«Etwa eine Stunde» daure das Aufladen eines Elektroautos, schätzen deutsche Touristen an der Autobahnraststätte Deitingen Nord. Sie sind mit dem Car auf einer Reise. An der Raststätte machen sie Pause und sehen zu, wie sich eine Gruppe von Menschen um eine Tanksäule versammelt. Die Touris bestaunen auch Teslas und Elektroautos, die hier aufgeladen werden. Bei der Tanksäule handelt es sich um die neuste Schnellladestation der AEK Energie AG, die am Montag eingeweiht wurde. Bis ein Elektroauto aufgeladen ist dauert es aber nicht eine Stunde, sondern rund 20 Minuten. Tanken an der Schnellladestation geht ungefähr zehnmal schneller als das Aufladen zu Hause. 

Die Tanksäule an der Raststätte Deitingen Nord ist die dritte Ladestation der AEK im Kanton Solothurn. Vorerst seien keine weiteren geplant, so AEK-Chef Walter Wirth. Aber: «Wir beobachten den Markt.» Werde die Nachfrage an Elektroautos grösser, so brauche es auch mehr Ladestationen.

Im Moment wachsen die Verkaufszahlen zwar nicht mehr. «Wir rechnen aber damit, dass die Nachfrage wieder steigt», so Wirth. In zwei bis drei Jahren gebe es nämlich wieder neue Modelle, auf welche Interessierte noch warten.

Kanton will mehr Ladestationen

Im Kanton Solothurn gibt es noch zu wenig Ladestationen für Elektroautos, ist Regierungsrat Roland Fürst überzeugt. «Es gibt in der Region schon immer mehr», so der Vorsteher des Bau- und Justizdepartementes. «Aber noch nicht genug.» Das brauche Zeit – wie damals, als die Benzintankstellen aufgekommen seien, fügt Fürst schmunzelnd hinzu.

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Der Kanton unterstütze Elektromobilität mit ihrer «Vorbildfunktion», so Fürst. «Bei der Beschaffung kantonseigener Fahrzeuge soll künftig standardmässig geprüft werden, ob auch mit einem Elektroantrieb der Verwendungszweck erfüllt werden kann.» Zudem zahlen Lenker von Elektroautos keine Motorfahrzeugsteuern. Damit mehr Leute auf Tesla und Co. umsteigen, brauche es nebst alltagstauglichen Fahrzeugen auch Ladestationen an günstigen Lagen, betont Fürst – so wie an der Autobahnraststätte Deitingen Nord.

Bezahlen mit dem Smartphone

Bei der Raststätte Deitingen Nord können gleichzeitig zwei Elektroautos laden. Laut der AEK kann hier jedes Modell aufgetankt werden. Nur: An der Tanksäule gibt es drei Stecker. Je nach Fahrzeug braucht der Lenker noch einen Adapter, damit er Strom tanken kann. Nach dem Tanken kann er online oder mit Kundenkarte bezahlen. Die Station ist nämlich am öffentlichen Ladenetz «easy4you» angeschlossen. Dazu gibt es eine App für das Smartphone. Der Lenker kann sich im Internet registrieren und dann mit dem Handy zahlen. Einen Einheitspreis für eine Tankladung gibt es noch nicht.

An einigen Stationen ist der Strom noch gratis. Auch bei Tesla und Co. variieren die Preise – je nach Modell. Es gebe Fahrzeuge «für die Mittelklasse», ab rund 40'000 Franken, so Wirth. Dafür aber auch Luxusvarianten für 100'000 Franken. «Das ist mir zu teuer», antworten die deutschen Touristen vor ihrer Weiterreise einstimmig auf die Frage, ob sie sich selbst ein Elektroauto zulegen würden, wenn das Tanken nicht mehr Stunden dauert.

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