Sektionschefwesen
Nach 117 Jahren: Aus für die «Botschafter des Militärs»

Der Verein Solothurnischer Sektionschefs ist nicht mehr: Die Mitglieder beschlossen in Anwesenheit von Militärdirektorin Esther Gassler und Kreiskommandant Diego Ochsner die Auflösung.

Max Flückiger-Scherrer
Drucken
Teilen
Ein Sackmesser als Abschiedsgeschenk für alle Sektionschefs im Kanton Solothurn. Regierungsrätin Esther Gassler (von links) mit den Dienstältesten Sektionschefs Stefan Schaad (Laupersdorf, 31 Dienstjahre), Max Rudin (Witterswil, 35 Jahre), Gerhard Allemann (Welschenrohr, 35 Jahre), Franz Berger (Kestenholz, 39 Jahre) und Urs Leimgruber (Rickenbach, 31 Jahre) mit Kreiskommandant Diego Ochsner.

Ein Sackmesser als Abschiedsgeschenk für alle Sektionschefs im Kanton Solothurn. Regierungsrätin Esther Gassler (von links) mit den Dienstältesten Sektionschefs Stefan Schaad (Laupersdorf, 31 Dienstjahre), Max Rudin (Witterswil, 35 Jahre), Gerhard Allemann (Welschenrohr, 35 Jahre), Franz Berger (Kestenholz, 39 Jahre) und Urs Leimgruber (Rickenbach, 31 Jahre) mit Kreiskommandant Diego Ochsner.

Max Flückiger-Scherrer

Schlussstrich

Eine Stimme gegen Vereinsauflösung

Das Motorschiff Siesta diente den fast vollzählig erschienenen Sektionschefs als Tagungslokal. Die letzten statutarischen Geschäfte wickelte Präsident Hans-Peter Jeker (Bärschwil) in knapp einer Viertelstunde ab. Dem Antrag des Vorstandes, den Verein Solothurnische Sektionschef per 23. April 2016 aufzulösen, erwuchs eine Gegenstimme. Der Vorstand, er setzt sich jetzt noch aus je einem Bezirksvertreter zusammen, wird den endgültigen Strich unter die Vereinsrechnung ziehen. Ein allfälliger Überschuss geht an die Solothurnische Winkelriedstiftung (neu Winkelriedfonds). Für 25 Dienstjahre als Sektionschef konnte André Glutz (Lüterkofen-Ichertswil) geehrt werden. (mfz)

In ihrem Grusswort bedauerte die Solothurner Regierungsrätin Esther Gassler am Wochenende, dass nach 117 Jahren die Sektionschef-Tradition verschwinde. Wie sie ausführte, hätte sie die Sektionschef-Ämter gerne weiter geführt. «Die Botschafter des Militärs in den Gemeinden» gebe es nun nicht mehr. Es habe aber keine Chance bestanden, das Amt im Milizwesen zu behalten, der politische Druck war da. Die Arbeit sei neu organisiert und sorgfältig vorbereitet worden. Seit dem 1. Januar werde nun das militärische Sektionswesen von fünf Personen, in Teilpensen bei den Amteien und Bezirken wahrgenommen.

«Mit schwerem Herzen muss ich Sie nun entlassen», führte die Militärdirektorin weiter aus. Den etwas mehr als 80 weiblichen und männlichen Amtsträgern zollte sie grosse Anerkennung für die teils mehrere jahrzehntelange Pflichterfüllung «im Dienste des Wehrmannes und Bürgers». Ganz generell, so Militärdirektorin Esther Gassler, gelte es zur Armee Sorge zu tragen. Die vorgesehene Weiterentwicklung der Armee ziele in die richtige Richtung und verdiene daher auch die volle Unterstützung.

Ansprechpersonen im Kanton Solothurn

Seit dem 1. Januar 2016 wird das militärische Sektionswesen von sechs Personen, davon fünf im Teilpensum, erledigt. Es sind dies:

- Amtei Teil Solothurn-Lebern, Wasseramt: Sachbearbeiter: Jan Lanz, Kreiskommando; Hauptgasse 70, Solothurn;

- Amtei Olten-Gösgen: Sachbearbeiter (Teilpensum): Martin Büttler; Büro: Amthaus, Olten;

- Amtei Teil Bucheggberg und Lebern: Sachbearbeiterin (Teilpensum): Jris Hirter-Flückiger; Büro: Amtschreiberei, Grenchen;

- Amtei Thal-Gäu: Sachbearbeiterin (Teilpensum): Cordula Altermatt; Büro: Schmelzihof, Balsthal;

- Bezirk Thierstein: Sachbearbeiterin (Teilpensum): Margrith Martina-Wey; Büro: Amt-haus, Breitenbach;

- Bezirk Dorneck: Sachbearbeiterin (Teilpensum): Jeannette Husistein-Lanz; Büro: Amthaus, Dornach.