Kanton Solothurn
Mit einem neuen Webtool gegen Littering kämpfen

Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn lanciert die vielversprechende «Littering-Toolbox», die konkrete Problemstellungen und mögliche Massnahmen beinhaltet. Als Plattform soll sie Akteure vernetzen, welche die Box mit ihren Projekten weiterfüllen.

Deborah Onnis
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So präsentiert sich die benutzerfreundliche Oberfläche der Littering-Toolbox.

So präsentiert sich die benutzerfreundliche Oberfläche der Littering-Toolbox.

printscreen/littering-toolbox.ch

Das Phänomen Littering verursacht in der Schweiz jährlich 150 Millionen Franken Reinigungskosten – Tendenz steigend. Nachdem diesem Trend in den letzten Jahren mit Bussen, Präventions- und Sensibilisierungskampagnen entgegengewirkt wurde, soll nun ein vielversprechendes Hilfsinstrument zum Einsatz kommen: die Littering-Toolbox.

Martin Moser, Littering-Spezialist beim Amt für Umwelt des Kantons Solothurn, informierte kürzlich Gemeindevertreter und andere Interessierte über das webbasierte Tool, welches unter www.littering-toolbox.ch abrufbar ist. Das modern gestaltete Instrument mit einer benutzerfreundlichen Navigation soll als Austausch-Plattform für Entscheidungsträger aller politischen Ebenen fungieren. In der Toolbox sind zudem Grundinformationen zum Thema Littering und Beispiele für konkrete Problemstellungen mit möglichen Lösungsmassnahmen zu finden.

Die Erklärungstexte sind dabei kurz gehalten, was ein schnelles Finden der benötigten Informationen ermöglicht. Das Webtool will aber keine exakte Anleitung bieten, sondern viel mehr Werkzeuge für Massnahmen zur Verfügung stellen.

Unterschiedliche Ursachen

Da die Ursachen und Einflussfaktoren des Littering sehr unterschiedlich sind, liefert das Tool zurzeit nur einige idealtypische Situationen, wie beispielsweise Badewiese, Bahnhofplatz und Parkanlage. Weitere sollen aber laut Moser noch folgen. Gefragt sind da aber vor allem die Anti-Littering-Akteure selbst. Diese sollen nämlich mit ihren Erfahrungsberichten die Box weiter füllen.

Am meisten Sinn mache die Anti-Littering-Kampagne, wenn jeweils die einzelnen Gemeinden «in die Tiefe gehen» und der individuellen Ursache ihres Littering-Problems auf den Grund gehen. Denn: Die Gemeinden kennen ihr Umfeld am besten. Mit jeder Projekterfahrung solle die Toolbox laufend von den betroffenen Akteuren «genährt» werden und wertvolles Wissen und Anhaltspunkte für nächste Projekte liefern. «Dabei soll nicht nur von den guten Erfahrungen berichtet werden, sondern auch von den schlechten», so der Littering-Spezialist Moser. Dadurch werden die hoffentlich zahlreichen Akteure vernetzt werden und voneinander profitieren können.

Konzept aus Thurgau

Die Idee des webbasierten Tools beruht auf die Anti-Littering-Kampagne des Kantons Thurgau. Um den schweizweiten Einsatz des Instrumentes zu ermöglichen, wurde das Instrument durch die Kantone Thurgau, Solothurn, Zürich, St. Gallen, Schwyz, Glarus, Zug sowie die Stadt Zug und das Fürstentum Liechtenstein weiterentwickelt und finanziert.

Daran beteiligt waren auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU), die Konferenz der Vorsteher der Umweltämter (KVU) sowie die Fachorganisation «Kommunale Infrastruktur» des Gemeinde- und Städteverbands und die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU). Letztere wird in Zukunft die dreisprachige Toolbox (Deutsch, Französisch, Italienisch) betreuen.

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