Die Augen von Rolf Studer leuchten noch immer voller Begeisterung, wenn er sich an den Novembertag 2014 erinnert, als er erstmals in der neuen Gondelbahn sass und in der ersten erlaubten Passagierfahrt zur Probe bergaufwärts auf den Weissenstein fuhr. «Es war ein Riesenerlebnis», sagt der 63-Jährige.

Studer sitzt in seinem Büro an bester Solothurner Altstadtlage. Im dritten Stock des «Vigierhofes» liegt ihm der Märetplatz quasi zu Füssen; würde nur der Nebel nicht die Aussicht trüben. Doch Studer ist einer der ganz wenigen, die an Solothurns ewig grauem Nebelvorhang Freude finden. Ist es unten trüb, läuft das Geschäft oben am Berg meist gut.

Und ja, es lief verdammt gut im ersten Betriebsjahr der neuen Gondelbahn. Morgen Sonntag jährt sich die lange ersehnte Eröffnung. Seither haben sich die Drehkreuze an den Eingängen der Talstation, auf dem Nesselboden und oben auf dem Berg 400 000-mal bewegt. «Wir hätten das nie gedacht», sagt Studer, der von Beruf Vermögensverwalter und nebenbei auch Verwaltungsratsvizepräsident der Seibahn Weissenstein AG ist. «Unser Businessplan sah zwischen 200 000 und 250 000 Zutritte vor.»

Beim Espresso im warmen Büro erinnert sich Studer an den Kaltstart vor einem Jahr. «Bis zum 20. Dezember wurde noch gebaut. Nur dank dem Einsatz des Geschäftsführers und der Mitarbeiter gelang der Start.»

Heute stehen auf dem Parkplatz der Seilbahn Autokennzeichen aus der ganzen Schweiz, bis Zermatt sei der Erfolg schon vorgedrungen, erzählt Studer. Und wenn die Schweizer auf Google nach einem Berg suchen, landet der Weissenstein in der Zwischenzeit auf dem vierten Platz. Erklärungen für den Erfolg sind für Studer schnell zur Hand: die einzigartige Architektur etwa oder der leichte Einstieg. Ob Rollstuhl, Kinderwagen oder Gehilfe: Der ebenerdige Zugang sorgt dafür, dass auch an einem Montag- oder Dienstagnachmittag Personengruppen kommen, die zuvor darauf verzichten mussten.

Doch Studer weiss auch um die «Kinderkrankheiten». Es gab eine Handvoll Tage, da wurde die Seilbahn überrannt. Besucher standen sich über den ganzen Parkplatz die Füsse in den Bauch, Autos aus der halben Schweiz suchten in Oberdorfs Quartieren Parkplätze. Studer kündigt Lösungen an: Bald kann jeder über sein Handy ein Online-Billett kaufen und direkt an der Kassenschlange vorbei auf die Bahn gehen. Und auch beim Verkehrskonzept sieht Studer «Verbesserungspotenzial». «Der Autofahrer ist schwer zu bändigen», weiss er zwar. «Aber wir haben das Problem erkannt.» Zugänge zu Quartieren sollen besser gesperrt werden. «Der beste Weg ist so oder so, mit dem Zug bis vors Loch zu fahren.»

«Weil ich gefragt wurde»

Studer, alt Ehrenober der Narrenzunft Honolulu, ist in Solothurn verwurzelt. «Gesellschaftlich, privat und geschäftlich.» Ohne seine Anschubfinanzierung gäbe es wohl weder das neu gebaute Kofmehl noch die neue Gondelbahn. Warum tut er das? «Weil ich gefragt wurde», sagt Studer bescheiden. Viele Worte über sein Engagement verliert er nicht. (Natürlich weiss man das in einer kleinen Stadt wie Solothurn auch sonst.)

Eines Tages kam er mit Pipo Kofmehl in Kontakt, der keine Halle mehr hatte für seine Kulturfabrik. Und auch der frühere Tourismusdirektor Erich Egli habe ihn eines Tages angerufen, als die alte Bahn vor dem Ende stand. «Innert dreier Stunden hatte ich das benötigte Aktienkapital beisammen. Ich wurde Teil des Geschäftes.» Auf der damaligen Volksbank hat er seine Lehre gemacht. Er arbeitete in England und in Genf, bevor er in Zürich in der Geschäftsleitung einer Privatbank sass. Seit 2000 ist er Teilhaber einer Vermögensverwaltungsfirma.

Wie geht es am Berg jetzt weiter, wenn die ersten Besucherströme abflauen? Kann der Erfolg überhaupt fortgeführt werden? «2015 zählt nicht als Massstab für 2016», sagt Studer. «Wir budgetieren konservativ.» Ihn stimmt positiv, dass die Seilbahn im vergangenen Jahr Monat für Monat mehr Besucher verzeichnen konnte. Die Annahme, dass das erste Halbjahr besser läuft als das zweite, bestätigte sich nicht. Für Studer ist klar: Die Bahn muss profitabel sein – auch, um zu verhindern, was dem Vorgängerunternehmen 2001 passiert war: Es ging in Konkurs. «Wir können nicht immer die sein, die zahlen sollen», sagt er angesprochen auf Vorhaben am Berg und die Zusammenarbeit der Akteure. Doch er betont: Das Einvernehmen, gerade auch mit den neuen Kurhausbesitzern, sei sehr gut.

Um den Berg auch 2016 attraktiv zu halten, hat Studer denn auch einiges im Sinn. Bike-Trail und Kinderspielplatz – in Absprache mit den neuen Kurhausbesitzern – sind Vorhaben. Und er verweist auf das gekaufte Pistenfahrzeug. Käme der Schnee, könnte endlich die Schlittelpiste präpariert werden, die nicht mehr über die Strasse führt.

Bahntunnel muss offen bleiben

Nur die drohende Tunnelschliessung bei der Moutier-Bahnlinie macht den Seilbahn-Betreibern Sorgen. «Wir haben ein Interesse, dass der Tunnel offen bleibt», sagt Studer. Von Basel bis Delsberg hat die Seilbahn deshalb eine Werbekampagne lanciert.

Der «Gondoliere von Solothurn» hat nicht gezählt, wie oft er im vergangenen Jahr auf den Berg fuhr. Ab und an hat er sich schon mit wildfremden Menschen in eine Kabine gesetzt und gelauscht, was sie über die Bahn sagen. Ihr unverdächtiges Lob ist ihm Genugtuung für alle Strapazen der vergangenen Jahre. «Der Erfolg entschädigt für den jahrelangen Kampf. Wenn so viele Leute kommen, kann ja nicht alles falsch gewesen sein», sagt er; Groll hege er keinen mehr. «Wir haben abgeschlossen mit der Vergangenheit.» Nur ein wenig Schnee auf dem Berg könnte ihm jetzt das erste Jahresende noch etwas verzuckern.

Wie gut wissen Sie über den Weissenstein Bescheid?

Der Solothurner Hausberg ist weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt. 2015 war er der am viert-häufigsten gegoogelte Schweizer Berg. Kennen sie den Weissenstein - auch ohne von der Suchmaschine Gebrauch zu machen? Testen Sie ihr Wissen im Quiz.

In welcher Gemeinde liegt der Solothurner Hausberg?

Solothurn

Lommiswil

Oberdorf

Langendorf

Seit wann ist die neue Seilbahn Weissenstein in Betrieb?

20. Dezember 2014

24. Dezember 2014

1. Januar 2015

15. Januar 2015

Welches Angebot gibt es nicht auf dem Weissenstein?

Planeten-Weg

Schlittel-Piste

Bike-Tour

Hallenbad

Wie viel zahlt eine Person (ohne Halbtax) für ein einfaches Billet Oberdorf-Weissenstein?

12 Franken

14 Franken

18 Franken

22 Franken

Wie hoch ist der Weissenstein?

1244 Meter über Meer

1395 Meter über Meer

1487 Meter über Meer

1512 Meter über Meer

Was sind die «drei hellsten Solothurner»?

Drei Gelehrte aus dem Kanton Solothurn, die sich im Kurhaus regelmässig erholten

Drei Scheinwerfer neben dem Kurhaus

Drei beleuchtete Statuen im Kurhaus

Drei beleuchtete Gondeli der Weissenstein-Seilbahn

Wie heisst das einwöchige Musik-Festival, dass alljährlich auf dem Weissenstein stattfindet?

Open Air Gampel

Weissenstein Schwinget

Uhuru-Festival

Festival Weissenstein

Wie viel wiegt der Weissen-Stein, der jedes Jahr zum Weissenstein-Schwinget gestossen wird?

44 Kilo

55 Kilo

66 Kilo

88 Kilo

Von wo bis wo laufen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Weissenstein-Laufs?

Start: Verenaschlucht - Ende: Bergstation Weissenstein

Start: PH Solothurn - Ende: Planetenweg Weissenstein

Start: Althüsli - Ende: Hinterweissenstein

Start: Kantonsschule Solothurn - Ende Kurhaus Weissenstein

Zu welchem Kanton gehört der FC Weissenstein?

Kanton Jura

Kanton Solothurn

Kanton Bern

Kanton Neuenburg

Wie viele Gemeinden umfasst das Netz der Gemeinschaftsantenne Weissenstein?

11

23

27

32

Weissenstein-Quiz