Einkaufstourismus

Migros Aare-Chef sagt: «Ein so schwieriges Jahr habe ich noch nie erlebt»

Die Migros erlebte ein schwieriges Jahr. (Archiv)

Die Migros erlebte ein schwieriges Jahr. (Archiv)

Der Umsatz der Migros Aare ist zurückgegangen. Grund dafür sind die Einkäufe im Ausland und die hohe Frankenstärke, erklärt der Chef der Migros Aare, Beat Zahnd. Und das ist nicht alles.

Er arbeite nun schon seit über 20 Jahren für die Migros Aare, sagte Geschäftsleiter Beat Zahnd an der Bilanzmedienkonferenz vom Mittwoch in Bern. Doch ein so schwieriges Jahr habe er noch nie erlebt.

Die Aufhebung des garantierten Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank Mitte Januar 2015 habe die Migros Aare sofort gespürt, führte Zahnd weiter aus. Seither litten nicht nur die Migros-Läden im Kanton Aargau unter dem Einkaufstourismus, sondern auch jene im übrigen Genossenschaftsgebiet, also den Kantonen Solothurn und Bern.

Besonders am Freitag und Samstag hätten die Frequenzen in den Läden abgenommen. Und vor allem beim Fleisch und bei den Kosmetika spürte die Migros Aare die ausländische Konkurrenz. Sie ist die grösste der zehn Migros-Genossenschaften in der Schweiz.

Trotz allem recht zufrieden

Bei der Migros Aare sank im vergangenen Jahr nebst dem Umsatz auch der Cashflow leicht, nämlich von 248,4 Mio. Franken auf 223 Mio. Franken. Und der Personalbestand der Genossenschaft verringerte sich von 11'725 auf 11'538 Personen.

Die Migros Aare ist aber trotz allem recht zufrieden mit dem Geschäftsgang im vergangenen Jahr. Die negative Teuerung ausgeklammert, sei sie um 0,4 Prozent gewachsen. Sie sei "gut unterwegs in einem schwierigen Umfeld": So überschreibt das Unternehmen eine Medienmitteilung.

Weiterhin steigender Beliebtheit erfreuen sich nachhaltige Produkte der Labels Bio (+14,8 Prozent), Terra Suisse (+1,3 Prozent) oder Max Havelaar Fairtrade (+5,7 Prozent). Auch mit dem Fachmarkt SportXX ist die Migros Aare sehr zufrieden, während der Elektronik-Fachmarkt Melectronics 4,5 Prozent Marktanteile verlor.

In diesem Bereich spüre die Migros Aare immer mehr die Konkurrenz durch Online-Verkäufer, sagte Zahnd. Er wies auch darauf hin, dass das Unternehmen im vergangenen Jahr wegen der Frankenstärke die Preise um 1,9 Prozent senkte. "60 Mio. Franken haben wir den Kunden weitergegeben."

"Collect Lounge" in der neuen Welle 7

Zum Rückblick auf das vergangene Jahr lud die Migros Aare die Medien in den neuen Berner PostParc-Komplex. Dort mietet die Migros das ganze Gebäude, welches westlich der Schanzenstrasse steht. Die Migros nennt es "Welle 7", weil sich nebenan der Westzugang des Berner Bahnhofs mit seinen sechs wellenartigen Dächern befindet.

Die Migros Aare setzt grosse Hoffnungen auf diese Welle 7 und will mit den Bedürfnissen der täglich 50'000 Personen, welche am Gebäude vorbeiströmen, Geld verdienen. Dies etwa mit einer "Collect Lounge", wo Kunden im Internet gekaufte Dinge abholen und beispielsweise Kleider anprobieren können.

Dies auch mit einem grossen kulinarischen Angebot mit zum Teil in Bern noch unbekannten Take-Away-Anbietern. Gemeint sind zum Beispiel "yogurtlandia" und "Wurst & Moritz". Auch ein Migros-Supermarkt wird in der Welle 7 eingerichtet. Dazu richtet die Migros Aare, wie seit Längerem bekannt ist, ihre Berner Klubschule in der Welle 7 ein.

Am 8. August eröffnet die Migros die Welle 7, in der sie bereits jetzt Büro-Infrastruktur vermietet.

Migros kauft Bootcamper.ch

Die Migros Aare gab am Mittwoch auch bekannt, dass sie am 1. April die Firma Bootcamper.ch in Moosseedorf BE übernimmt. Das ist ein Unternehmen, das Freiluft-Trainings unter Anleitung eines Fachmanns anbietet. Die Migros sieht darin ein international stark wachsendes Marktsegment und eine gute Ergänzung der Migros-Fitnessangebote.

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