Letzte Woche konnten sich fünf glückliche Solothurner täglich kulinarisch verwöhnen lassen: Die SRF-Sendung «Mini Beiz, dini Beiz» war im Kanton unterwegs. Vier Männer und eine Frau stellten jeweils an einem Abend ihre Lieblingsbeiz vor. Trotz der vielen Unterschiede hatten alle besuchten Beizen eines gemeinsam: Fleisch. Karnivoren waren in der letzten Woche im Kanton Solothurn also bestens bedient.

Fünfmal Fleisch, fünfmal anders

Zum Wochenauftakt konnte sich das «Dal Toscano» in Oensingen mit seinem heissen Stein, vorgestellt von Stammgast Hanspeter Balsiger, insgesamt 30 Punkte ergattern – dreimal 8 Punkte, einmal 6. Die aus der Reihe tanzende Bewertung, stammt von Engländer Michael Tate. Die Hitze im Restaurant, welche er bemängelte, vermochte die Pommes frites wohl nicht zu wärmen, denn diese waren ihm zu kalt.

Im Restaurant Oberrüttenen in Rüttenen, der Stammbeiz von Martin Hämmerli, gab es am Dienstag ebenfalls Fleisch – jedoch auf eine andere Art. Die ungarische Wirtin zeigte ihr Können und bot eine ungarische Gulaschsuppe sowie ein ungarisches Röstischnitzel an. Auch hier kam das Essen gut an, das Restaurant konnte 32 Punkte absahnen. Erneut war Michael geizig bei der Punktvergabe, auch hier gab es nur 6 Punkte. Sein Essen schien wieder das einzige zu sein, das kalt war.

Kreativer mit seiner Kritik wurde der Engländer am Mittwoch im «Rütli» in Starrkirch-Wil, der Stammbeiz von Helga Götz. Dort gab es erneut 6 Punkte, während die drei anderen Kandidaten jeweils 9 von 10 Punkten verteilten. Das Filet im Pfännli war bei anderen «sehr gut, es gab nichts zu beanstanden», während Tate das Filetstück als «ganz okay» betitelte. Das Gemüse beeindruckte bei den anderen, weil es «mit viel Liebe verfeinert» war, für den Investmentbanker Tate aber war es «zu knackig.»

Am Donnerstag zeigte sich im Verhalten des Teilnehmers nichts Neues:
6 Punkte gab es auch für den Landgasthof Pony Ranch in Seewen, vorgestellt von Daniel Baier. Von den anderen Kandidaten gab es 7, 8 und 9 Punkte, also insgesamt 30.

Schönenwerder Sieger

Es wundert also kaum, dass die Beiz Fat’n’Happy in Schönenwerd, die
Michael Tate selber vorstellt, letzten Freitag mit 34 Punkten siegte – schliesslich konnte der chronische 6-Punkte-Verteiler seine eigene Beiz selber nicht bewerten. Die Bewertungen der anderen vier Teilnehmer zeigten Fairness: 7, 8, 9 und 10 Punkte wurden verteilt. Kurz nach der Aufzeichnung der Sendung hat der Wirt den Standort des Restaurant Fat'n'Happy gewechselt. In der "Braui" wirtet mittlerweilen ein neuer Gastgeber. 

Die «Mini Beiz, dini Beiz»-Woche im Kanton Solothurn zeigte vieles auf: Einerseits fünf Restaurants, in denen der Gast ein gutes Stück Fleisch erhält. Andererseits die Grenzen des Bewertungskonzepts der Sendung: Unfaires Verhalten und fadenscheinige Begründungen können das Resultat problemlos verfälschen.