55 400 Namen und Doppelnamen hat Christian Brunner in der Datenbank des Kantons gefunden – bei einer Gesamteinwohnerzahl von inzwischen 267 836. Von manchen Namensträgern gibt es hierzulande nur einzelne oder einige wenige.

Von anderen gibt es um so mehr: zum Beispiel 2210 Müller, 1704 Meier, oder 1510 Studer. Christian Brunner, wissenschaftlicher Mitarbeiter im kantonalen Amt für Finanzen, hat die Bevölkerungsstatistik 2015 ausgewertet und eine Kantonskarte erstellt, die ihren ganz besonderen Reiz hat. Der bunte Flickenteppich zeigt auf einen Blick, in welchen Gemeinden welche Familiennamen am häufigsten vorkommen.

Von «Nestern» und «Streifen»

Angesichts der absoluten Zahlen zur Verbreitung der einzelnen Nachnamen ist nicht ganz überraschend, dass die Müller oder Meier fast in allen Regionen in der einen oder anderen Gemeinde am häufigsten vorkommen. Neben den von Gemeinde zu Gemeinde wechselnden Dominanzen gibt es die «Nester» oder auch die «Streifen», wobei auch hier wieder Müller und Meier hervorstechen.

Das grösste zusammenhängende Meier-Gebiet liegt im Niederamt (Lostorf, Ober-, Niedergösgen). Ein riesiges Müller-«Nest» gibt es in der Region Solothurn: von Oberdorf (Leberberg) über die Stadt bis Kriegstetten, also weit ins Wasseramt hinaus.

Ebenfalls imposant, drei Bezirke abdeckend, erstreckt sich das Reich der Studer: Nämlich über einen «Streifen», der sich dem Jura entlang von Kestenholz über Oberbuchsiten, Egerkingen (alle Gäu), Hägendorf (Olten) bis Hauenstein-Ifenthal (Niederamt) erstreckt. Das «Nest» der Stampfli liegt im äusseren Wasseramt (Hüniken Etziken, Bolken, Aeschi).

«Die Karte bestätigt diverse Klischees», sagt Christian Brunner schmunzelnd. Etwa die Klischees bezüglich der genannten «Nester» und «Streifen» oder auch jenes, wonach die Hänggi in Nunningen dominant sind, die Nützi in Wolfwil, die Walker in Bettlach oder die Bader und Allemann im Thal verbreitet sind, die Zimmermann im Bucheggberg.

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Nur ein Geschlecht hat es geschafft, in seiner Wohngemeinde nicht nur zahlenmässig den Ton anzugeben, sondern auch noch den Ortsnamen zu stellen: die Winistörfer in Winistorf.

Sind in den meisten Gemeinden mehr oder weniger alteingesessene Nachnamen bis heute dominant, zeigt sich im Wasseramt ein anderes Bild: In Biberist ist der Familienname Dakaj am meisten verbreitet, in Gerlafingen ist der Name Yildiz am häufigsten.

Müller in drei Bezirken vorn

Die Müller, die die kantonale Rangliste anführen, haben die Nase auch nach Bezirken vorne (kleiner Kartenausschnitt oben): Lebern, Wasseramt und der Stadtbezirk Solothurn sind von diesem Nachnamen dominiert.

Die Meier kommen interessanterweise in zwei Bezirken am häufigsten vor, die geografisch weit auseinander liegen: Niederamt und Dorneck. Nur je einen der übrigen fünf Kantonsteile dominieren die Wyss (Bezirk Olten), die Studer (Gäu), die Meister (Thal), die Schluep (Bucheggberg) und die Borer (Thierstein).