Kanton Solothurn
Mitte März hat jeder Zweite seine Steuererklärung noch nicht mal angefasst

Wer seine Unterlagen zu spät einreicht, der muss zahlen. Im Kanton Solothurn lässt man sich davon nicht aus der Ruhe bringen: Zehn Tage vor Einreichefrist hatte erst jeder Sechste das ausgefüllte Formular zurückgesendet.

Lara Enggist
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Zehn Tage vor Ablaufen der Einreichefrist hat im Kanton Solothurn erst ein Sechstel der Steuerpflichtigen das Couvert zurückgesendet. (Symbolbild)

Zehn Tage vor Ablaufen der Einreichefrist hat im Kanton Solothurn erst ein Sechstel der Steuerpflichtigen das Couvert zurückgesendet. (Symbolbild)

KEYSTONE

Manche Menschen verziehen das Gesicht, wenn sie nur schon das Wort hören: Steuererklärung. Die einen haben sie bereits drei Tage, nachdem das Material im Briefkasten lag, ausgefüllt. Bei anderen liegt das Material vier Tage vor Ablaufen der Frist noch immer unberührt unter einem Berg von Zeitungen vergraben. Wann genau man sie innerhalb der Frist ausfüllen möchte, ist jedem freigestellt. Was aber passiert, wenn die Frist nicht eingehalten wird, sieht im Kanton Solothurn für alle gleich aus.

Schon bald ist es soweit: am 31. März sollten alle Steuererklärungen beim Steueramt eingetroffen sein. Ausser diejenigen, bei welchen die Abgabefrist verlängert wurde. Natürlichen Personen ist dies laut Marcel Gehrig vom Steueramt des Kantons Solothurn bis zum 31. März möglich. Bis Ende Juli noch kostenlos, von da an wird es teuer. «Jede weitere Verlängerung kostet den Steuerzahler 30 Franken», sagt Gehrig.

Busse kann teuer werden

Wer keine Verlängerung eingegeben habe und die Frist Ende März verpasst, dem werde eine kostenpflichtige Mahnung zugesendet. Wird diese ignoriert oder die kurze Nachfrist verpasst, erhalte der Steuerpflichtige eine Busse von mindestens 100 Franken. Dieser Betrag kann laut Gehrig aber stark variieren – ein Wiederholungstäter muss bis zu 10'000 Franken hinblättern.

Steuerzahlern, welche die Frist nicht einhalten, blüht nicht nur eine Geldstrafe, sondern es folge zudem eine Veranlagung nach Ermessen. Das heisst aber nicht, dass das kantonale Steueramt die Steuererklärung ausfüllt. Zudem kann die Veranlagung von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen. Es stehe aber jedem zu, bei einer zu hohen Einschätzung innert 30 Tagen gegen die Verfügung Einsprache zu erheben.

Dafür muss man die Steuererklärung mit sämtlichen Belegen einreichen und die Einsprache schriftlich begründen. Sogar, wenn man zu tief eingeschätzt wurde und dadurch weniger Steuern zahlen müsste, empfiehlt Gehrig eine Einsprache. Denn wenn das kantonale Steueramt den Fehler später bemerke, werde der Steuerbetrag korrigiert und müsse nachbezahlt werden. Zum korrigierten Steuerbetrag kommt zudem eine Busse für vollendete Steuerhinterziehung hinzu.

Erst ein Sechstel eingereicht

Von diesen Aussichten schien man sich bisher im Kanton Solothurn nicht sonderlich beunruhigen zu lassen. Nach Angaben des Steueramtes sind per 19. März von insgesamt 167'400 Steuererklärungen, die an natürliche Personen verschickt wurden, erst 27'300 ausgefüllt eingegangen.

Das bedeutet, dass zehn Tage vor Ablaufen der Einreichefrist erst ein Sechstel der Steuerpflichtigen das Couvert zurückgesendet hat. Bei einem Drittel der Steuererklärungen wurde eine Fristverlängerung beantragt. Jeder zweite Steuerzahler im Kanton hatte die Steuererklärung am 19. März weder eingereicht, noch hatte er die Frist verlängert.

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