Uhrenbranche Solothurn
Nach einem Jahr ein neues Modell - und ein neuer Chef von Porsche-Uhren?

Patrick Kury verlässt Porsche Design Timepieces AG Solothurn nach einem Jahr. Er leitete die Tochtergesellschaft des Herstellers von Luxusuhren am Jurasüdfuss. In dieser Zeit soll er die «Grundlagen für das Wachstum der Firma» gelegt haben.

Franz Schaible
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Patrick Kury ist nicht mehr Chef der Solothurner Tochter der Porsche Design Group.

Patrick Kury ist nicht mehr Chef der Solothurner Tochter der Porsche Design Group.

Hansjoerg Sahli

Die in Solothurn angesiedelte Uhrenherstellerin Porsche Design Timepieces AG bleibt in Bewegung – und zwar auf allen Ebenen. An der Spitze kommt es schon nach einem Jahr zu einem Wechsel, gleichzeitig wurde eine zweite, in Solothurn entwickelte Uhrenkollektion auf dem Markt eingeführt. Doch der Reihe nach.

Von der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn entwickelt: Die «1919 Collection»

Von der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn entwickelt: Die «1919 Collection»

zvg

Im Sommer 2014 wurde bekannt, dass der Hersteller von Luxusuhren am Jurasüdfuss eine Tochtergesellschaft aufbauen will. Ende September 2014 war es so weit, die Porsche Design Timepieces mit Sitz in Solothurn wurde offiziell gegründet.

Diese sei zuständig für die Entwicklung und Konstruktion der Uhrenmodelle sowie für Einkauf der Komponenten, die Endkontrolle, die Logistik und die Organisation des weltweiten Kundenservice, hiess es damals.

Die Geschäftsleitung übernahm Patrick Kury. Er war bis 2013 CEO der Grenchner Eterna, mit welcher die Porsche Design Group einen Lizenzvertrag über die Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Zeitmessern am Laufen hatte. Die Zusammenarbeit wurde 2014 beendet.

Abgang an der Spitze

Jetzt, nur ein Jahr später, hat Kury das Unternehmen bereits wieder verlassen. «Nach planmässig abgeschlossener Aufbauarbeit scheidet Patrick Kury aus der Geschäftsleitung aus», erklärt auf Anfrage Nadine Cornehl, Kommunikationschefin der Porsche Design Group im deutschen Ludwigsburg.

Er habe, wie vereinbart, die Grundlagen für das Wachstum der Schweizer Tochtergesellschaft gelegt, «ein hervorragendes Team aufgebaut und alle erforderlichen Prozesse etabliert».

Kury selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Die Leitung der Solothurner Niederlassung werde zunächst durch die Geschäftsführer der Porsche Design Group übernommen.

Inzwischen sei mit der «1919 Collection» die zweite eigene Uhrenkollektion in den Markt eingeführt worden. «Damit haben wir einen wesentlichen Meilenstein mit der Schweizer Tochtergesellschaft erreicht», erklärt Cornehl weiter.

Wie bereits bei der «Chronometer Collection» seien die Uhren durch die Solothurner Niederlassung in enger Zusammenarbeit mit dem Porsche Design Studio in Zell am See entwickelt worden.

In Solothurn seien die notwendigen Prozesse für Entwicklung und Konstruktion, Beschaffung, Qualitätsmanagement, Produktionsplanung, technischer Service sowie Administration etabliert. «Wir werden die Aktivitäten der Porsche Design Timepieces AG in den kommenden Jahren weiter ausbauen.»

Magere Informationen

Noch im vergangenen November hiess es, dass bis Ende 2015 rund 15 Mitarbeitende beim Porsche-Ableger in Solothurn tätig sein sollen. Jetzt sind keine konkreten Angaben mehr erhältlich.

Von der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn entwickelt: Die «Chronotimer Collection»

Von der Porsche Design Timepieces AG in Solothurn entwickelt: Die «Chronotimer Collection»

zvg

Eine Aussage wäre in der aktuellen Phase wenig aussagekräftig, «weil wir uns im Aufbau befinden und das Team entsprechend kontinuierlich erweitern». Derzeit seien aber alle notwendigen Kapazitäten vorhanden, um die erwähnten Aktivitäten ausführen zu können.

Ebenfalls vor Jahresfrist hat der damalige CEO der Porsche Design Group, Jürgen Gessler, erklärt, dass in Solothurn «für die technische Umsetzung, den Prototypenbau und die Fertigung eine eigene Montagelinie aufgebaut wird».

Und: Die ersten vollständig in Solothurn entwickelten Zeitmesser der Serie «Chronotimer Collection» seien mit einem Valjoux-7750-Uhrwerk ausgerüstet und «werden von einer Firma im Val-de-Travers montiert».

Die Chronotimer würden vollständig in der Schweiz hergestellt. Gessler wurde im Frühling durch Christian Kurtzke an der Spitze abgelöst.

Wie ist der aktuelle Stand der Dinge bei der Montagelinie? Der erwähnte Aufbau beziehe sich auf sämtliche Bereiche einer Unternehmung in der Uhrenindustrie, heisst es heute.

«Auskünfte über konkrete Planungen und zeitliche Umsetzungen geben wir nicht», so Cornehl. Aber alle Porsche-Design-Uhren trügen das «Swiss-Made»-Prädikat.

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