Kulturlandverlust im Gäu

Sehr geehrte Frau Bundesrätin

Die Gäuer Bäuerinnen und Bauern sind sehr besorgt über die rasanten Kulturlandverluste in der Gegend des Solothurnischen Gäus. Durch die wirtschaftliche Entwicklung, den Ausbau der Autobahn A1 auf sechs Spuren und den Hochwasserschutz werden der Landwirtschaft laufend erhebliche Flächen entzogen. Der Kulturlandverlust ist für die gesamte Gesellschaft ein Problem, das sich in Zukunft noch stark akzentuieren wird. Wir Bäuerinnen und Bauern spüren den Kulturlandverlust sofort und sehr direkt. Für uns ist das Kulturland nicht einfach eine Vermögensanlage sondern es ist ein lebensnotwendiger Produktionsfaktor für unsere Landwirtschaftsbetriebe. Mit jedem verlorenen Acker reduziert sich unsere Existenz massiv.

Wir sind in grosser Sorge über die Auswirkungen des Autobahnausbaus A1. Zusammen mit dem Solothurner Bauernverband haben wir 2013 verlangt, dass die Autobahn unter Tag geführt wird und dadurch der Kulturlandverlust reduziert wird. Leider wurde diese, sowohl aus landwirtschaftlicher, als auch aus ökologischer und landschaftsschützerischer Sicht sehr wünschbare Variante nicht weiter verfolgt.  Wir bedauern dies sehr.

Der Ausbau der Autobahn bringt für die angrenzenden Bewirtschafter direkte Flächenverluste durch die Verbreiterung der Autobahn.

Zusätzliche Flächenverluste werden durch den Autobahnausbau indirekt verursacht wie z.B. durch:

  • Den Bau einer grossen Wildtierquerung im Raum Oberbuchsiten/Niederbuchsiten.
  • Die Realisierung von ökologischen Ersatzmassnahmen als Kompensation für den Ausbau der Autobahn.
  • Den Bau der Anschlussbauwerke (Brücken, Autobahnanschlüsse etc.).
  • Zusätzliche weitere Bauwerke, welche für den Betrieb der Autobahn oder der anderen Verkehrsträger notwendig sind (z.B. Regenrückhaltebecken etc.). 

Wir ersuchen Sie, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten dafür einzusetzen, dass:

1. Der Ausbau der Autobahn A1 möglichst flächensparend vorgenommen wird.

2. Bei den Folgeprojekten, wie der Wildtierquerung, dem ökologischen Ausgleich oder den Annexbauwerken ebenfalls auf eine Schonung des landwirtschaftlichen Kulturlandes Rücksicht genommen wird.

3. Die Flächenverluste der aktiven Landwirtschaftsbetriebe zu 100 % kompensiert werden.

4. Die Bewirtschaftungsnachteile durch schlechtere Feldformen oder erschwerte Erschliessungen der Flur vollständig zu behoben werden. Dort wo dies nicht möglich ist, sind sie zu kompensieren. Die Kompensation sollte wenn immer möglich über eine Flächenvergrösserung der aktiven Landwirte erfolgen.

Wir danken Ihnen, dass Sie unsere Anliegen bei der Weiterbearbeitung dieses Verkehrsinfrastrukturprojekts im Gäu mitberücksichtigen und stehen für weitere Auskünfte oder einen Augenschein vor Ort gerne jederzeit zur Verfügung.

Freundliche Grüsse

Die Gäuer Bäuerinnen und Bauern

Acht Mahnfeuer gegen 6-spurige Autobahn

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Der geplante Ausbau der Autobahn A1 zwischen Luterbach und Härkingen sorgt für Entrüstung. Deswegen protestierten die Anwohner in der Nacht auf Donnerstag mit Feuern entlang der Autobahn.