Regierungsratswahlen

Mit welcher Kampagne SP, FDP und Grüne ihrer Kandidatin zur Wahl verhelfen wollen

Marianne Meister (FDP), Susanne Schaffner (SP) und Brigit Wyss (Grüne) kämpfen um die zwei noch unbesetzten Regierungsratssitze.

Marianne Meister (FDP), Susanne Schaffner (SP) und Brigit Wyss (Grüne) kämpfen um die zwei noch unbesetzten Regierungsratssitze.

Die Parteien, die immer noch im Rennen um die Regierungsratssitze sind, brauchen zwar ähnliche Taktiken, setzen aber unterschiedliche Geldbeträge ein, um ihrer Kandidatin zum Erfolg zu verhelfen.

Kreuzackerplatz in Solothurn – hier wo vor dem 12. März noch etliche auf Pappe aufgedruckte Politiker um die Aufmerksamkeit der Passanten stritten, hängt einzig noch Werbung für Susanne Schaffner. Die Porträtbilder der anderen Kantonsrats- und Regierungsratskandidaten sind verschwunden. Doch die Plakatlosigkeit täuscht. Der Wahlkampf ist noch nicht vorbei.

Jetzt wird Halbzeit zwei lanciert. Der zweite Wahlgang. Der Kampf um die zwei noch zu vergebenden Sitze in der Solothurner Regierung. In den nächsten Tagen und Wochen werden die Anhänger der FDP, der Grünen und der SP das Konterfei ihrer Regierungsratskandidatin im ganzen Kanton verbreiten. Und wir werden sie wieder an jeder zweiten Strassenecke antreffen. Lächelnd. Marianne Meister. Brigit Wyss. Susanne Schaffner.

Wie viel die Parteien ausgeben

«Dieses Wochenende beginnen wir mit dem Wildplakatieren», sagt Christian Scheuermeyer, Präsident der kantonalen FDP. 50'000 Franken investiert die Partei für den zweiten Wahlgang. Mehr als die beiden anderen Parteien. Die SP gibt auf Anfrage dieser Zeitung an, man habe 15'000 Franken für den zweiten Wahlgang budgetiert, der Präsident der Grünen spricht von 20'000 Franken.

Alle Parteien hoffen aber darauf, dass ihre Anhänger noch den einen oder anderen zusätzlichen Batzen für den Wahlkampf springen lassen. «Wir müssen nochmals jeden Franken zusammenkratzen», sagt Felix Wettstein, Kantonalpräsident der Grünen. Der Bevölkerung sei vielmals gar nicht bewusst, wie viel Geld ein Wahlkampf koste. Geld, dass die drei noch involvierten Kantonalparteien vor allem für das Drucken von Plakaten, Flyern, Prospekten und Schalten von Zeitungsinseraten einsetzen.

Die SP verzichtete im Vorfeld des ersten Wahlganges bewusst darauf, das Datum der Wahl auf die Plakate von Susanne Schaffner zu drucken. «Somit können wir die Plakate auch noch für den zweiten Wahlgang brauchen», sagt Niklaus Wepfer, Parteisekretär der SP. Eine andere Strategie wählt die Grüne Partei. Sie machten von ihrer Regierungsratskandidatin ein neues Porträtfoto. «Das heisst nicht, dass das erste schlecht war», sagt Wettstein, «sondern wir wollen einfach nochmals frischen Wind in den Wahlkampf bringen.»

Viele Hände schütteln

Die Wähler sollen aber die Kandidatinnen nicht nur von den Plakaten kennen, sondern auch vom persönlichen Kontakt. Auf diese Strategie setzen alle drei Parteien und versuchen, ihre Kandidatin auf möglichst vielen Anlässen auftreten zu lassen. Heute Morgen beispielsweise ist Marianne Meister auf dem Wochenmarkt in der Stadt Solothurn präsent, gemeinsam mit Petra Gössi, Präsidentin der FDP Schweiz. Im Wahlkampf gilt: «Möglichst viele Hände schütteln», sagt Charlie Schmid, Wahlkampfleiter der kantonalen FDP.

Wie wild herumtelefonieren, so lautete die Strategie der SP vor dem ersten Wahlgang. Dabei führte die Partei 7500 Telefonate mit Parteisympathisanten. Die Strategie war erfolgreich – mit vier hinzugewonnenen Sitzen war die SP die grosse Siegerin der Kantonsratswahlen.

Dennoch verzichtet die Partei jetzt auf ihre Telefonkampagne: «Wir wollen unsere Wähler nicht überstrapazieren», begründet Parteisekretär Wepfer den Entscheid. Ansonsten nimmt die Partei keine grossen Strategieänderungen vor. «Wir haben eine gute Stimmung geschaffen und nicht gegen den Konkurrenten geschossen, sondern uns auf uns konzentriert. Daran wollen wir festhalten», sagt Wepfer.

Daran hielten sich auch die anderen Parteien. Es war bislang ein braver Wahlkampf und wird wohl ein braver Wahlkampf bleiben. Doch eines ist sicher: Jetzt lachen noch alle drei Kandidatinnen von den Plakaten, Flyern und in den Prospekten. Doch einer von den drei Frauen wird am 23. April das Lachen vergehen. Denn eine Frau geht leer aus.

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