Gartenhaus Zuchwil
Mini-Obstbäume im Topf — so wird heute gegärtnert

Alle Jahre wieder lockt der Frühling in den Garten. Welches sind die neusten Gartentrends und wie pflegt man Topfpflanzen auf dem Balkon? Tipps und Tricks für Hobbygärtner mit und ohne grünem Daumen.

Lara Enggist
Drucken
Teilen
Gartenreportage im Blumenhaus Wyss Zuchwil
15 Bilder
Sobald der Frühling anbricht, läuft im Blumenhaus Wyss Hochbetrieb.
Sobald der Frühling anbricht, läuft im Blumenhaus Wyss Hochbetrieb.
Im Trend: Hochbeete...
Fahrbares Hochbeet für den Balkon.
Welche Blumen passen zusammen?
Welche Blumen passen zusammen?
Mini-Obstbäume im Topf sind im Trend.
Mit einfachen Mitteln viel Wirkung entfalten...
Welche Blumen passen zusammen?
Blaubeeren im Topf!
Erdbeeren im Topf, zusammen mit einem Miniobstbaum.
Die Qual der Wahl bei den Tomaten...
Mit Hängepflanzen zum Urwaldfeeling auf dem Balkon.
Welche Blumen passen zusammen?

Gartenreportage im Blumenhaus Wyss Zuchwil

Hanspeter Bärtschi

Die Sonne zaubert ein wärmendes Gefühl auf die Haut. Auf Balkon und Terrassen sind die ersten Blumentöpfe zu entdecken, euphorische Hobbygärtner zieht es mit Gartenhacken ins noch karge Gemüsebeet.

Schon jetzt sind laut Doris Gribi vom Gartenhaus Wyss in Zuchwil diesjährige Gartentrends zu beobachten. «Hochbeete sind wieder sehr beliebt, aber auch das sogenannte Urban Gardening», sagt sie. Basilikum auf der Fensterbank, Tomaten auf dem Balkon und Apfelbäume in Blumentöpfen.

Platzmangel macht kreativ. «Von fast jeder Pflanze gibt es inzwischen kleingezüchtete Sorten», sagt Gribi. Besonders beliebt sei das Kombinieren von Nutz- und Zierpflanzen. Säulenobstbäume und Erdbeeren im selben Topf, daneben Margeriten und Kräuter; durch die «Minipflanzen» werden dem Hobbygärtner laut Gribi fast keine Grenzen mehr gesetzt.

Vorsicht vor Frost in der Nacht

Trotz der fast unbegrenzten Möglichkeiten, das Wetter lässt sich nicht «umzüchten». Gribi warnt vor nächtlichem Frost, welcher den Jungpflanzen noch bis in den Mai zum Verhängnis werden kann. «Besonders die kälteempfindlichen Tomaten oder der Basilikum sollte man bei Frost abdecken oder gleich ins Haus nehmen.» Die meisten Pflanzen seien aber robust genug, um Minustemperaturen standzuhalten.

Es könne zwar passieren, dass die frischen Austriebe abfrieren, kaputt gehe die Pflanze dadurch aber meistens nicht. Wem im Winter eine grundsätzlich kälteresistente Pflanze «erfroren» ist, könnte sie aber auch einfach nicht ausreichend gepflegt haben: «Viele Pflanzen erfrieren bei Frost nicht, sie verdursten.» Denn auch wenn man Pflanzen gut einpackt oder im Haus überwintert: ein bisschen Wasser brauche sie in den kalten Monaten trotzdem. Das gehe oft vergessen.

Klein anfangen lohnt sich

Man kann so einiges falsch machen mit Rosmarin, Tomate und Co. Sollte man als Laie also besser die Finger von den Blumentöpfen lassen? Auch für blutige Anfänger finde sich laut Gribi meist ein Pflänzchen: «Am Besten, man fängt klein an – mit zwei oder drei Töpfen oder Kisten.» Dann gelte es, pflegeleichtes Gewächs zu wählen: Radieschen und Kopfsalat – oder als Zierpflanze eine Dipladenia. Mit dieser farbenfrohen Kletterpflanze könne man kaum etwas falsch machen. «Sie braucht kaum Wasser, dafür aber einen sonnigen Standort.»

Anfänger sollen sich am Besten zuerst klar werden, was sie überhaupt wollen. Erst wenn man wisse, ob man Kräuter, Gemüse oder doch nur eine Blumenpracht haben möchte, könne man sich über geeignete Gefässe und den Standort Gedanken machen. Es sei das «A und O», dass man den Standort der Töpfe den Bedürfnissen der Pflanze anpasse. Schatten, Sonne oder doch lieber Halbschatten? «Pflanzen haben ganz unterschiedliche Bedürfnisse», so die Fachfrau.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Giessen und Düngen: Wie viel und mit welchen Abständen empfiehlt Doris Gribi? «Gut giessen und dann antrocknen lassen», lautet ihre Faustregel. «So, dass die Wurzelballen beim Bewässern richtig nass werden.» Wichtig sei dabei aber, dass überschüssiges Wasser immer abfliessen könne, damit die Wurzeln nicht abfaulen. Jeden Tag nur tröpfchenweise zu giessen versetzte die Pflanze hingegen in Stress, was sie viel empfindlicher mache.

Auch um das Düngen komme man nicht herum. «Wir essen gern und Pflanzen eben auch», sagt Gribi. Hier müsse man aber zwischen Topf- und Gartenpflanzen unterscheiden: Während dem Garten eine im Frühling verabreichte Portion Langzeitdünger reiche, benötige eine Topfpflanze immer wieder ein wenig Flüssigdünger, da sich in der kleinen Menge Erde im Topf zu wenig Nährstoffe befinden. Blühende Pflanzen und Obstbäume seien besonders auf die zusätzliche Nährstoffzufuhr angewiesen.

Wer Besitzer eines Basilikums ist – oder war – weiss, wie vorsichtig man mit dem aromatischen Küchenkraut umgehen muss. Barbara Gribi erklärt: «Der Basilikum mag Halbschatten und reagiert sehr empfindlich auf Staunässe.» Der Geheimtipp: Kakteenerde. Diese enthalte Sand und sorgte dafür, dass das Wasser besser durchsickert.
Grundsätzlich rät sie jedem Hobbygärtner, die Pflanzen nicht zu fest zu umsorgen. Das schade den grünen Schützlingen manchmal mehr, als dass sie davon profitieren. «Die Pflänzchen sind robuster als man denkt.» Mit ein bisschen Know-how steht dem frohen Gedeihen nun nichts mehr im Wege – ob im Garten, im Hochbeet oder auf dem Balkon.

Aktuelle Nachrichten