Zuchtverband
«Mir ist wichtig, dass Sie der Milchproduktion treu bleiben»

An der Delegiertenversammlung des Solothurnischen Fleckviehzuchtverbands rief Regierungsrätin Esther Gassler dazu auf, am Exodus aus der Milchproduktion nicht teilzunehmen. Sie hofft, dass sich der Silberstreifen im Milchmarkt durchsetzen wird.

Benildis Bentollia
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14 Kühe haben über 100 000 Liter Milch produziert Ihre Besitzer erhielten dafür eine Auszeichnung.

14 Kühe haben über 100 000 Liter Milch produziert Ihre Besitzer erhielten dafür eine Auszeichnung.

BB

Regierungsrätin Esther Gassler freut sich, dass sich der Solothurner Ständerat Roberto Zanetti auf höchster Ebene für das Viehschauwesen einsetzt und vom zuständigen Bundesrat finanzielle Unterstützung zugesichert bekam.

Sie gehe mit Zanetti einig, dass eine schöne Viehschau viel zur Beziehung zwischen Landwirtschaft und Konsumenten beitrage. «Mir ist wichtig», sagte die Regierungsrätin, «dass Sie der Milchproduktion treu bleiben, denn der Exodus aus diesem Betriebszweig macht mir echt Sorgen.» Sie wünscht den Bauernfamilien, der Silberstreifen im Milchmarkt möge sich durchsetzen.

Auch Solothurns Olma-Auftritt war nochmals ein Thema an der Delegiertenversammlung des Solothurnischen Fleckviehzuchtverbands (SOFZV). Esther Gassler blickte zurück auf den Eröffnungstag und den unvergesslichen Umzug.

Sie dankte dem Präsidenten des SOFZV, Urs Kipfer, und seiner Frau Beatrix für die generalstabsmässige Organisation und den Fleckviehzüchtern für ihr grosses Engagement.

Urs Kipfer betrachtete in seiner Ansprache die Auswirkungen der Agrarpolitik 2014-17 und hofft, das Konzept werde nicht in vier Jahren wieder gewechselt. «Wissen die Personen in der Politik überhaupt, was sie tun?», fragte er in den Saal.

«Wem können wir heute noch trauen, wenn wir lesen, dass ein Bundesrat als ehemaliger Unternehmer Scheinfirmen gründete, um Steuern zu sparen, Gefängnisdirektoren mehr auf dem Kerbholz haben als die Insassen und Führungskräfte keine Ahnung mehr haben, wie Nahrungsmittel produziert werden?»

Kampfwahl im Vorstand

Es gab eine spannende Kampfwahl für den Nachfolger von Franz Walser, Obere Wechten, Mümliswil, der sein Amt als Vertreter des Bezirks Thal im Vorstand wegen Amtszeitbeschränkung nach 16 Jahren niederlegen musste.

Es hatten sich zwei Kandidaten gemeldet, nämlich Jörg Lisser, Ramiswil, Verbindungsperson vom VZV Älpli, und Stefan Gygax, Mümliswil, Präsident VZV Rieden. Im ersten Wahlgang galt das absolute Mehr: Gygax erreichte 45 Stimmen und Lisser 46 Stimmen.

Der zweite Wahlgang, wo das relative Mehr zählte, brachte sage und schreibe die gleichen Zahlen. So vertritt Jörg Lisser neu den Bezirk Thal. Franz Walser wurde für die langen Jahre tatkräftiger Mitarbeit geehrt.

Albin Kissling, Niederbuchsiten, erhielt eine Weinpackung für 60 Jahre Zuchtbuchführer, heute Verbindungsperson. Dazu meinten viele im Saal: «Ja, gibt es denn das noch!?»

Geehrt wurden von Swiss Herdbook (Markus Gerber, Präsident, und Urs Schnyder, Mitglied Geschäftsführung) mit einer gefälligen Plakette (früher gabs eine Glocke) auch die Besitzer von 14 Tieren mit einer Lebensleistung von 100 000 Kilogramm Milch.

Sieben dieser Tiere leben noch. Der SOFZV übergab den Besitzern von 42 Tieren, von denen 20 noch leben, eine Plakette für die Leistung von 80 000 Kilogramm Milch.

Urs Kipfer kündigte an, er werde nächstes Jahr das Amt als Präsident niederlegen. Sein Nachfolger soll Werner Walter werden.