Zufrieden blickt Konrad Stuber, Geschäftsführer Seilbahn Weissenstein AG, auf das vergangene Betriebsjahr zurück. Die im Dezember 2014 in Betrieb gesetzte Gondelbahn hat sich etabliert und befördert zahlreiche Besucher von Oberdorf auf den Weissenstein.

«Wir hatten vier bis fünf wirklich schlechte Monate», berichtet Stuber. Schuld daran sei hauptsächlich das Wetter. Der Sommer war eher regnerisch und im Winter fehlte lange der Schnee. «Wir merkten auch, dass der Anfangshype vorbei war», so Stuber. 100 000 Zutritte zählte die Bahn im ersten Jahr.

Zahlen für das zweite Jahr kann Studer noch nicht angeben. Es war jedoch erwartungsgemäss schwächer als das erste Jahr. Die Gondelbahn sei nun nicht mehr ein neues Highlight, sondern ein bekanntes Angebot. Nichtsdestotrotz werde die Bahn rege benutzt, so war beispielsweise der Dezember ein guter Monat, wie der Geschäftsführer erklärt.

Viele Pläne fürs nächste Jahr

Für die kommenden Jahre stehen bereits einige Projekte an. Die geplante Bikestrecke sei im Nutzungsplanverfahren vorgesehen und werde als grosses Projekt sicherlich im nächsten Jahr in Angriff genommen, wie Stuber erklärt. Von der Berg- bis zur Talstation sollte die neue Bikestrecke verlaufen.

Zum jetzigen Zeitpunkt führe eine inoffizielle Strecke die vielen Biker ins Tal, «diese vorhandene Strecke muss ausgebaut und offiziell gestaltet werden», so Stuber. Wanderer und Biker sollten getrennt werden, damit einerseits die Sicherheit gewährleistet werden kann, andererseits, damit die Biker nicht wild und willkürlich den Berg hinunterflitzen.

Dies sei schliesslich auch nicht optimal für die Flora des Weissensteins, wie Stuber bemerkt. Durch den Ausbau der Bikestrecke erhofft sich das Seilbahnunternehmen auch mehr Attraktivität für sportliche Velofahrer.

Ein weiteres wichtiges Projekt sei auch der Umbau des Kurhauses. Daran beteilige sich die Seilbahn Weissenstein AG nicht, dennoch erhoffe man sich nach erfolgreichem Umbau eine weitere Belebung des Solothurner Hausberges.

Kein Anschluss an die SBB

Die Besucher auf dem Weissenstein seien hauptsächlich Menschen aus der Region, sagt Stuber, «aber immer wieder sehe ich auch Autokennzeichen aus der ganzen Schweiz.» Für Autofahrer ist der Weissenstein gut erschlossen. Für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs hingegen ist die Seilbahn nicht optimal im Fahrkartennetz der SBB integriert: Zurzeit gibt es noch keine Kombi-Angebote und die Seilbahn gehört nicht zum regionalen Libero-Verbund.

Die alte Seilbahn war hingegen dem SBB-Railway-Angebot angeschlossen. Um dies auch für die neue Bahn zu erreichen, seien Diskussionen im Gange. Hauptsächlich stünden praktische Gründe im Weg, «die gesamte Automation müsste gewechselt werden. Heute kann nicht wie früher jemand am Eingang stehen und die Abonnements und Fahrkarten überprüfen.»

Dafür bräuchte es spezielle Maschinen, wie Stuber erklärt. Auch preislich spreche einiges dagegen, der Eintritt in die SBB oder in den Libero-Verbund sei sehr teuer; man spricht von fünfstelligen Beträgen. Momentan sei dies für die Weissenstein Seilbahn AG schlicht noch nicht rentabel.

Alles in allem zeigt sich jedoch Konrad Stuber erfreut, «die Erwartungen wurden übertroffen, wir sind auf dem besten Weg».