Ein 41-jähriger Kosovare hat aus der Theorieprüfung ein Geschäft entwickelt: Zwischen Dezember 2014 und März 2016 soll der Mann mindestens 20 Männern und Frauen geholfen haben, die Prüfung zu bestehen. Das machte diese Zeitung im September publik. Die Strafuntersuchung gegen ihn läuft immer noch. 

Mit Kamera und Kopfhörer im Mikroformat hatte er seinen Kunden beim Lösen der Prüfung geholfen. 

Die Kantonspolizei Zürich hatte schon früher von diesem grossen Schummel-Fall Kenntnis und rüstete auf. Die Idee mit Störsendern konnte aufgrund des Fernmeldegesetzes des Bundes nicht weiterverfolgt werden. Seit dem 1. Februar wird ein Detektor eingesetzt, der den drahtlosen Datenverkehr in seiner Umgebung messen kann. 

Das Strassenverkehrsamt macht gute Erfahrungen damit. 2016 wurden zwei elektronische Betrugsversuche festgestellt. Seit Februar herrscht Ruhe. Die Teilnehmenden werden jeweils vor der Prüfung informiert. Der Detektor wirke nicht zuletzt präventiv, ist Severin Tobler, Medienattaché beim Strassenverkehrsamt, überzeugt. «Die Leute wissen, dass wir ihn an unseren Theorieprüfungen einsetzen.»

Nicht verhältnismässig

Der grosse Betrugsfall ereignete sich im Kanton Solothurn. Doch wie wird die Thematik hier gehandhabt? Könnten die sogenannten Sweeper auch hier zum Einsatz kommen? In Zusammenarbeit mit den Spezialisten der Kantonspolizei hat die Motorfahrzeugkontrolle verschiedene Massnahmen geprüft. Wie in Zürich sei der Einsatz von Störsendern aber aus rechtlichen Gründen nicht in Frage gekommen, sagt Amtschef Kenneth Lützelschwab. Und was ist mit Sweepern? «Auf die Anschaffung von Detektoren, die aktive Mobiltelefone erkennen, haben wir aus Gründen der Verhältnismässigkeit verzichtet.»

Im Kanton habe sich die gezielte Schulung und Instruktion der Verkehrsexperten «als ausreichend wirkungsvoll» erwiesen, so Lützelschwab. «Weitere Betrugsversuche sind keine mehr festgestellt worden.» Die Zuständigen gehen davon aus, dass die Teilnehmenden über ergriffene Massnahmen Bescheid wissen und dies einen präventiven Effekt hat. 

Geprüft wird allerdings, ob man den Prüflingen die elektronischen Geräte vor einer Prüfung abnehmen möchte. «Ausserdem stehen wir in ständigem Kontakt mit den Spezialisten der Polizei, um sofort auf allfällige neue Betrugsmethoden geeignet reagieren zu können», so Kenneth Lützelschwab.

Hightech-Betrug bei der Theorieprüfung

Hightech-Betrug bei der Theorieprüfung

Mit Mini-Kamera und Ohrknöpfen schleuste ein 41-jähriger Kosovare in Solothurn 20 Prüflinge durch die Auto-Theorieprüfung. Nun muss er vor Gericht.