Kantonsratspräsident 2012
Mit FC Basel-Schal und Solothurner Tracht: So feierte der höchste Solothurner

Christian Imark (SVP, Fehren) ist mit 29 Jahren der jüngste Politiker, der die Solothurner Volksvertretung je präsidiert hat. Dies feierte er am Donnerstag mit einer Kantonsratspräsidenten-Feier. Manches war einmalig.

Christian von Arx
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Christian Imark wird als Kantonsratspräsident gefeiert
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 Christian Imark bei der Schlussansprache an der Feier.
 Obwohl GC-Fan brachte FDP-Fraktionschef Yves Derendinger aus aktuellem Anlass einen FCB-Schal mit.
 Christian Imark und Hans-Roth-Ehrenkleidträger Eduard Roth.
 Ein Anisbrötli-Schwarzbub.

Christian Imark wird als Kantonsratspräsident gefeiert

Speziell an der Feier war sicher auch, dass der neue höchste Solothurner in einer Tracht auftrat: In schwarz-weisser Schwarzbuben-Männertracht natürlich. In Erinnerung bleiben wird schliesslich, was sich zeitgleich mit der Imark-Feier 16 Kilometer weiter nördlich im St. Jakob-Park abgespielt hat: Der 2:1-Sieg des FC Basel in der Champions League gegen Manchester United.

Zwei Volltreffer an einem Abend

Und damit nicht genug der Verbindungen zum FCB: Amtsvorgänger Claude Belart (FDP, Rickenbach) überreichte dem jungen Kantonsratspräsidenten eine VIP-Karte für den Besuch eines Spiels des FC Basel.

Ein zweiter Volltreffer war an diesem Abend das Geschenk, das der FDP-Fraktionspräsident Yves Derendinger (Solothurn) für Imark mitgebracht hatte: Ein blau-roter FCB-Schal. Derendinger, der sich als eingefleischter Fan des Zürcher Grasshopper-Clubs outete, wird es nicht bereut haben, dass er für diesen Gag zähneknirschend und naserümpfend erstmals einen Fanartikel-Laden des FC Basel hatte betreten müssen.

LED-Lampe gegen dunkle Machenschaften

Die andern Fraktionen beschenkten Christian Imark mit Objekten, die ihm bei der Leitung des Kantonsrats dienen sollen. So brachte der eigene «Fraktionsvater» Herbert Wüthrich (SVP, Gerlafingen) eine eigens für Imark gegossene, mit Namen und Solothurner Wappen versehene Präsidentenglocke aus der Aarauer Glockengiesserei Rüetschi mit.

Von Roland Heim (Solothurn), Chef der «Schwarzen», gabs schwarze Socken, und Franziska Burkhalter (SP, Biberist) zauberte ein rotes Diabolo hervor, mit dem der neue Ratszirkusdirektor das Jonglieren üben kann. Die Grüne Barbara Wyss (Solothurn) überreichte Imark eine LED-Lampe zum Ausleuchten der «gefährlichen Ecken des Schwarzbubenlandes», dazu beruhigenden Münzentee aus Wyss' Privatplantage.

Roland Heims Verskunst
Unter den Reden der Fraktionspräsidenten glänzte einmal mehr Roland Heim (CVP) mit Versen in unnachahmlichem Mundart-Hochdeutsch. Darin schilderte er etwa die Versammlung im «Gigersloch», wo sich Imark als 16-jähriger Töfflibub an den süffigen SVP-Tönen berauscht hatte:

Von Blocher hört' er und von Küng,
vo rote, schwarze, grüene Hüng.
S' wurd' geflucht und diskutiert,
heftig auch argumentiert,
was si alles besser mieche.
«Hei, das sind scho geili Sieche»,
denkt Christian und wott no meh:
Sit denn isch är ir SVP.

250 Personen, darunter Gemeinde- und Kantonsbehörden, die Solothurner Regierung, SVP-Nationalrat und Parteipräsident Walter Wobmann, die Neo-Nationalräte Philipp Hadorn (SP), Stefan Müller und Urs Schläfli sowie Ständerat Pirmin Bischof (CVP), waren ins Thierstein gereist. Der abtretende Ratspräsident Claude Belart und Landammann Christian Wanner (FDP) schlugen in ihren Reden väterliche Töne an, und der in Fehren aufgewachsene Walter Straumann behielt seinen «Ziehsohn» stets im Auge.Einmaliges Präsidiumsjahr 2012

Den Höhepunkt aber setzte Christian Imark selbst: Mit seiner höchst eigenständig gestalteten, gereimten, aber ernsthaften Schlussansprache. Im ersten Teil rief er Merkpunkte von Solothurns Geschichte in Erinnerung: Burgunderreich, Hans Roth, Ambassadorenzeit und Balsthaler Tag. Im zweiten Teil wandte er sich seinem Präsidialjahr 2012 zu: «Im Mai verlässt der grosse Rat / seine vertraute Bastion (...) Grenchen und Nunningen sind dann des Landes Hauptstädte.»