Digitalisierung
Mit Blick in eine digitale Zukunft am ersten «Hackathon» in Solothurn

Mit einem Wettbewerb als Startschuss haben drei Solothurner Unternehmer in der Region grosses vor. Sie veranstalten den ersten «Hackathon» im Uferbau in Solothurn.

Simon Berger
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Die Organisatoren des ersten Solothurner «Hackaton» (von links): Patrizia Lehmann, Theo Favetto, Adrian Hutzli.

Die Organisatoren des ersten Solothurner «Hackaton» (von links): Patrizia Lehmann, Theo Favetto, Adrian Hutzli.

Digital Eleven

Schnell rauchte dem Berichterstatter der Kopf, als er sich mit den drei Gründungsmitgliedern von Digital Eleven im Coworking Uferbau in Solothurn traf. Was für einen Laien noch wie Science Fiction klingt, ist für die drei Unternehmer bereits eine zukünftige Selbstverständlichkeit. Und ihre Vision ist gross.

Hackathon, vom 2. bis 4. November, Uferbau Solothurn; Freitag: Türöffnung 14 Uhr, Samstag «hacking all day long», Sonntag: Ende «Hackathon» um 16 Uhr,
Infos und Anmeldung: iot-hackathon.ch

Es geht um wirtschaftliche Effizienz, Nachhaltigkeit und die Produkte von Morgen. «Wenn Biel bekannt ist für Uhren, Basel für Chemie und Zürich für Finanzen, so soll Solothurn das Kompetenzzentrum für IoT werden», sagt Adrian Hutzli. «Und das Event ‹Hackathon› ist der erste Schritt.»

Grundlegende Veränderungen

IoT (Internet of Things, Internet der Dinge) ist der Begriff, welcher in Zukunft wichtig sein wird. Die physische und die digitale Welt sollen vernetzt werden. Mit Sensoren an allen erdenklichen Orten und Gegenständen wird gemessen, dokumentiert, geprüft. Diese Informationen werden schliesslich digital verarbeitet für neue Produkte und Dienstleistungen.

So können beispielsweise frühzeitige Maschinenschäden erkannt und Lebensmittel vom Feld bis zum Teller zurückverfolgt werden. «Sogar jedes Plastikteil wird einen Sensor haben», ist Adrian Hutzli überzeugt. So könnte der Weg zurückverfolgt und der Käufer zur Rechenschaft gezogen werden, wenn der Müll in die Umwelt gelangt. «Wir wollen weg von einer Linearwirtschaft zu einer Kreiswirtschaft», sagt Theo Favetto. Und IoT wird das führende Werkzeug sein.

IT-Talente gesucht

Im Hinblick darauf findet vom 2. bis 4. November das Event «Hackathon» statt. Der Name setzt sich aus dem englischen Wort «hacken» und «Marathon» zusammen. Programmierer, Software-Entwickler und IT-Talente werden ins Coworking Uferbau nach Solothurn eingeladen, um sich in Dreier-, Vierer- oder Fünferteams in einem Wettbewerb zu behaupten. Die Gewinnerteams erhalten ein Preisgeld von 20'000 Franken. Zurzeit sind drei Teams angemeldet. Verschiedene Produkte und Konzepte werden erarbeitet, und anschliessend von einer prominenten Jury gekürt. Eingeladen ist jeder, der sich für das Thema interessiert.

Der Wettbewerb soll demonstrieren, wie Geschäftsabläufe durch IoT-Lösungen nachhaltiger und effizienter gestaltet werden können. Zudem soll aufgezeigt werden, welche Möglichkeiten und Produkte das IoT-Konzept hervorbringen kann und welche Ergebnisse solche Arbeitsgruppen in kürzester Zeit erreichen können.

Am letzten Tag des Wettbewerbs werden die erarbeiteten Ideen und Ansätze von den Teilnehmern kurz und für jedermann verständlich vorgestellt. Vorträge über das Konzept IoT und die Digitalisierung im Allgemeinen runden die Veranstaltung ab. Es geht ums Informieren aber auch um das Sensibilisieren. Unterstützt wird die Veranstaltung vom kantonalen Gewerbeverband, der Solothurner Handelskammer sowie von der Standortförderung Espace Solothurn.

Engagement zur Aufklärung

Diesem «Hackathon» sollen jährlich Weitere folgen. Zudem will sich Digital Eleven mit informativen Vorträgen und Events im Raum Solothurn engagieren. «Wir sind eine Interessengruppe», sagt Adrian Hutzli. Die Bürger sollen erfahren, welche Produkte und Dienstleistungen sie in Zukunft erwarten könnten und wie mit der Digitalisierung umzugehen ist.

Denn diese werde nicht nur Nutzen mit sich bringen, sondern auch Gefahren, wenn grosse Informationsmengen in die falschen Hände geraten. Die Unternehmen sollen vernetzt und dazu bewegt werden, dieses Thema ernst zu nehmen. Denn: «Es wird uns alle eher früher als später einholen», ist Digital Eleven überzeugt.