Die 65-jährige Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler und der 58-jährige Innendirektor Peter Gomm waren 2005 in die Regierung gewählt worden. Nach 12 Jahren verzichteten sie auf eine Wiederwahl.

Ersetzt werden die beiden Regierungsmitglieder durch Brigit Wyss (Grüne) und Susanne Schaffner (SP). Die beiden Frauen wurden am Mittwoch zusammen mit den wiedergewählten Bisherigen vereidigt.

Solothurner Regierung vereidigt

Solothurner Regierung vereidigt

Brigit Wyss und Susanne Schaffner sind die neuen Regierungsräte. Esther Gassler und Peter Gomm wurden nach 12 Jahren in der Regierung verabschiedet.

Ratspräsident Urs Huber (SP) würdigte Gassler als Regierungsrätin, die immer positiv auf die Menschen zugegangen sei und mit ihrer netten Art immer einen Weg gefunden habe, das Regieren einfacher zu machen.

In ihrer Amtszeit habe Gassler zwei "Megavorlagen" durchbringen können: den innerkantonalen Finanzausgleich und das neue Rechnungsmodell HRM2 für die Gemeinden.

Gassler habe sie eine liberale Wirtschaftspolitik betrieben. "Wenn bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Regierung gefordert war, hat sie die Ansicht vertreten, der Staat soll nicht oder nur zurückhaltend eingreifen", so Huber.

Die Schliessung der Zellstofffabrik Borregaard und der Papierfabrik Biberist, die beiden Leuchttürme der Solothurner Wirtschaft, seien keine Feierstunden gewesen. Die Gewerkschaften hätten von Gassler manchmal eine aktivere Wirtschaftspolitik gewünscht, denn zur Volkswirtschaft gehörten auch die Arbeitnehmenden und die, die keine Arbeit haben.

Ein strategischer Denker

Den zurücktretenden Peter Gomm lobte Huber als "kreativen Regierungsrat", der immer nach neuen Lösungen gesucht habe. Dabei habe er - wie bei seinen sportlichen Betätigungen - eine gerade Linie verfolgt und auf Fairness geachtet.

So habe sich die Kantonspolizei auf eine unaufgeregte und klare Haltung des Departementsvorstehers verlassen können und habe von ihm auch Rückendeckung erhalten, wenn sie es verdient habe.

In der Asylpolitik sei es Gomm gelungen, eine "halbwegs gesittete Diskussion" herbeizuführen, auch wenn nach wie vor nicht alle Freude hätten an einer Asylunterkunft.

Auch in der Spitalversorgung habe der Kanton Solothurn seine Aufgaben gemacht. Das "Tüpfchen auf dem i" sei das klare Ja des Volkes zum Neubau des Bürgerspitals Solothurn gewesen.

Eine wichtige Rolle gespielt habe der SP-Regierungsrat auch in der Sozialdirektorenkonferenz. So sei er massgeblich beteiligt gewesen an der Revision der SKOS-Richtlinien.

Beeindruckt habe ihn die strategische Denkweise von Gomm, dem aber das Tagesgeschäft und die Details ebenso wichtig gewesen seien, sagte Huber. Gomm sei sich immer bewusst gewesen, dass bei einer schlechten Umsetzung einer guten Idee am Schluss nur das Schlechte übrig bleibe.

Zur Feier des Tages hatte Ratspräsident Urs Huber mit einer "eisernen Regel" gebrochen und war mit einer Krawatte zur Ratssitzung erschienen - als Sozialdemokrat standesgemäss einer roten. Noch an der Präsidentenfeier hatte er versichert, sich niemals ein solches Ding um den Hals zu binden.

Ratssekretär wird verabschiedet

Nach 25 Jahren im Amt stellt sich Ratssekretär Fritz Brechbühl nicht mehr zur Wahl. Diesen Mittwoch wurde er vor der gesamten Kantonsregierung und dem Kantonsrat, sowie ehemaligen Ratspräsidenten verabschiedet.

«Goodbye Fritz»: Der Ratssekretär wird vom Kantonsrat und der Regierung verabschiedet

«Goodbye Fritz»: Auch der Ratssekretär wird am Mittwoch vom Kantonsrat und der Regierung verabschiedet