Solothurn
Nach Brandkatastrophe: Spendenkonto für Waisenkinder eingerichtet – Gedenkfeier am 8.Dezember

Wie geht es mit den Flüchtlingen weiter, die beim Brand in Solothurn ihr Dach über dem Kopf verloren haben? Laut Kanton ist es zu früh, dies zu beurteilen. Für die beiden Waisenkinder im Spital wurde ein Spendenkonto eröffnet. Die Gedenkfeier für die Verstorbenen findet am 8. Dezember statt.

Raphael Karpf
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 Es war nachts um 2.10 Uhr, am 26.November 2018, als ein Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Wengistrasse 40 Rauch im Treppenhaus entdeckte. Er handelte rasch und löste Alarm aus.
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 Er handelte rasch und löste Alarm aus. Die Feuerwehr rückte in der Nacht vom Sonntag auf den Montag unverzüglich mit einem Grossaufgebot aus und brachte 19 Personen in Sicherheit.
 Die tragische Gewissheit Stunden danach: Für 6 Personen kam jede Hilfe zu spät. Vier Erwachsene und zwei Kinder starben beim Unglück.
 Eine vierköpfige eritreische Familie wurde komplett ausgelöscht. Ein weiteres Kind erlag zwei Tage später im Spital seinen Verletzungen.
 Insgesamt forderte der Brand in der Nacht vor genau einem Jahr 7 Todesopfer.
 Die Feuersbrunst wurde durch eine Zigarette ausgelöst, wie die Polizei noch am Tag des Brandes erklärte.
 Die Stadt stand in den Tagen danach unter Schock. Es gab auf den Strassen nur ein Thema.
 Und das Bedürfnis, gemeinsam zu trauern.

Es war nachts um 2.10 Uhr, am 26.November 2018, als ein Bewohner des Mehrfamilienhauses an der Wengistrasse 40 Rauch im Treppenhaus entdeckte. Er handelte rasch und löste Alarm aus.

Kapo SO

Über 20 Personen befanden sich in der verhängnisvollen Brandnacht im Mehrfamilienhaus an der Wengistrasse 40 in Solothurn. Elf dieser Menschen sind Personen aus dem Asylbereich mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Sie lebten in vier Wohnungen, in die sich der Kanton, konkret das Amt für soziale Sicherheit, eingemietet hatte. Das Gebäude selber gehört der «Sofida Immo AG», einem Immobilienunternehmen aus Oberbuchsiten.

Wie es mit diesen Menschen weitergehen wird, darüber wird insbesondere auf Facebook spekuliert. In einer Gruppe wurde etwa behauptet, dass diese Personen «keine Unterstützung erhalten» und sie «unbedingt Kleider, Schuhe und Schulmaterialien» benötigen würden.

Screenshot Facebook

Und weiter: «Zur Beschaffung dieser Sachen hatten sie bisher Null Unterstützung.»

Screenshot Facebook

Dass dem nicht so ist, erklärt Claudia Hänzi, Leiterin des kantonalen Amtes für soziale Sicherheit: «Diejenigen Personen, für die der Kanton zuständig ist und die den Brand überlebten, sind untergebracht, betreut und versorgt.» Aus Gründen des Personenschutzes mache man keine weiteren Angaben, etwa wo sich die Personen momentan aufhalten.

Wie es für diese Personen längerfristig weitergeht, ist noch unklar. «Das zu entscheiden, dafür ist es noch zu früh», so Hänzi. Mit eine Rolle spielen wird dabei natürlich auch der Stand der unterschiedlichen Asylverfahren.

Spendenkonto eingerichtet

Die Katastrophe löste grosse Betroffenheit und eine Welle von Solidaritätsbekundungen aus. «Wir wurden von zahlreichen Menschen angefragt, wie sie den Opfern helfen könnten», berichtet Hänzi. Was aber Materialien wie Schuhe oder Kleide angehe, habe man eigentlich bereits schon mehr als genug. Hänzi betont nochmals: «Für die Menschen ist gesorgt. Wir finden die Anteilnahme sehr schön. Aber wer helfen will, macht das am sinnvollsten über eine Geldspende für die Waisenkinder.»

Das Amt für soziale Sicherheit hat zusammen mit der Stadt Solothurn ein Spendenkonto für die beiden äthiopischen Waisenkinder eingerichtet, die sich nach wie vor im Spital befinden. Wer helfen will, kann dies unter folgenden Angaben machen:

Regiobank, Solothurn

IBAN: CH75 0878 5018 4705 6912 6

Im Gedenken an Verstorbene

Die schon kurz nach dem Brand in Aussicht gestellte Gedenkfeier wird am Samstag, 8. Dezember, 16 Uhr, stattfinden. Der Ort wird am Freitag bekannt gegeben. Am als «offene Gedenkfeier» deklarierten Anlass wird auch eine Delegation der Kantonsregierung teilnehmen, wie am Donnerstag zu erfahren war. Mit Landammann Roland Heim werden die Regierungsrätinnen Susanne Schaffner und Brigit Wyss vor Ort sein.

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