WM-Überzieher
Muss wer die Rückspiegel mit einer Flagge überzieht mit einer Busse rechnen?

Ein richtiger Fan zeigt Flagge, sei es im Public Viewing, zu Hause oder am Auto. Dieses Jahr äusserst beliebt: Spiegelüberzieher. Doch aufgepasst, verdecken diese den Blinker, droht bei gewissen Fahrzeugen eine Busse.

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Verdecken die Spiegelüberzieher den Blinker, droht eine Busse.

Verdecken die Spiegelüberzieher den Blinker, droht eine Busse.

Simon Binz

Sie gehören wie die Fische ins Wasser; die Fanartikel zur Weltmeisterschaft. Sei es das obligate Dress der jeweiligen Lieblingsmannschaft oder der Schmuck am Auto: Fussball-Fans zeigen gerne für welche Mannschaft ihr Herz schlägt.

Egal ob Schweiz, Brasilien, Portugal oder Italien: Dieses Jahr äusserst beliebt sind die Spiegelüberzieher. Diese sind aber nicht unproblematisch: Verdecken sie nämlich einen Blinker, gilt das als unerlaubte Änderung am Fahrzeug und könnte somit von der Polizei gebüsst werden. Diese Zeitung hat darum bei der Kantonspolizei Solothurn nachgefragt, wie sie während der WM mit diesen Umständen umzugehen gedenken.

«Autos können nach belieben geschmückt werden»

Andreas Mock, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn sagt auf Anfrage, dass ihnen Grundsätzlich die Sicherheit im Strassenverkehr wichtig sei. Autos könnten nach Belieben geschmückt werden, «solange dieser ‹Schmuck› nicht die eigene Sicherheit oder die anderer gefährdet.»

Laut Mock können Fahnen und auch Spiegelüberzieher aber nur dann angebracht werden, wenn sie weder die Sicht beeinträchtigen noch runterfliegen können. «Entsprechende Hinweise sind in der Regel auf den Verpackungen angebracht», so der Polizeisprecher.

Kantonspolizei führt keine speziellen Kontrollen durch

Zu den Spiegelüberziehern sagt er: «Viele Autos haben keine Blinker im Spiegel. Die Abdeckung von Seitenspiegeln ist nur dann problematisch, wenn das Fahrzeug länger als sechs Meter ist.» Bei diesen Fahrzeugen müsse sich auf der Fahrzeugseite ein Richtungsblinker befinden, etwa im Spiegel, und der müsse folglich auch sichtbar sein.

Probleme mit den Spiegelüberzieher könne es aber dann geben, wenn durch den Überzieher das Sichtfeld im Rückspiegel erheblich eingeschränkt sei. «Die Kantonspolizei Solothurn führt aber keine speziellen Kontrollen durch und geht mit gesundem Menschenverstand vor.»

Es könne zwar sein, dass Lenker im Rahmen der üblichen Verkehrskontrolle bei problematisch reduzierten Sichtfeld auch auf diesen Sachverhalt hingewiesen würden. Auch könne es sein, dass die Polizei auffällig «beschmückte» Fahrzeuge kontrolliere, wenn diese nicht sicher erscheinen. «Bei beiden Fällen handelt es sich aber um Einzelfälle. Probleme sehen wir derzeit nicht», so Polizeisprecher Mock.

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