«Ich nehme es den Polizisten nicht übel, sie machen auch nur ihren Job», erklärt Adnan Mursula, in der Musikbranche bekannt als «Ay Dee».

Zur Erinnerung: Am 20. September fuhr Mursula mit seinem Bruder, seiner Frau und seinem acht Monate alten Sohn nach Biberist. Unterwegs kamen sie in eine Polizeikontrolle, Mursula musste einen Drogen- und Alkoholtest machen. Doch während der Alkoholtest negativ ausfiel, zeigte der Drogentest Amphetamine an – und das, obwohl er nur Red Bull getrunken hatte. In der Folge musste der Musiker zur Blut- und Urinprobe ins Spital. Die Polizei nahm ihm den Führerschein umgehend ab, erst nach rund zwei Wochen erhielt er ihn zurück.

«Natürlich war ich wütend, dass man mir Drogenkonsum unterstellt hat. Und auch das mit dem Führerscheinentzug war ärgerlich, aber ich verstehe die Polizisten. Sie machen auch nur ihren Job, Vorschrift ist nun mal Vorschrift», so der 34-jährige Mursula. «Die Polizisten haben mich auch verstanden, und das war für mich das Wichtigste.» Am meisten schätzt er jedoch eines: «Die Polizistin, die die Kontrolle durchgeführt hat, rief mich etwa zwei Wochen nach dem Vorfall an und entschuldigte sich persönlich für die Unannehmlichkeiten.» Für ihn sei die Sache mit der Polizei somit geklärt. Über sich selber sagt er auch: «Ich bin sowieso nicht der Typ Mensch, der ‹Fuck the police› sagt.» Seine Devise laute: «Respect the police. Sie sind ja auch nur Menschen.»

Ärztin mit lockerem Mundwerk?

Eine Entschädigung verlangt er zwar nicht von der Polizei, aber vom Bürgerspital in Solothurn, wo die Blutentnahme stattgefunden hat. «Die Ärztin hat mich wegen meiner Herkunft beschimpft», behauptet der Musiker mit kosovo-albanischen Wurzeln. Und das, obwohl er in der Schweiz aufgewachsen sei und sich bei keinem der Tests quer gestellt habe. Mursula hält die angebliche Beschimpfung für «rassistisch». Zudem habe ihm die Ärztin drei Mal in den Arm gestochen. Nach dieser Prozedur habe sich sein ganzer rechter Unterarm blau und violett verfärbt. Mursula will nun juristische Schritte prüfen, um allenfalls eine Entschädigung oder zumindest eine Entschuldigung für das angebliche Verhalten der Ärztin zu erhalten.

So sah Mursulas Unterarm nach der Blutentnahmen aus.

So sah Mursulas Unterarm nach der Blutentnahmen aus.

Beleidigungen von Klienten im Spital? Das kann sich Gian Trionfini, Mediensprecher der Solothurner Spitäler AG, nicht vorstellen. «Wir haben keine Kenntnis von einem solchen Fall.» In der Regel sind andere Personen anwesend, die in solchen Situationen eingreifen würden. «Das Personal ist auch in psychologischen Belangen, wie zum Beispiel der Deeskalation, geschult und erprobt.» Man sei sich bewusst, welche Folgen negative verbale Äusserungen oder auch nonverbale Gesten haben könnten.