Auf dem Dach der Firma Truninger in Langendorf prangen 936 japanische Photovoltaik-Module. Die Anlage ist seit Anfang August am Netz. Sie liefert mehr als ausreichend Strom für die Firma: Es können auch gleich noch 20 weitere Haushaltungen versorgt werden. Dies schreibt Inhaber Rolf Truninger in einer Mitteilung.
Die Anlage habe 600 000 Franken gekostet und werde sich etwa innert 16 Jahren amortisieren, sagt er auf Anfrage.

Umweltschutz als Vorwand
«Ich kann den Zeitungsberichten nicht wirklich Glauben schenken, in denen von Umweltschutz die Rede ist. Denn natürlich ist auch immer das handfeste Interesse am Gewinn vorhanden», betont Truninger. Und er gibt unumwunden zu: «Eine Solaranlage auf dem eigenen Dach ist natürlich lässig, die Technik spannend. Aber es sich muss sich auch immer rechnen».

Ob nun viele Firmen auf den Zug aufspringen? Truninger meint, dies hänge unter anderem von der finanziellen Situation eines Unternehmens ab. «Denn mit einer Photovoltaik-Anlage kann man nicht so schnell reich werden.» Es hänge auch von der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), dem Subventionsprogramm für erneuerbare Energien, ab, ob sich künftig mehr Firmen für die Installation einer Photovoltaik-Anlage entscheiden.

Die Vergütung kann bei der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid beantragt werden und berechnet sich anhand der Grösse und Leistung einer Anlage. Die KEV kann bis zu 25 Jahren bezogen werden. Auch eine Einmalvergütung ist möglich: Sie beträgt derzeit rund einen Drittel der Investitionkosten einer Anlage, erklärt Hans-Heiri Frei, KEV-Verantwortlicher der Swissgrid.

Wie viele Unternehmen derzeit auf Solarbetrieb umsteigen, lasse sich aufgrund fehlender Auswertungen aber noch nicht sagen. Künftig dürfte sich die Vergütung aber kaum mehr lohnen: Mit dem revidierten Energiegesetz sollen die Fördergelder nämlich ab 2014 um bis zu 40 Prozent gekürzt und die Dauer der finanziellen Unterstützung auf 15 Jahre gestutzt werden.

Da die Netzgesellschaft ausserdem mit der Bearbeitung der Aufträge hinterherhinkt, konnten bisher nur die bis 2010 eingegangen Anträge bearbeitet werden. «Viele Anfrager haben bereits die Lust verloren oder zu einem Fördersystem gewechselt», berichtet Swissgrid-Mediensprecher Andreas Schwander.

Kanton als Alternative

Eine Alternative ist dabei die Förderung durch den Kanton. Gemäss Urs Stuber, Leiter der kantonalen Energiefachstelle Solothurn, sind in diesem Jahr bereits 104 Gesuche gestellt worden. In 158 Fällen wurden Subventionen ausbezahlt, was einer Gesamtsumme von 860 000 Franken entspricht.

Bis Ende Jahr werden sich die Fördergelder auf schätzungsweise 1,25 Millionen belaufen. Ob sich unter den Gesuchstellern viele Firmeninhaber befinden, kann Stuber aber nicht sagen, da der Fachstelle nur Zahlen über die vom Kanton geförderten Anlagen vorliegen.

Erfolgreiche Genossenschafter

Deutliches Interesse von Firmen kann dafür Max Bobst verzeichnen, Präsident der Genossenschaft Optima-Solar aus Solothurn. Die Genossenschaft besteht derzeit aus 519 Genossenschaftern und verfügt über ein Kapital von 3,4 Millionen Franken. Bisher sind daraus elf Anlagen entstanden.

Viele Firmen seien an einer Zusammenarbeit interessiert, berichtet Bobst. Dabei stellen die Firmeninhaber ihr Dach zur Verfügung, während Optima-Solar den Bau übernimmt. «Es gilt der Genossenschaftsgedanke: Das beteiligte Unternehmen erhält eine Entschädigung in Form von Anteilsscheinen. Diese beläuft sich auf 5 Prozent der Netto-Investitionssumme der Anlage», erklärt er das Prinzip. Vielen Interessenten sei der Gewinn dabei aber zu gering.

Der Beitritt zur Genossenschaft hätte für die wenigsten ideelle Gründe, bestätigt Bobst: «Neben dem Gewinninteresse steht auch häufig der Marketing-Gedanke im Vordergrund.»