Anlässlich der Grossübung «Conex 15» der Schweizer Armee stand auch die Betriebsfeuerwehr Migros Neuendorf im Einsatz. Feuerwehr, Armee und die SBB übten die Zusammenarbeit bei einem Grossbrand des Migros-Verteilbetriebes Neuendorf (MVN). Im Einsatz standen unter anderem 29 Angehörige der Betriebsfeuerwehr (AdF) sowie vier Betriebssanitäter MVN, der Lösch- und Rettungszug der SBB Olten mit vier AdF sowie 120 Angehörige der Armee.

Angenommen wurde folgendes Szenario: Im Erdgeschoss des Hochregallagers, nordwestlicher Teil, ist ein Elektrostapler in Brand geraten. Durch die Verbrennung der Kunststoffteile entsteht dichter Rauch, der sich rasch horizontal und vertikal ausbreitet. Der Brand entwickelt sich horizontal auf das Hochregallager Erdgeschoss. In zwei Gassen werden Reparaturen an der Sprinkleranlage vorgenommen. Der Sprinklerschutz, die Linear- und Rauchmelder sind im Hochregallager Erdgeschoss ausser Betrieb.

Fünf Personen «schwer verletzt»

Durch die offene Bauweise im Erdgeschoss und die grosse Brandlast entwickelt sich der Brand horizontal und vertikal rasch bis ins zweite Obergeschoss. Durch den Brand wurden der Staplerfahrer und vier Monteure zum Teil schwer verletzt. Sie konnten das Gebäude nicht mehr verlassen. Durch die enorme Wärmestrahlung und das Flugfeuer besteht grösste Gefahr für eine horizontale Entwicklung auf die Zelte auf dem Hartplatz und auf die nördlichliegenden Tiefkühllager 1 und 3. Weiter besteht die Gefahr der horizontalen Entwicklung über die Dächer auf die Gebäudeteile Ostanbau und MVN 2000. Die Mitarbeiter auf dem Areal NW wurden evakuiert und befinden sich auf den zugewiesenen Sammelplätzen.

Drei weitere Feuerwehren

Die Einsatzleitung der Betriebsfeuerwehr MVN bot – allerdings nur fiktiv – die Feuerwehren Neuendorf und Oensingen auf. Jene von Egerkingen wurde auf Pikett gestellt. Da die Bahnlinie Olten–Biel durch den Brand betroffen ist, haben die SBB der Bahnbetrieb eingestellt – ebenfalls fiktiv. Der Lösch- und Rettungszug Olten hingegen wurde tatsächlich zur Unterstützung entsendet.

«Das Tagesgeschäft in den Migros-Verteilbetrieben lief weiter. Wären diese Feuerwehren wirklich im Einsatz gestanden, hätte das zu unakzeptablen Betriebsausfällen geführt», erklärt Daniel Haltinner, Kommandant der Betriebsfeuerwehr MVN. Da sich zum Zeitpunkt des Ereignisses das Kata Hi Bat 2 im Raum Mittelland im Einsatz befand, wurde beschlossen, ein Hilfsbegehren an die zuständige Stelle der Armee zu stellen.

Wer welche Aufgaben hat

Die Ziele der Übung waren: rascher Einsatz der Ersteinsatzmittel der Betriebsfeuerwehr im Bereich Rettungen und Übernahme der Gesamteinsatzleitung in der ersten Phase. Die Betriebssanität hatte die Aufgabe, die Erstversorgung von schwer verletzten Personen sicherzustellen. Der Lösch- und Rettungszug der SBB soll in der Lage sein, einen Abschnitt 30 Minuten autonom zu halten. Die Rettungskompanie 1/2 prüfte die Zusammenarbeit mit zivilen Partnern (Feuerwehr und Lösch- und Rettungszug) sowie ihre Leistungsfähigkeit. Unter anderem mussten sie das Löschwasserbecken mit 11 500 l/min und den Lösch- und Rettungszug mit 6500 l/min ab Becken speisen. Ebenso gehörte die Verpflegung der Einsatzkräfte zu den Aufgaben der Kompanie.

Im Grossen und Ganzen zeigt sich Daniel Haltinner mit der Übung zufrieden. Die klaren Aufträge und Zuteilungen der Abschnitte hätten viel zum Erfolg beigetragen. «Die Zuteilung von Lotsen der Betriebsfeuerwehr MVN zeigte sich als wertvoll und zwingend notwendig. Die Abspracherapporte waren in ihren Zeitabständen sinnvoll gewählt und zeigten sich als nützlich.»

Lehren und Verbesserungen

Sinnvoll sei auch die gemeinsame KP-Front mit Militär und Feuerwehr. Als Lehre nimmt Haltinner mit: «Zeitvorgaben müssen zwingend eingehalten und Zuständigkeiten bei gemischten Einheiten klar geregelt werden, da es sonst zu Unstimmigkeiten kommen kann. Die Ziele wurden mehrheitlich erfüllt und die Übung kann als Erfolg bezeichnet werden.»

Um 13.30 Uhr hatte die gemeinsame Übung begonnen, um 23.30 Uhr haben die letzten Angehörigen der Armee das Areal des MVN verlassen, und die Übung wurde als beendet erklärt.