Nach Corona-Einbruch
So erholt sich die Auslastung der öffentlichen Verkehrsmittel im Kanton

Durch die Coronapandemie haben auch die regionalen Unternehmen des öffentlichen Verkehrs Passagierzahlen einbüssen müssen. Nun steigen die Zahlen wieder - mit einer kompletten Erholung sei aber erst in einigen Jahren zu rechnen.

Anja Neuenschwander
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RBS Bahnhof Solothurn.

RBS Bahnhof Solothurn.

Hanspeter Bärtschi

Mit dem Lockdown im März 2020 sind die Passagierzahlen im schweizweiten öffentlichen Verkehr drastisch gesunken. Die SBB berichtete von Abnahmen von bis zu 80 Prozent im Frühjahr. Danach erholten sich die Zahlen im Sommer nach und nach, nur um im Herbst 2020 aufgrund der neuen Massnahmen erneut zurückzugehen. Momentan zeigt die Grafik des Mobilitätsmonitorings des Bundes wieder eine ansteigende Tendenz.

Wie haben die regionalen Betriebe des öffentlichen Verkehrs im Kanton Solothurn die Pandemiephase bis jetzt erlebt? Ihre Zahlen stimmen grösstenteils mit den nationalen Daten überein. Alle Verkehrsunternehmen verzeichneten Passagierausfälle um die 30 Prozent oder sogar mehr während des Lockdowns im März 2020 im Vergleich zur Anzahl Fahrgäste 2019. Bei der RBS bemerkte man ausserdem einen starken Rückgang von Passagieren zu den Hauptverkehrszeiten. Die Pendler seien ausgefallen oder versuchten, den Stosszeiten auszuweichen. Das Busunternehmen BOGG hingegen könne anhand der Gesamtentwicklung der Fahrgastzahlen feststellen, dass das Pendlerverhalten nur einen geringen Einfluss auf ihre totalen Fahrgastzahlen habe. Bei der Aare-Seeland mobil AG seien vor allem die ausbleibenden Gruppen- und Familienausflüge und Schulreisen ins Gewicht gefallen. Dies zusätzlich zu den ausbleibenden Schülern, Studenten und Arbeitnehmern.

Die Zahlen steigen wieder – aber wie schnell?

Bei allen regionalen Verkehrsbetrieben lässt sich im ersten Halbjahr 2021 ein Anstieg der Passagierzahlen feststellen. Gerade der Freizeitverkehr habe gegen den Sommer hin zugenommen. Zurück auf dem Niveau von vor der Pandemie sei die Auslastung aber noch lange nicht. Der Regionalverkehr sei im Vergleich zu 2019 momentan zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet. Man sei zuversichtlich, dass diese Zahlen weiterhin ansteigen werden, auch wenn dies nach Aussagen der Betriebe sicherlich noch einige Zeit dauern wird. Die Mehrheit der Betriebe rechnet mit einer vollständigen Erholung in zwei bis hin zu drei Jahren.

So gut wie alle Betriebe haben 2020 einiges an Verlusten bei den Verkehrseinnahmen eingebüsst, wie in den jeweiligen Geschäftsberichten nachzulesen ist. Eine Ausnahme bildet das Busunternehmen BOGG, welches einen kleinen Gewinn verzeichnen kann. Der Betrieb habe durch eine gute digitale Infrastruktur Ressourcen optimiert einsetzten können. Dazu kamen Personalausgleich und Busersatzfahrten für die SBB. Bei der RBS jedoch belaufen sich die Verluste bei den Verkehrseinnahmen auf neun Millionen Schweizer Franken. Man rechne mit weiteren Verlusten in diesem Jahr. Der Gesamtverlust 2020 konnte mit vorhandenen Reserven gedeckt werden, man wisse aber noch nicht, ob dies 2021 auch möglich sein wird. Auf welche Summen sich der Verlust belaufen werde, sei aufgrund der unsicheren Pandemiesituation schwer vorauszusagen.

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