Solothurn
Mit dem BBZ wird ein «ganz besonderer Bau mit einer ausgezeichneten Hülle» eingeweiht

In der Solothurner Vorstadt wurde am Dienstag das BBZ Solothurn-Grenchen mit einem Festakt offiziell eingeweiht.

Hans Peter Schläfli
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Die Schüler haben ab sofort das Sagen im neuen BBZ.
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Schüler und Prominenz aus Politik, Architektur und Wirtschauft lauschen den Ausführungen des BBZ-Direktors Rolf Schütz.
Eine illustre Runde stiess auf das neue Berufsbildungszentrum an.
BBZ-Direktor Rolf Schütz hält seine Einweihungs-Rede
Die Regierungsräte Roland Fürst und remo Ankli applaudieren BBZ-Direktor Rolf Schütz.
Rolf Schütz präsentiert den symbolischen Schlüssel
Regierungsrat Remo Ankli hält seine Ansprache bei der Einweihung
Daniel Laubscher, ehemaliger Solothurner Stadtplaner, lauscht den Ausführungen der Festredner.
Regierungsrat Remo Ankli (Bildung) erhält von Regierungsrat Roland Fürst (Bau) symbolisch den Schlüssel
Regierungsrat Roland Fürst hält seine Ansprache anlässlich der Schüsselübergabe im BBZ.
Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli
Der symbolische Schlüssel für das BBZ.
Der Solothurner Rapper Manillio sorgte für die Show.
Die herrliche Aussicht von der Loggia des neuen BBZ auf den Park und die St.-Ursen-Kathedrale im Hintergrund.
Filigraner Einblick in ein Schulzimmer.
Der erste Informatikunterricht im neuen BBZ Solothurn-Grenchen
Alfredo Pergola (Projektrealisierung) und Bernhard Mäusli (Kantonsbaumeister) testen das Sofa im Aufenthaltsraum, während die BBZ-Schüler im Hintergrund bereits heftig lernen
Einblick ins Sekretariat im neuen BBZ.
Das BBZ Solothurn-Grenchen wird eingeweiht
Gesamtprojektleiter Thomas Schwaller.

Die Schüler haben ab sofort das Sagen im neuen BBZ.

Hans Peter Schläfli

BBZ. Diese Abkürzung könnte vieles bedeuten: «Beeindruckend, im Budget, in der Zeit», meinte zum Beispiel Landammann Roland Fürst in seiner Ansprache im Rahmen der symbolischen Schlüsselübergabe am Dienstag.

Dann strapazierte er fürstlich und willentlich die Abkürzung, die tatsächlich für Berufsbildungszentrum Solothurn-Grenchen steht: «baldmöglichst, beweglich, zielstrebig», «bereichernd, beständig, zeitgemäss», und «blutjung, bemerkenswert und zweckdienlich». Das kam bei den geladenen Gästen aus Politik, Bildung und Wirtschaft sehr gut an.

Im Anschluss an seine kreativen Interpretationen der Abkürzung lobte Roland Fürst die Architektur. «Die Vorstadt wird mit dem BBZ städtebaulich und architektonisch aufgewertet.» Die Zertifizierung nach dem Standard Minergie-P-Eco sei ein wichtiger Beitrag an die Nachhaltigkeit. «Im Untergeschoss wurde Platz für das Rechenzentrum der kantonalen Verwaltung frei. Dies hatte Einfluss auf die Haustechnik. Die Kühlung der Räume mit den Rechnern erfolgt mit Grundwasser.»

Dann übergab Fürst in seiner Funktion als Vorsteher des Bau- und Justizdepartements den Schlüssel des neuen Berufsbildungszentrums an Remo Ankli, den Vorsteher des Bildungs- und Kulturdepartements.

Ankli lobte seinerseits das BBZ als «ganz besonderen Bau, mit einer ausgezeichneten Hülle und einem ausgeklügelten Innenleben. Wir setzen mit diesem modernen Neubau einen zukunftsweisenden Meilenstein für den Bildungsstandort Solothurn.» Sechs von zehn Jugendlichen wählen im Kanton Solothurn eine Berufsbildung als Einstieg in das Erwerbsleben. «Die zeitgemässe Schul- und Lernumgebung unterstützt die künftigen Berufsfachleute auf ihrem Werdegang.»

Im Wechselbad der Gefühle

Budget eingehalten

Der eigentliche Neubau des BBZ kostete wie budgetiert rund 19 Mio. Franken.

- In die Ausstattung des Schulhauses investierte der Kanton 1,1 Mio. Franken.

- Die gesamten Anlagekosten beliefen sich auf 26,3 Mio. Franken.

- Die Stadt Solothurn beteiligte sich mit 1.9 Mio. Franken und die Bundessubventionen machten 6,5 Mio. Franken aus.

- Die Geschossfläche beträgt 5930 m2.

- Das Gebäudevolumen beträgt 21 530 m3

«Sie haben alle in irgend einer Weise an diesem Neubauvorhaben mitgewirkt», begrüsste Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli die zur Einweihung geladenen Gäste und bedankte sich. Dann sprach Mäusli von seinem Wechselbad der Gefühle: «Ich bin ein wenig traurig, weil die sich die Wege der meisten Projektbeteiligten nach langer, intensiver und guter Zusammenarbeit jetzt trennen. Ich bin erleichtert, froh und auch ein wenig stolz darauf, dass wir es geschafft haben, den Kreditrahmen und den Eröffnungstermin einzuhalten. Andrerseits bin ich gespannt, ob der Unterricht wie geplant stattfinden kann, ob wir die richtigen Materialien, Möbel und Geräte eingesetzt haben.» Es sei nicht selbstverständlich, das Bauprojekte immer gelingen. «Wäre es eine olympische Disziplin, hätten wir es wahrscheinlich auf das Podest geschafft.»

«Vor exakt 775 Tagen sagte ich an dieser Stelle anlässlich des Spatenstichs, dass der Neubau zum Start des Herbstsemesters 2016 fertig sein wird», sagte Landammann Roland Fürst. «Wir brauchten keinen Plan B.» Mit diesen Worten machte er dem Gesamtprojektleiter Thomas Schwaller und allen, die am BBZ gearbeitet haben, ein grosses Kompliment. Zwei Jahre sind eine kurze Zeit, um ein derart komplexes Bauwerk mit seiner modernen Haustechnik fertigzustellen.

Bei der Schlüsselübergabe sah jedenfalls alles perfekt aus. Entsprechend gut gelaunt gönnte sich Thomas Schwaller einen Schluck Wasser vom Brunnen auf dem Pausenplatz. «Ich habe sehr gerne an diesem Projekt gearbeitet», sagte der Gesamtprojektleiter. Er freue sich, dass das neue Schulhaus positive Reaktionen auslöst. «Aber da ist keine Spur von Wehmut. Jetzt geht es mit dem gleichen Elan mit dem nächsten Projekt weiter.»

Das letzte Wort hatte Manillio

Der symbolische BBZ-Schlüssel hing an einer massiven Kette, die sich am Hals eines «gangsta» Rappers gut machen würde. Das hatte seinen Grund: Zum Abschluss der formellen Einweihung übergab der Solothurner Bildungsminister Ankli den Schlüssel an BBZ-Direktor Rolf Schütz. Und der wiederum übergab das Wort an Manillio. Der ist zwar kein wirklicher «Gangsta», dafür aber ein sehr erfolgreiche Solothurner Rapper, der zur Freude der BBZ-Schüler für die Show sorgte - bis um 13 Uhr der Unterricht wieder begann.