in diesem Geschäft

Und wie steht es mit den Preisen aus? AEK-CEO Wirth sagt im Interview, die RES habe die Preise für die Jahre 2018 bis 2020 um circa 1,6 Rp./kWh respektive 28 % erhöht. Das wird von Regio Energie Solothurn so zwar bestätigt – es sind 1,66 Rp./kWh seit 2017. In derselben Zeitspanne, so RES, habe AEK die Preise um 2,13 Rp./kWh angehoben. Die Preise von RES lägen für das Jahr 2020 mehr als 2 Rp./kWh tiefer als jene der AEK.

Im Durchschnitt betrage die Tariferhöhung 0,86 Rp./kWh. Diesen Vergleich wiederum lässt AEK so nicht gelten. Unter Berücksichtigung der Mehrpachtentschädigung für Partnergemeinden liege die Erhöhung bei 0,8 bis 1 Rp./kWh. Was zu beweisen war: Die Energieversorgung ist und bleibt ein Rappengeschäft. (bbr.)

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