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Museen im Zeitalter der Digitalisierung: Wie gut werden Solothurner Museen besucht?

Inventarisierung, Digitalisierung, Restaurierung und Konservierung sind die museumstechnischen Probleme. Wir wollten es einmal genauer wissen und untersuchten die Besucherzahlen der wichtigsten Museen des Kantons.

Anina Mathivannan
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Die Tagsatzungsgruppe im Museum Altes Zeughaus

Die Tagsatzungsgruppe im Museum Altes Zeughaus

Michel Lüthi

Als Ort der Auseinandersetzung von Gegenwart und Vergangenheit müssen sich die Museen ständig verändern und anpassen. Inventarisierung, Digitalisierung, Restaurierung und Konservierung sind die museumstechnischen Probleme, welche — für das Publikum mehr oder weniger unsichtbar — im Hintergrund ablaufen.

Events, Sonderausstellungen, Kooperationen mit auswärtigen Institutionen und Personen sind das, was alle sehen und auch die Besucherzahlen drastisch beeinflussen können. Wir wollten es einmal genauer wissen und untersuchten die Besucherzahlen der wichtigsten Museen des Kantons.

Voraussetzungen verschieden

Mit Abstand am meisten Besucher haben das Naturmuseum Solothurn und darauf folgend das Museum für Musikautomaten in Seewen. Da stellt sich wohl manch einer die Frage, ob ausgestopfte Tiere und Musikautomaten solch grosse Publikumsmagneten sind. Doch dahinter steckt mehr: Das Naturmuseum Solothurn geniesst eine hervorragende Lage am passantenreichen Klosterplatz und glänzt immer wieder mit Sonderausstellungen, die zusammen mit der Dauerausstellung und den Aquarien nicht nur Kinder und Schulklassen, sondern Interessierte aus allen Generationen zu sich lockt.

Das Museum für Musikautomaten im schwarzbübischen Seewen hingegen ist eines der vier bundeseigenen Museen — darunter sogar das Meistbesuchte. Die einzigartige und international bedeutende Sammlung an Musikautomaten zieht nationale und internationale Gäste an. Was aber bei beiden Museen attraktiv ist, sind Sonderanlässe, wie etwa Matinées und Mittagsführungen.

«Besucherzahlen sagen wenig»

«Mich interessieren die Besucherzahlen nur bedingt», sagt Lukas Walter, Präsident des Solothurner Museumsverbundes, Musesol. Denn die jährlichen Besucherzahlen seien keine aussagekräftigen Indikatoren, wenn es um die Qualität der Museen gehe. Umbauten wie im Kunstmuseum Solothurn oder im historischen und archäologischen Museum Olten gehen bei der Betrachtung der Statistiken oft vergessen.

Zudem erklärt er: «Nicht alle Museen haben dieselben Kapazitäten.» So sei zum Beispiel ein Bally Museum, das im vergangenen Jahr mit den 2 339 Besuchern an die Kapazitätsgrenzen geraten sei, nicht zu vergleichen mit einem städtischen Museum, das bei weitem mehr Publikum vertrage.

Die Zahl der Museumsbesucher ändert sich auch, wenn Museen ihre Räumlichkeiten nicht nur zum Ausstellen, sondern auch zum Vermieten nutzen. So zählen das Museum Blumenstein und Schloss Waldegg die Gäste der privaten Anlässe — meist Hochzeiten — auch zu den Besuchern des Museums.

Erich Weber freut dies, denn: «Oft schauen sich Hochzeitsgäste, die nie von selbst ins Museum Blumenstein gekommen wären, nebenbei noch die Ausstellung an.»
Worüber sich Weber jedoch Sorgen macht, ist das Standortproblem: «Solothurner Tagestouristen suchen uns selten auf, da wir nicht zentral gelegen sind und während eines Tages gibt es in der Stadt mehr als genug zu sehen.» Eine mögliche Lösung, um doch auswärtige Interessanten ins Museum Blumenstein zu locken, sieht Weber in der besseren Ausschilderung des Weges von der Altstadt zum Blumenstein.

Museen in Zusammenarbeit

2009 wurde der Solothurner Museumsverbund Musesol gegründet, um die Zusammenarbeit der Museen innerhalb des Kantones zu fördern. 53 Museen sind heute Teil des Verbundes. Lukas Walter erläutert: «Wir bilden einen Zusammenschluss von Museen, die versuchen, sich gegenseitig zu verbessern, vor allem in der Qualität und den Abläufen.»

Die Mitglieder profitieren dabei von der kantonalen Vernetzung und von Weiterbildungskursen. Wie empfängt man das Publikum? Wie gestaltet man eine Museumsführung? Solche, für Museen essenzielle Fragen werden in den Kursen mit den Verbundsmitgliedern bearbeitet. Finanzielle Unterstützung erhält der Verbund unter anderem vom Lotteriefonds: 2017 sind es 70 000 Franken.

Ein Blick in die Zukunft

Die dichte Schweizer Museumslandschaft wird in Zukunft finanziell, aber auch ökonomisch zu hinterfragen sein. Schon jetzt beschäftigt man sich mit Zusammenschlüssen: In Olten nimmt das vom Stimmvolk im Juni 2016 beschlossene Konzept «Haus der Museen», welches das Naturmuseum, das historische Museum und das archäologische Museum des Kantons Solothurn unter einem Dach vereinigt, Form an. Die drei Dauerausstellungen werden inhaltlich neu konzipiert; dabei bietet sich die einmalige Chance einer gegenseitigen Abstimmung der drei Ausstellungskonzepte. Die Eröffnung des neuen Museumshauses ist im Herbst 2019 vorgesehen.

Bei einem Publikum, das zunehmend virtuell und weniger in Museen unterwegs ist, kann man gespannt sein, wie sich die anderen Solothurner Museen für die Herausforderungen der Zukunft wappnen werden.

Sonderausstellungen

- „Vor der Industrialisierung“: 01.03. – 31.12.2017, Menschen aus Steinzeit, gallorömischer Zeit, Mittelalter und der frühen Neuzeit, Kulturhistorisches Museum Grenchen

- „In aller Herren Länder“: 23.06. - 19.11.2017, weltweiter Einsatz der Eidgenössischen Söldner, Zeughaus Museum Solothurn

- „1798 – Als die Franzosen kamen“: 27.06. – 22.10.2017, Gastausstellung zum „Franzoseneinfall“, Kulturhistorisches Museum Grenchen

- „Der Japanische Farbholzschnitt als Inspiration“: 08.07. – 08.10.2017, vom Japonismus geprägte Schweizer Kunst , Kunstmuseum Solothurn

- „Peter Travaglini – Eine Hommage mit Plastiken, Objekten und Arbeiten auf Papier “: 27.08. – 05.11.2017, Kunsthaus Grenchen

- „Anna Amadio: Die Autonomie der Farbe – The closest I could get“: 27.08. – 05.11.2017, Kunsthaus Grenchen

- „Die Pracht der Tracht“: 02.09. – 07.01.2018, Schweizer Trachten in Kunst und Kunstgewerbe, Kunstmuseum Solothurn

- „Stella, Gloria und Edelweiss“ – Blechplattenmusik aus der Schweiz: 17.09.-01.10.2017, Museum für Musikautomaten in Seewen

- „Ausser Rand und Band – Seidenbänder aus Mümliswil“: 23.10. – 01.10.2017, über 100-jährige Geschichte der Bandfabrikation im Guldental, Museum HAARUNDKAMM

Spezialanlässe

- „Jugend und Wissenschaft“ - Goldwaschen im Napfgebiet: Samstag, 19.08.2017, 07.50-15.00, Anmeldung beim Naturmuseum Olten

- „L’Orfeo“: Samstag, 19.08.2017, 19.00, die letzte Aufführung von Claudio Monteverdis „in Musik gesetzte Fabel“, Schloss Waldegg

- Kinder-Matinee: Sonntag, 20.08.2017, 11.15, „s’Gnom Mo oder: Wenn’s schaurig tönt im Fürwehrmagazin, ein Musiktheater des Ensemles „Stimme Kontra Bass“ , Museum für Musikautomaten Seewen

- „Der Japanische Farbholzschnitt als Inspiration“: Sonntag, 20.08.2017, 11.00, Öffentliche Führung, Kunstmuseum Solothurn

- Museumsflohmarkt: Samstag, 26.08.2017, ab 09.00, Museumsflohmarkt auf dem Museumsparkplatz des Computer-Museums ENTER Solothurn

- Führung durch die Ausstellung „Teuerungskrise 1816/1817 in Solothurn“: Sonntag, 27.08.2017, 15.00, die Finissage der Ausstellung wird noch mit einem anschliessenden Apéro zelebriert; Museum Blumenstein

- Gartenführung: Mittwoch, 30.08.2017, 18.00, Spaziergang mit Staudengärtnerin Carole Kündig, Wissenswertes über Zier- und Nutzpflanzen, Schloss Waldegg

- „Desertion, Krankheit, Unfälle“: Mittwoch, 30.08.2017, 12.15-13.00, Mittagsführung, Altes Zeughaus Museum

- „Ein Urschweizer als Chance für den Naturschutz“: Mittwoch, 06.09.2017, 12.15-13.00, Mittagsführung durch Christof Angst, Leiter Biberfachstelle Schweiz, Naturmuseum Solothurn

- „Wie gewonnen, so zerronnen – Geschichte der Familie Michel“: Samstag, 09.09.2017, 10.00-11.30, Kulturhistorisches Museum Grenchen

- „Museumsfest mit Flohmarkt, Schätzungen, Führungen“: Samstag, 09.09.2017, 13.30-17.30, Kulturhistorisches Museum Grenchen

- Konzert EVL a capella: Sonntag, 10.09.2017, 11.00, Schloss Waldegg

- „Die Pracht der Tracht“: Sonntag, 10.09.2017, 15.00, Öffentliche Führung, Kunstmuseum Solothurn

- Märchenmatinee: Sonntag, 10.09.2017, 10.30, organisiert vom Märchenkreis Solothurn im Museum Blumenstein

- „Schwein gehabt!“: Mittwoch, 13.09.2017, 14.00-16.00, Kinderanlass zu Wildschweinen, Naturmuseum Solothurn

- Kindernacht: Monsternacht und Geisterstund: Freitag, 15.09.2017, 18.00-08.00, mit Matten und Schlafsäcken können Kinder in den Räumlichkeiten des Museum Blumensteins übernachten

- „Die Pracht der Tracht“: Sonntag, 16.09.2017, 16.00, Öffentliche Führung, Kunstmuseum Solothurn

- Kindernacht: Monsternacht und Geisterstund: Samstag, 16.09.2017, 18.00-08.00, mit Matten und Schlafsäcken können Kinder in den Räumlichkeiten des Museum Blumensteins übernachten

- „Die Krisen der Uhrenindustrie in der Region Grenchen im 20. Jahrhundert“: Sonntag, 17.09.2017, 15.00-16.00, Führung im Kulturhistorischen Museum Grenchen

- Szenische Führung: Sonntag, 17.09.2017, 15.00, Erleben der Alltagsbeschäftigungen der Schlossherrin Maria Margharita von Besenval im Schloss Waldegg

- „Schweizer und Schweizerinnen als Freiwillige in „fremden“ Kriegen (20.Jh.)“: Mo, 18.09.2017, 18.30-20.30, Themenabend mit filmischen Interview-Mitschnitten, Kurzvorträgen und Diskussionen, Altes Zeughaus Museum

- Schweizer Schlössertag: Sonntag, 01.10.2017, 10.00-17.00, Zeitreise in den Barock im Schloss Waldegg

- Schlossführung: Donnerstag, 12.10.2017, 18.00, Führung durch die Ausstellung auf Schloss Waldegg, Leitung: Andras Affolter, Museumsleiter

- „Ferienpass “: Mittwoch, 18.10.2017, 14.00-16.00, Kindernachmittag, Kulturhistorisches Museum Grenchen

- Literarische Matinee: Sonntag, 22.10.2017, 11.15, Urs Zürcher: Kalter Krieg – heiss? , Museum für Musikautomaten Seewen

- „Vom Krieg berichten“: Mittwoch, 25.10.2017, 12.15-13.00, Mittagsführung, Altes Zeughaus Museum

- Musik im Blumenstein: Freitag, 27.10.2017, 19.30, Zusammen mit seinem Sohn wird Michael Austin, der berühmteste afroamerikanische Othello unserer Zeit, einen Verdi-Abend gestalten im Museum Blumenstein + Apéro

- „Jugend und Wissenschaft“ - Fliegenpilz, Steinpilz oder Schimmelpilz?: Samstag, 28.10.2017, 09.00-12.00, Anmeldung beim Naturmuseum Olten

- Châteu Chanson: Samstag, 28.10.2017, 17.00 und 20.00, stimmungsvoller Abend mit Musik und Essen im Schloss Waldegg

- Musik im Blumenstein: Sonntag, 29.10.2017, 19.30, Zusammen mit seinem Sohn wird Michael Austin, der berühmteste afroamerikanische Othello unserer Zeit, einen Verdi-Abend gestalten im Museum Blumenstein + Apéro

- „Soldwesen und Spuren einer Kolonialgeschichte“: Freitag, 10.11.2017, 18.30-20.30, Themenabend mit filmischen Interview-Mitschnitten, Kurzvorträgen und Diskussionen, Altes Zeughaus Museum

- Vortrag der Patrizierfamilie von Sury, Sonntag, 19.11.2017, 10.30, Nachfahren die Solothurner Patrizierfamilie Von Sury vor im Schloss Waldegg