Solothurner Obergericht
Minderjährige mit erotischen Bildern erpressen – das ist eine schwere Straftat

Der 33-Jährige, der junge Frau dazu brachte, ihm pornografische Bilder zu schicken und sie damit erpresste, wird vom Obergericht zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.

Drucken
Teilen
Der Mann hatte den Kontakt zu den Frauen mit frei erfundenen Profilen auf Facebook und WhatsApp hergestellt. Archiv

Der Mann hatte den Kontakt zu den Frauen mit frei erfundenen Profilen auf Facebook und WhatsApp hergestellt. Archiv

Sandra Ardizzone

Wie schlimm ist es, wenn jemand in den sozialen Medien junge Frauen unter Druck setzt, damit sie ihm pornografische Bilder zusenden? Mit dieser Frage musste sich das Solothurner Obergericht befassen. Es ist eine schwere Straftat, lautet die Antwort.

Das Obergericht bestätigte am Dienstag das Urteil der Vorinstanz. Sie hatte Roger M.* (Name geändert) der mehrfachen sexuellen Nötigung, Anstiftung zur Pornographie und sexuellen Handlungen mit einem Kind schuldig gesprochen und zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt.

Mit frei erfundenen Profilen auf Facebook und WhatsApp hatte M. den Kontakt zu jungen, teils gar minderjährigen Mädchen gesucht. Zunächst wurden relativ harmlose erotische Bilder ausgetauscht. Dann drohte er, die bereits vorhandenen Bilder zu veröffentlichen. So zwang er eines der Opfer dazu, ein längeres pornografisches Video herzustellen.

Von den 30 Monaten Freiheitsstrafe setzte das Obergericht 23 Monate auf Bewährung aus. Die zu vollziehenden sieben Monate darf M. vermutlich in Halbgefangenschaft verbringen, damit er weiterhin seiner Arbeit nachgehen kann. Voraussetzung ist, dass er sich einer ambulanten Therapie unterzieht. (hps)

Aktuelle Nachrichten