Verlagerung nach Indien

Mitel streicht in Solothurn 25 Jobs

Im Februar 2014 wurden Mitel und Aastra zusammengeschlossen.

Im Februar 2014 wurden Mitel und Aastra zusammengeschlossen.

Der Standort Solothurn des kanadischen Konzerns Mitel schrumpft weiter. Von den derzeit 112 Arbeitsplätzen am Schweizer Hauptsitz, der Mitel Schweiz AG, werden 25 abgebaut.

Es handle sich um Forschungs- und Entwicklungsarbeitsplätze, wie Ulrich Blatter, Managing Director, auf Anfrage bestätigt. Im Zuge des Zusammenschlusses von Mitel mit Aastra würden die Aktivitäten im Bereich Telekommunikationsanlagen für Unternehmen in Indien konzentriert.

Dadurch verschwinden hochqualifizierte Solothurner Arbeitsplätze. Mitel sei in den Bereichen Mobiltelefonie, Cloud-Communications und eben Enterprise Communications tätig. Letzteres auch in Solothurn angesiedelte Geschäftsfeld stehe stark unter Druck. Blatter spricht von «strukturellen Anpassungen».

Seit dem Zusammenschluss der kanadischen Mitel mit der ebenfalls kanadischen Aastra im Februar 2014 ist der Standort Solothurn unter die Räder gekommen. Nach damaligen Angaben beschäftigte Aastra in der Schweiz 240 Mitarbeitende, davon 170 am Hauptsitz in Solothurn. Nach dem jüngsten Abbau werden es in Solothurn noch 87 Stellen sein.

Schweizweit zählt Mitel aktuell 183 Angestellte. Der Markteintritt von Aastra in der Schweiz erfolgte 2003 mit dem Kauf des Bereiches Enterprise Communications (Telefonzentralen) von Ascom. Nach dem Zusammenschluss von Mitel und Aastra ist unter dem Namen Mitel ein Milliarden-Konzern entstanden.

«Unverständlicher Entscheid»

Als «unverständlich» beurteilt die Gewerkschaft Angestellte Schweiz die angekündigte Verlagerung. Gerade Forschung und Entwicklung seien der Kern der Schweizer Mitel und ihrer Vorgängerfirmen. «Zudem läuft der Standort Solothurn Gefahr, die kritische Grösse für eine existenzfähige Firma zu unterschreiten», heisst es in einer Mitteilung. Deshalb wird Mitel aufgefordert, möglichst auf den Stellenabbau zu verzichten.

Mitel-Schweiz-Chef Blatter versichert, dass am Standort Solothurn festgehalten werde. Zudem sei der Abbau noch nicht vollzogen. Während 30 Tagen laufe nun das Konsultationsverfahren, in welchem die Mitarbeiterkommission Vorschläge zur Verhinderung von Kündigungen ausarbeiten könne. «Aber es wird zu Kündigungen kommen», so Blatter.

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