Solothurn
Mit gestohlenem Mustang Unfall gebaut: Raser wird jetzt angeklagt

Die Solothurner Staatswanwaltschaft erhebt Anklage wegen versuchter vorsätzlicher Tötung gegen den Fahrer eines gestohlenen Mustangs, der im Oktober 2011 im Baseltorkreisel in Solothurn einen Unfall verursachte.

Drucken
Teilen
«Es war ein grosser Fehler», sagte der damals 18-Jährige kurz nach dem Unfall.

«Es war ein grosser Fehler», sagte der damals 18-Jährige kurz nach dem Unfall.

ak/TeleM1

Die Staatsanwaltschaft hat die Strafuntersuchung im Zusammenhang mit dem Unfall im Baseltorkreisel in Solothurn vom 11. Oktober 2011 abgeschlossen. Sie hat beim Richteramt Solothurn-Lebern Anklage wegen versuchter vorsätzlicher Tötung erhoben, wie sie am Donnerstag mitteilt.

Der damals 18-jährige Bosnier war mit einem aus seinem Bekanntenkreis entwendeten Ford Mustang ohne Kontrollschildern und nur mit Lernfahrausweis durchs Wasseramt und durch Solothurn unterwegs. Dabei missachtete er mehrere Verkehrsregeln. Unter anderem entzog er sich beim Hauptbahnhof Solothurn einer Polizeikontrolle.

 Beim Baseltorkreisel kriegte der 18-Jährige die Kurve nicht und prallte in den blauen Kombi.
11 Bilder
Verkehrsunfall am Baseltorkreisel in Solothurn vom 11.10.2011
 Der Fahrer des Mustangs musste mit Schneidwerkzeug geborgen werden.
 Die Polizei hatte vorher beim Hauptbahnhof versucht, den Fahrer anzuhalten. Der 18-Jährige hatte sich aber der Kontrolle entzogen.
 Die Lenkerin des blauen Kombis und ihr Kind verletzten sich leicht. Der Unfallfahrer wurde ins Spital gebracht.

Beim Baseltorkreisel kriegte der 18-Jährige die Kurve nicht und prallte in den blauen Kombi.

Andreas Kaufmann

Beim Baseltorkreisel verlor er dann beim Abbiegen Richtung Riedholz die Kontrolle über den Mustang, krachte in einen dort stehenden blauen Kombi und anschliessend in einen Metallpfosten. Die beiden Insassen des stehenden Fahrzeugs - eine Lenkerin und ihr Kind - erlitten durch die Kollision leichte Verletzungen. Der Unfallverursacher selbst wurde in seinem Auto eingeklemmt und musste mit Schneidwerkzeug geboren werden.

«Es tut mir wirklich Leid für die Frau und das kleine Kind», sagte der Unfallfahrer zwei Tage nach dem Vorfall gegenüber der Regionalsender Tele M1. Erst nach dem Unfall habe er überhaupt realisiert, was geschehen sei. «Es war ein grosser Fehler.»

Beschuldigter geständig

«Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten vor, die möglichen Folgen seiner unverantwortlichen Fahrweise vorhergesehen und den Tod von Verkehrsteilnehmern in Kauf genommen zu haben», heisst es im Communiqué der Staatsanwaltschaft weiter. Deshalb hat sie auch Anklage wegen versuchter vorsätzlicher Tötung erhoben. Zusätzlich muss sich der Beschuldigte wegen weiterer Straftaten, insbesondere wegen Strassenverkehrs- und Betäubungsmitteldelikten, vor Gericht verantworten.

Der Beschuldigte gesteht laut Staatsanwaltschaft den Tathergang.

Der Termin der Hauptverhandlung vor dem Richteramt Solothurn-Lebern steht noch nicht fest. (ldu)

Aktuelle Nachrichten