Solothurner Kunstpreis

Mike Müller bedankte sich «by the way» für die Auszeichnung

Mike Müller im Landhaus

Mike Müller im Landhaus

Am Montag sind in Solothurn die Träger der kantonalen Kunst- und Kulturpreise 2014 gefeiert worden. Mike Müller brachte für das Solothurner Publikum ein bisschen Glamour aus Zürich mit.

Was für eine Dankesrede. Ein Hauch Zürich, ein wenig Glamour wehte durch das voll besetzte Solothurner Landhaus, als gestern Abend Mike Müller auf die Bühne trat. Zum Dank für den eben erhaltenen Kunstpreis 2014 parodierte der Komiker einen Zürcher Schnösel, der mal kurz mit der ersten Klasse in die Heimat gereist war. «Ich bin nur nach Solothurn gekommen, um über mich zu reden», sagte er, bedankte sich «by the way» für die Auszeichnung und gab auf «Züridütsch» zu: «Ich habe auch mal so gesprochen wie Ihr.» Mit seiner Einlage bewies Müller gleich selbst, weshalb er die mit 20 000 Franken dotierte, höchste kulturelle Auszeichnung des Kantons erhalten hatte.

«Mike Müller ist auf der Bühne ein Naturtalent. Sein Bekanntheitsgrad ist in der Schweiz mittlerweile derart hoch, dass er sich einreihen darf in die Garde beliebtester Volksschauspieler und Charakterdarsteller», würdigte Laudator Peter Niklaus vom Kantonalen Kuratorium für Kulturförderung den Preisträger offiziell. Vor allem dank seiner Fernsehpräsenz («Giacobbo/Müller») ist der 51-jährige Müller einem breiten Publikum bekannt. «Glanznummern sind die Parodien bekannter Persönlichkeiten wie Peter Bichsel, Toni Brunner, Hans-Rudolf Merz, Mike Shiva oder Gölä», sagte Niklaus. Auch in den Spielfilmen «Achtung, fertig, Charlie!» oder «Mein Name ist Eugen» hatte Müller mitgespielt, zudem steht er für die Krimiserie «Der Bestatter» vor der Kamera.

Müller selbst hatte im Vorfeld der Preisverleihung gesagt, dass «normalerweise ja Schriftsteller oder bildende Künstler solche Preise» erhalten. «Im schnelllebigen Unterhaltungsbusiness ist das eher selten der Fall.» Bereits 2001, noch bevor er im Unterhaltungsbusiness national bekannt wurde, hatte der Kanton Solothurn den in Zuchwil, Trimbach, Wiesen und Olten aufgewachsenen Müller mit dem Kulturpreis in der Sparte Schauspiel geehrt. – Bereits als 20-jähriger hatte Müller mit Kollegen die Theatergruppe Olten gegründet. Über das Unterhaltungsbusiness hinaus wirken insbesondere auch die anderen Preisträger, die das Kuratorium für Kulturförderung – letztmals unter dem Präsidium von Heinz L. Jeker-Stich – mit Kultur- und Anerkennungspreisen ausgezeichnet hatte. Neun Personen und Institutionen wurden so geehrt (vgl. rechts).

«Es braucht Widerspruch»

Zum Plädoyer gegen die Abschottung der Schweiz wurde die Ansprache von Landammann Peter Gomm. Wer Dinge ändern und sein Schicksal selbst in die Hand nehmen wolle, brauche die Auseinandersetzung mit sich selbst, sagte Gomm. Dazu sei aber eine kritische Sicht von aussen nötig – die sowohl im Austausch mit dem Ausland entstehen könne, aber auch durch das Kulturschaffen. «Künstler, die Widerspruch äussern, tun dies, weil sie etwas verändern wollen.» – «Wer sich abwendet, der hat abgeschlossen. Er oder sie ist dann eingeschlossen in sich selbst», so Gomm. «Stellen Sie sich eine Schweiz vor, in die niemand mehr rein kommt und wir nicht mehr rauskommen, weil wir unendlich hohe Mauern und Zäune gebaut haben, damit wir endlich in Ruhe gelassen werden.» Er wolle sich gar nicht ausmalen, was geschehen wäre, wenn man in der Vergangenheit Künstlerinnen und Künstler international, national, kantonal oder gar regional kontingentiert hätte.

Vor dem Landhaus parkierte ein dunkles Auto aus Zürich mit der pinkfarbenen Aufschrift «Glanz&Gloria». Das SRF-Klatsch-und-Tratsch-Magazin war gekommen, um wieder einmal einen Promi aus dem eigenen Haus zu feiern. Der Oltner Mike Müller ist jetzt so bekannt, dass er Zürich nicht mehr so schnell los wird.

Mike Müller nimmt Solothurner Kunstpreis in Empfang

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