Spargeln aus der Region
Mit etwas Verspätung findet man nun die Spargeln auch in der Region Solothurn

Der Frühling war kalt und nass. Darunter hatten auch die Spargelkulturen in der Region zu leiden. Mit etlichen Tagen Verspätung läuft nun die Ernte auch hier an.

Daniel Fasel
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In der Region gedeiht vor allem der Grünspargel.

In der Region gedeiht vor allem der Grünspargel.

Hanspeter Bärtschi

Zuerst kommen sie aus Mexiko, dann aus Griechenland, Spanien - bis endlich auch Spargeln aus der Region zu haben sind. Deren Liebhaber mussten sich heuer in Geduld üben. Wegen des schlechten Aprilwetters verzögerte sich die Ernte der ersten Triebe um eine bis zwei Wochen. Wie sich die Verspätung auf den Ernteumfang auswirken wird, ist gemäss befragten Spargelproduzenten noch unklar. Zu viel Wasser, wie in vergangenem April, könne den Wurzeln nämlich Schaden zufügen. Die Spargelbauern in der Region geben sich aber zuversichtlich und hoffen auf beständiges Maiwetter.

Rund ein Dutzend Produzenten

Es gibt nur ein geschätztes Dutzend Spargelproduzenten im Kanton. Deren Produkte sind umso gefragter. «Regionalität spielt eine wichtige Rolle», meint Landwirt Bernhard Gasche aus Bolken. Viele Spargelliebhaber verzichten bewusst auf importierte Gemüsespargeln, und freuen sich umso mehr auf Einheimische. Das ermöglichte Gasche, jedes Jahr etwas mehr Spargeln anzubauen. Heuer sinds schon 2,2 Hektaren. Dass das edle Gemüse aus der Region teurer ist als die Importprodukte, tut dessen Beliebtheit keinen Abbruch.

Weniger anspruchsvoll

Vor allem die Grünspargeln werden im Solothurnischen kultiviert. Sie wachsen ausserhalb des Bodens und sind deshalb bezüglich Bodenbeschaffenheit weniger anspruchsvoll als die weisse, die sogenannte Bleichspargel. Therese und Isidor Ambühl-Ingold aus Subingen pflanzen seit 20 Jahren grüne Gemüsespargeln an. Die Ernte verzögere sich dieses Jahr auch bei ihnen, dafür seien dann alle Spargeln fast auf einen Schlag erntereif. Ein Problem für den Absatz sei das aber nicht.

Auch Jakob Eggenschwilers Spargeln gehen jedes Jahr weg wie warme Semmeln. Der Laupersdörfer hat nach eigenen Angaben im näheren Umfeld «praktisch keine Konkurrenz». Soeben hat er seine ersten Spargeln geerntet - 60 Aren warten auf die Ernte, die bis Mitte Juni abgeschlossen sein soll.

Böden nicht optimal

Wenn sich hiesige Spargeln so gut verkaufen - warum gibt es dann nicht mehr Produzenten? Die meisten Böden im Kanton seien für den Anbau nicht optimal geeignet, erklärt Philipp Gut, Leiter der Fachstelle Spezialkulturen am Bildungszentrum Wallierhof. Gemüsespargeln benötigen lockeren, sandigen Boden sowie einen trockenen und sonnigen Frühling. Diesbezüglich sei die Region klar im Nachteil, führt Gut aus. Zudem sei der Anbau risikoreich und teuer. Aber die Konsumenten schätzten sehr wohl Frischgemüse, «dessen Produzenten man kennt».

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