SVP Solothurn
Müller: «Wenn ich nicht gegangen wäre, ich weiss nicht, was passiert wäre»

Heinz Müller hat die Delegierten-Versammlung der SVP gestern frühzeitig und abrupt verlassen. Nun nennt der Ex-Präsident auch die Gründe, wieso es zum Eklat kam. «Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen», sagt ein noch immer verärgter Müller heute.

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Kantonsrat Heinz Müller stellte dem Regierungsrat zehn Fragen.

Kantonsrat Heinz Müller stellte dem Regierungsrat zehn Fragen.

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Ein Defizit von knapp 20000 Franken sorgte an der gestrigen der Delegiertenversammlung der SVP für rote Köpfe und gehässige Voten. Eine kleine Gruppe unter der Führung von Kantonsrat Walter Gurtner und Unternehmer Bruno Kammermann haben dabei heftige Kritik geübt. Darauf wurde die Rechung zurückgewiesen und eine Sonderprüfung verlangt.

Und am Schluss kam es gar zum Eklat. Ex-Präsident Heinz Müller, der die Jahresrechnung verlesen hatte und dafür auch noch verantwortlich ist, verliess die Versammlung in der Pause. Er war sichtlich erregt. Nun erklärt sich Müller gegenüber Radio 32.

Ihn störe insbesondere, dass die Kritik Abwesenden gegolten habe. Namentlich dem Kassier, der Krankheitshalber fehlte, und dem Wahlkampfleiter. «Ich kann es nicht leiden, wenn man abwesende Personen kritisiert, die sich nicht wehren können.»

Kritik nicht gerechtfertigt?

Doch auch Müller bekam sein Fett weg. Denn den Ex-Präsident konnte die Lücke in der Kasse in Abwesenheit des Kassiers zu wenig detailliert erläutern.

Für Müller ist die Kritik dennoch nicht gerechtfertigt. «Nach jedem Wahlkampf hat es bisher ein Minus gegeben», sagt er gegenüber Radio 32. «Danach haben der Kassier und der Präsident jeweils ein paar Telefone gemacht und das Problem war gelöst.»

Andere Themen aktuell

Müller betont auch, dass das Defizit sogar kleiner ausgefallen ist als erwartet. Und dass die Partei auch beim Wahlkampf-Budget nicht überbordet hat. «Wir haben das Budget gar nicht voll ausgeschöpft».

«Die Kritiker machen damit dem neuen Präsidium das Leben schwer und legen ihm Steine in den Weg. Das tut mir weh. Wenn ich nicht gegangen wäre, ich weiss nicht was passiert wäre», so Müller.
Die Partei habe aktuell andere Themen. «Wir müssen im März eine Abstimmung gewinnen und nächstes Jahr einen Wahlkampf», sagt Müller.

Der aktuelle Präsident, Walter Wobmann, sieht das allerdings nicht so dramatisch. Er ist mit der Sonderprüfung einverstanden. Es gebe offene Fragen, die an der gestrigen Versammlung nicht hätten geklärt werden können, sagt er. Die müssten nun geklärt werden. Kritiker Gurtner will sich nicht mehr äussern.

Viel Geld in die Partei gesteckt

Müller fühlt sich nach eigenen Aussagen in der Partei noch immer «unglaublich wohl» und gut verankert. Mit seinen Problemen mit der Justiz habe das nichts zu tun, glaubt Müller. In seinen Augen haben die Kritiker ein persönliches Problem. Ob das wiklich so ist, werden die Kantonswahlen im nächsten Jahr zeigen.

Fakt ist auch, dass Unternehmer Kammermann in der Vergangenheit viel Geld in die Partei gesteckt hat. Er hat Heinz Müller im Jahre 2010 in seinem Ständerats-Wahlkampf unterstützt. Die ganze Sache hat Müller aber zugesetzt. «Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen.» (rsn)