Oensingen

Muss Puma dem Kanton für Hilfe bei Ansiedlung Nachforderungen bezahlen?

Puma Outlet in Oensingen

Puma Outlet in Oensingen

Der Sportartikelhersteller Puma hat von der Solothurner Wirtschaftsförderung Hilfe erhalten, als es um die Ansiedlung in Oensingen ging. Puma verpflichtete sich im Gegenzug, bis 2019 zu bleiben. Müssen nun Nachforderungen bezahlt werden?

Die im April angekündigte Verlagerung der Aktivitäten von Puma von Oensingen ins Hauptquartier im deutschen Herzogenaurach hinterlässt tiefe Spuren. Erstens gehen gegen 80 Arbeitsplätze verloren. Und zweitens sorgte der mit «der Optimierung der Organisation und Prozessen» begründete Wegzug auf den 1. Oktober auch beim Kanton für grosse Enttäuschung.

Schliesslich unterstützte die Wirtschaftsförderung die Ansiedlung des Weltkonzerns finanziell und organisatorisch, erklärte seinerzeit Jonas Motschi, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Die Weltmarke – angesiedelt im weither sichtbaren Designerbau direkt an der Autobahn – sollte für das Image des Wirtschaftsstandortes Kanton Solothurn Gold wert sein. Der Umzug vom bernischen Lengnau in den Puma-eigenen 16-Millionenbau erfolgte Ende 2005.

Verpflichtung bis 2019

Im Gegenzug für die Unterstützung durch den Kanton ging Puma – wie üblich in solchen Fällen – Verpflichtungen ein. «Es geht in erster Linie um die Verweildauer in Oensingen», sagt Motschi heute.

Puma habe sich verpflichtet, bis 2019 im Kanton zu bleiben. Deshalb wird geprüft, ob Puma nach dem raschen Wegzug Nachforderungen berappen muss. Derzeit fänden Verhandlungen zwischen den Steuerbehörden und dem Sportartikelkonzern statt. «Der Ausgang ist noch offen.» Puma selbst will sich dazu nicht äussern, wie Sprecher Ulf Santjer auf Anfrage meldet.

Stellenabbau läuft

Dagegen sind die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt jetzt sichtbar. Noch im März beschäftigte Puma in Oensingen im Bereich Retail, welcher in die Zentrale in Herzogenaurach verlagert wird, 66 Mitarbeitende, wie Santjer erläutert. 62 davon sei eine Weiterbeschäftigung in Deutschland angeboten worden, deren 4 nicht, weil deren Stellen aufgrund der Reorganisation wegfallen. Rund 30 Prozent hätten das Angebot angenommen. Dies sind 19 Angestellte. Den restlichen 43 und den erwähnten 4 Beschäftigten wurde gekündigt.

Ferner waren bei der Puma Schweiz AG in Oensingen 24 Mitarbeitende für Verkauf, Vertrieb, Marketing, IT, usw. tätig. Mit Ausnahme des Vertriebs- und Marketingbereiches werden diese Aufgabenfelder, so Santjer weiter, künftig ebenfalls von Herzogenaurach aus bearbeitet. Das führt zum Abbau von 10 Stellen in Oensingen. Die 14 Angestellten im Vertrieb/Marketing bleiben vorerst im Gäu. «Diese Abteilung verbleibt in der Schweiz, ob aber in Oensingen, ist offen.» Unter dem Strich gehen also in Oensingen von den 90 Arbeitsplätzen vorerst deren 76 verloren.

Von der Schliessung nicht betroffen sind die Outlets in Oensingen, Landquart, Mendrisio und Aubonne, wie Santjer versichert. Allein im Outlet Oensingen sind 11 Mitarbeitende beschäftigt. Und was Puma mit dem Gebäude plant, sei offen. «Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen.»

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