Obergericht
Missbrauch eigener Tochter: Obergericht erhöht die Strafe auf vier Jahre

Das Obergericht erhöhte die Freiheitsstrafe von 3.5 Jahren, zu welcher das Amtsgericht einem 46-jährigen Schweizers wegen jahrelangem Missbrauch an seiner Tochter verurteilt hatte, um ein halbes Jahr.

Hans Peter Schläfi
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Das Obergericht verurteilte den 46-jährigen Schweizer um ein halbes Jahr, hat dem Verurteilten aber eine stationäre therapeutische Massnahme zugestanden.

Das Obergericht verurteilte den 46-jährigen Schweizer um ein halbes Jahr, hat dem Verurteilten aber eine stationäre therapeutische Massnahme zugestanden.

Solothurner Zeitung

Das Solothurner Obergericht betätigte weitgehend das Urteil des Amtsgerichts Dorneck-Thierstein und verurteilt einen 46-jährigen Schweizer, der seine Tochter jahrelang missbraucht hat, wegen mehrfachen sexuellen Handlungen mit einem Kind sowie wegen Inzucht und Pornographie zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren.

Damit erhöhte es die von der Vorinstanz angesetzte Strafe um ein halbes Jahr. Die Verhandlung hat am Mittwoch vor dem Obergericht stattgefunden (wir berichteten).
Nach dem Selbstmord der drogensüchtigen Mutter waren die Kinder und der Vater, der heute von einer IV-Rente lebt, traumatisiert und emotional total überfordert.

Da Johannes T. immer bestritt, seine Tochter missbraucht zu haben, musste sich das Gericht auf die Aussagen des hilfesuchenden Mädchens abstützen. Dieses beschrieb gegenüber seiner Grossmutter und der Polizei Handlungen, die es nicht verstehen konnte, die aber vom Gericht eindeutig als sexuelle Übergriffe, in drei Fällen sogar als vollzogenen Geschlechtsverkehr eingestuft wurden.

Stationäre Massnahme

Auf der anderen Seite wird Johannes T.* nun - im Gegensatz zum Urteil des Amtsgerichts - eine stationäre therapeutische Massnahme zugestanden. Da er in den letzten Jahren mehrfach freiwillig psychiatrische Hilfe gesucht hatte, könne man davon ausgehen, dass sich seine Einstellung geändert habe und dass eine intensive Psychotherapie in einer geschlossenen Anstalt bei ihm wirken könnte.

Das Obergericht bestätigte auch den Freispruch beim Anklagepunkt der Schändung. Laut Bundesgericht ist der Tatbestand der Schändung bei Kindern unter vier Jahren erfüllt, weil diese wehrlos und urteilsunfähig sind. In diesem Fall begannen die Missbräuche, als das Mädchen sieben Jahre alt war.

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