Amtsgericht Solothurn-Lebern

Mitarbeiter nützte Abhängigkeit einer Vebo-Heimbewohnerin aus

Betreuer wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt

Betreuer wegen sexuellen Missbrauchs angeklagt

Ein 68-jähriger Betreuer muss sich in Solothurn vor Gericht verantworten. Er soll sich über mehrere Jahre an einer behinderten Heimbewohnerin vergangen haben.

Vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern musste sich ein ehemaliger Vebo-Mitarbeiter wegen sexuellen Handlungen mit einer Heimbewohnerin verantworten.

Zwischen 2013 und 2015 soll ein heute 68-Jähriger im Vebo-Wohnheim in Solothurn eine Bewohnerin an den Brüsten und zwischen den Beinen berührt und sie dazu gebracht haben, ihn zu befriedigen. 

Für diese Taten musste er sich am Donnerstag vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern verantworten. Ihm wurde vorgeworfen, die Abhängigkeit ausgenutzt zu haben. Wie Tele M1 berichtet, habe sich die junge geistig behinderte Frau nicht getraut nein zu sagen, da der Betreuer ihre engste Bezugsperson war. 

Der ehemalige Vebo-Mitarbeiter wies die Vorwürfe vor Gericht zurück. Der Beschuldigte behauptete, es sei nie zu sexuellen Handlungen gekommen. Die Annäherungsversuche seine von ihrer Seite gekommen. Immer wieder habe die Bewohnerin ihre Hand auf sein Knie gelegt. 

«Für meine Klientin war es das Schlimmste, dass er die Vorfälle immer wieder bestritten hat», sagt die Privatklägerschaft. Aus ihrer Sicht seien das Schutzbehauptungen gewesen, um sich der Verantwortung zu entziehen. 

Chatverlauf als Beweis

Als einziger Beweis bleibt ein Chatverlauf zwischen dem Beschuldigten und seinem Opfer. Der Beschuldigte forderte immer wieder intime Fotos und Videos von der beeinträchtigen Frau. Auch er schickte ihr intime Aufnahmen. Als Verteidigung sagte er, er habe in dem Zeitpunkt starke Medikamente zu sich genommen. 

Schlussendlich verurteilten die Richter den Sozialpädagoge zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten bedingt und legten ihm ein zehnjähriges Berufsverbot auf. Dazu müssen 5000 Franken Genugtuung an das Opfer bezahlt werden. (ber)

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