Kanton Solothurn
Nach gut zehn Jahren ist jetzt Schluss mit der Fachstelle Kinderschutz

Die Tage der kantonalen Fachstelle Kinderschutz waren ohnehin gezählt. Im Zuge der Sparmassnahmen des Kantons hat die Regierung beschlossen, die Fachstelle aufzuheben. Jetzt wird sie ihre Pforten bereits vier Monate früher als geplant schliessen.

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Patricia Flammer befürchtet, dass der Kinderschutz nach der Schliessung der Fachstelle nicht mehr den gleichen Stellenwert in der Öffentlichkeit haben wird. (Archiv)

Patricia Flammer befürchtet, dass der Kinderschutz nach der Schliessung der Fachstelle nicht mehr den gleichen Stellenwert in der Öffentlichkeit haben wird. (Archiv)

Bruno Kissling

Fündig geworden

Franz Ziegler und Patricia Flammer, die beiden Co-Leiter, haben sich mit Blick auf das absehbare Ende eine neue berufliche Herausforderung gesucht – und sind fündig geworden. Franz Ziegler ist bereits seit April in einem Teilpensum auf der Fachstelle Kindes- und Jugendschutz in Liestal BL tätig. Er arbeitet derzeit nur in einem Kleinstpensum in Oensingen. Patricia Flammer wird ab September wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Soziale Arbeit FHNW. Sie wird am Institut Beratung, Coaching und Sozialmanagement verschiedene Projekte leiten.

Stark gemacht

Während gut zehn Jahren hat sich die Institution für Kinder und ihren Schutz stark gemacht. Mit Präventionsangeboten für Kinder und Jugendliche wie «Mein Körper gehört mir» und «Solothurner Kinder im Netz» hat sie sich einen guten Ruf gesichert. Darüber hinaus organisierte die Fachstelle Weiterbildungsangebote, machte Beratungen von Privatpersonen, Fachleuten sowie Behörden und führte Fach- und Vernetzungsveranstaltungen durch.

Künftig weitergeführt wird im Auftrag des Amtes für soziale Sicherheit (ASO) das Projekt «Mein Körper gehört mir», das sich an Zweit- bis Viertklässler richtet. Das Beratungsangebot werden die Sozialdienste, die Opferhilfe Aargau/Solothurn sowie die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden (Kesb) übernehmen.

Verlust des Stellenwerts

Obwohl diverse Angebote also von anderen Trägern weitergeführt werden, befürchtet Patricia Flammer, dass das Thema in der Öffentlichkeit nicht mehr den gleichen Stellenwert besitzen wird. «Gerade die Sensibilisierung der Öffentlichkeit aber ist zentral, um die Misshandlung von Kindern zu bekämpfen», sagt sie gegenüber dieser Zeitung. (esf)

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