Rückmeldungen
Nach dem Abgang des Ärztlichen Direktors steigt der Druck auf die Spitze der Solothurner Spitäler

Die Rückmeldungen auf den Abgang des Ärztlichen Direktors Volker Maier zeichnen kein vorteilhaftes Bild für die Führung der Solothurner Spitäler AG.

Balz Bruder
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Die Rückmeldungen auf das Kommunikationsverhalten der soH fallen ungnädig aus.

Die Rückmeldungen auf das Kommunikationsverhalten der soH fallen ungnädig aus.

Hanspeter Bärtschi

Am liebsten wäre es der Solothurner Spitäler AG (soH) gewesen, der abrupte Abgang von Volker Maier, kurzzeitig oberster Mediziner im Haus, hätte im Wust der Coronavirus-Meldungen bestenfalls eine Randnotiz zur Folge gehabt. Auf Nachfrage gab es ausser «No comment» keine einzige Silbe.

Die Rückmeldungen auf das Kommunikationsverhalten des grössten Arbeitgebers im Kanton ebenso wie auf den Knall-auf-Fall-Abschied von Maier fallen ungnädig aus. Aus dem Innern des Spitals ertönt Kritik an den Führungskapazitäten des Managements. Und zwar über den Fall Maier hinaus. Er ist zwar der bisher prominenteste, aber längst nicht der einzige. Auch wenn sich Verwaltungsratspräsidentin Verena Diener vor exakt einem Jahr im Interview mit dieser Zeitung keineswegs beunruhigt zeigte über die Fluktuation bei den Ärztekadern: «Wir haben eine stabile Situation», sagte sie damals.

Und jetzt? Die Situation ist gemäss Aussagen aus dem soH-Umfeld eher stabil labil. Es ist von Gerichtsverfahren die Rede, von hohen Abgangsentschädigungen und von einer permanenten Unruhe auf der Ebene nicht nur der Chef-, sondern auch der Leitenden Ärzte. Von vielem erfährt die Öffentlichkeit nie etwas, obwohl sich die soH zu 100 Prozent im Eigentum des Kantons befindet.

Und politisch? Die Verantwortung liegt beim Departement des Innern von Gesundheitsdirektorin Susanne Schaffner. Und diese scheint die parlamentarische Sozial- und Gesundheitskommission so gut im Griff zu haben, dass aus deren Innern kaum je ein kritisches Wort zur soH dringt. Und dies, obwohl das Haus nicht nur personelle, sondern auch finanzielle Probleme hat. 2018 war rot, 2019 ist nicht publiziert, doch eine substanzielle Verbesserung des Ergebnisses wäre eine Überraschung.

Und dann ist noch der Neubau. Es machten Gerüchte die Runde, der Umzugstermin müsse auf Ende August verschoben werden, sagt FDP-Kantonsrat Urs Unterlerchner, der heute eine Interpellation in der soH-Sache einreicht. «Die Mitarbeitenden leisten hervorragende Arbeit – dies ist auch in der aktuellen Ausnahmesituation zu beobachten», schreibt er. Ihn und die Mitunterzeichnenden beunruhigten «vielmehr die unerklärbaren Wechsel bei Kaderfunktionen». Seit Jahren komme es «immer wieder zu Abgängen von Chef- oder Leitenden Ärzten, obwohl die Mitarbeiter teils erst wenige Monate bei der soH arbeiteten».

Vor diesem Hintergrund will Unterlerchner Auskunft über die Besetzung von Kaderstellen sowie über die Fluktuation ebenso wie über die Kostenfolgen – Abgangsentschädigungen, Vergleiche, Gerichtsverfahren und Haftungsfälle als Stichworte. Und auf jene für die Ertragsseite des Spitals bei fehlender Führung, zum Beispiel in der Inneren Medizin/Chirurgie in Solothurn.