Er sei beim Googlen fast erschlagen worden vor lauter Angeboten, beschrieb Podiumsmoderator Sven Altermatt die Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten für ältere Menschen. Könnte man die Zusammenarbeit in diesem Bereich verbessern? Diese und andere Frage diskutierten Vertreterinnen und Vertreter öffentlicher Gesundheitsorganisationen sowie der Behörden diese Woche im Bildungszentrum Gesundheit und Soziales in Olten. Zum ersten Mal hatte das Netzwerk «Altwerden im Kanton Solothurn» (Also) zu einem Fachanlass dieser Art geladen. 

Die Übersichtlichkeit der Angebote wurde bereits verbessert, sagte Ruth Bur, stellvertretende Geschäftsleiterin von Pro Senectute im Kanton Solothurn. Neu gäbe es beispielsweise die Website «infosenior.ch». Dort seien Angebote verschiedener Organisationen übersichtlich aufgelistet. Zu finden sind diese nicht nur im Bereich Bildung (wie zum Beispiel Sprachkurse), sondern auch in den Bereichen Finanzen, Gesundheit, Wohnen oder Partnersuche.

Bei deren Lancierung werde immer auch geschaut, welche Ressourcen die verschiedenen Organisationen einbringen könnten, die in diesem Feld tätig sind, so Bur weiter. Dazu zählen
nebst Pro Senectute zum Beispiel die Spitex, das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) oder die Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime (GSA). 

Soziale Kontakte sind wichtig

Sigrun Kuhn, Präsidentin des kantonalen Spitex-Verbandes, sagte, es sei ganz wichtig, die Patientinnen und Patienten der Spitex auf Weiterbildungsangebote aufmerksam zu machen. «Man sieht bei uns oft auch vereinsamte Seniorinnen und Senioren.» Diese informiere man zu Hause über Angebote im Fortbildungs- oder auch im Kulturbereich. Zumindest in der Spitex Langenthal, deren Geschäftsführerin sie ist, kann Kuhn dies so beobachten.

Tatsächlich haben Weiterbildungsangebote vielfach auch eine soziale Funktion für die Teilnehmenden. «Die Leute in einen sozialen Kontakt zueinander zu bringen, ist einer der wichtigsten Aspekte», sagte Marco Petruzzi, Ressortleiter Bildung der GSA. Im Oltner Alters- und Pflegeheim «Haus zur Heimat», dessen Geschäftsführer Petruzzi ist, gäbe es verschiedene solcher Angebote. Diese hätten vor allem zum Ziel, die bereits vorhandenen Fähigkeiten der Teilnehmenden zu erhalten. So bietet das «Haus zur Heimat» beispielsweise ein «Sprachcafé» an, Gedächtnistraining oder auch Männerwerken.

Qualitäten, die Jungen fehlen

Katharina Simonet, Bereichsleiterin Bildung und Integration des SRK, sagte, dass es auch Begeisterung und Leidenschaft brauche, um einen Lernerfolg erzielen zu können. Dies bringen vor allem ältere Teilnehmer mit, die sich auch selbst als freiwillige Weiterbildner betätigen möchten, stelle sie fest. Ausserdem brächten diese Lebenserfahrung und Qualitäten mit, die den ganz Jungen noch fehlen würden.

Daniel Hofer, Rektor des Bildungszentrums Gesundheit und Soziales, gab zu bedenken, man müsse bei all den Vorteilen der Altersweiterbildung aufpassen, dass man nicht propagiere, sich immer noch mehr weiterbilden zu müssen. Auch seien die Weiterbildungsmöglichkeiten letztlich Angebote eines Marktes. Man müsse darauf achten, dass «lebenslanges Lernen» dabei nicht zu einer hohlen Phrase würde.