Magnesium: 65 mg; Calcium: 221 mg; Chlorid: 3 mg; Hydrogencarbonat: 254 mg; Natrium: 4,3 mg; Sulfat: 597 mg; Fluorid: 1,8 mg; Nitrat: 0,1 mg. Was sich schier liest wie der Beipackzettel einer Medikamentenpackung, ist in Tat und Wahrheit die Auflistung all jener Stoffe, die sich natürlicherweise in einem Liter Mineralwasser der Linie Cristallo finden; der Linie, die in Lostorf in Flaschen abgefüllt wird. Wo in Lostorf? «I dr Wasserfabrik hinde», wie man noch vor wenigen Jahrzehnten zu sagen pflegte. Und die fand sich damals wie heute am Nordrand des Dorfes, am Eingang zum Flüeli eben.

Hochzeit im Sommer, aber...

«Nein», sagt Betriebsleiter Peter Schaub, «es ist nicht mehr unbedingt so, dass zur Sommerzeit die herausstechenden Spitzenproduktionen zu verzeichnen sind.» Mineralwasser, und vor allem Mineralwasser, werde übers ganze Jahr konsumiert, weiss der 54-Jährige, seit 20 Jahren in Lostorf dabei. Trotzdem: Derzeit laufe der Betrieb auf Hochtouren, wenn auch nur einschichtig: 100'000 Flaschen Mineralwasser oder Süssgetränke verlassen zu Spitzenzeiten täglich den Produktionsstandort Lostorf.

Die Geräuschkulisse der Abfüllanlage ist ebenso wenig zu überhören wie jene der Streckblasmaschine, die innert einer Stunde aus PET-Rohlingen 15'000 Flaschen produziert; Tempo: atemberaubend. Dass die Rohlinge aus Kostengründen stets leichter und die Flasche damit beim Zugriff nach dem Öffnen instabiler zu werden und einzuknicken droht, verschweigt Schaub nicht. «Wir versuchen, die Flasche mit Strukturen im Anfassbereich zu stabilisieren», meint er. Das gelinge recht gut. Physik im Flaschenbau eben.

Effizienz en gros

Kaum sind die Flaschen ausgekühlt und -gehärtet da schiesst auch schon Cristallo Grapefruit, ein Süss- und Erfrischungsgetränk, ein. Effizienz pur. «Alles geschieht automatisch, inklusive der Kontrolle hinsichtlich Überfüllung, Unterfüllung, Verschlussdichte, Reinheit», sagt Schaub. Wer in solche stringente Abläufe eingreift, hat mit grossem zeitlichen Aufwand zu rechnen.

Aber: Ein Wechsel im Produktionsablauf ist für einen Laien in doch überraschend kurzer Zeit vollzogen: «Eine Sortenänderung, also etwa der Wechsel von Citro auf Orange, dauert vielleicht 20 Minuten.

Eine Formatänderung, der Wechsel der Flaschengrösse, nimmt dagegen eine runde Stunde in Anspruch», sagt Schaub, der sich im Übrigen als Cristallo-Typ outet. Das Mineralwasser aus Eptingen sei etwas rauer im Vergleich zu jenem aus der Cristallo-Quelle.

Mineralwasser ist eben nicht Mineralwasser. Das weiss offenbar auch die Kundschaft. Seit Jahren schon konstatieren die Hersteller den verstärkten Trend hin zu naturbelassenem Wasser. «Süss- und Erfrischungsgetränke haben dabei stark an Boden verloren, auch wenn jetzt wieder eine leichte Trendwende auszumachen scheint», sagt Schaub. Mit Abstand den grössten Absatz generiert Cristallo rot, ein kohlensäurehaltiges Wasser gewonnen aus einer Tiefe von mehr als 500 Metern. Dessen Schwestern in den Farben Grün (leicht kohlensäurehaltig) und Blau (stilles Wasser) halten sich bezüglich Absatz in etwa die Waage.

Weg von der Glasflasche

Vom Rohling zur abgefüllten Flasche vergehen auf der PET-Flaschenproduktionslinie wohl keine fünf Minuten, drei Formate werden produziert: Halbliter-, Liter- und Anderthalbliter-Volumina. Ob künftig mit einem weiteren Format zu rechnen ist? Schaub zweifelt. «Das glaub ich nicht. Mit der Einführung einer Zweiliterflasche würde ich nicht rechnen.»

Aus praktischen Gründen, fügt er hinzu. Dagegen könnten die «Tage in Glas» gezählt sein. «Dann dürfte wohl die Einliter-PET-Flasche als nächste Neuerung folgen», wie Schaub meint. Und während er das sagt, streben die Cristallo-Grapefruitflaschen als Sixpack zusammengeschweisst und mit Traggriff versehen, der Palettierung zu. 100 000 Flaschen täglich zu Spitzenzeiten. Für die Region und die Welt.