Zwischenbilanz
Mieses Sommerwetter: Schöner August würde Badesaison retten

Die sommerlichen Hitze-Tage blieben bis jetzt aus. Stattdessen gab es zahlreiche kühle und bewölkte Tage mit Bise. Kein ideales Badiwetter, das merken auch die Schwimmbäder in der Region.

Lea Durrer*
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Schönes Wetter soll die Gäste in Massen anlocken. (im Bild die Balsthaler Badi)

Schönes Wetter soll die Gäste in Massen anlocken. (im Bild die Balsthaler Badi)

Lucien Fluri

Der grosse Ansturm auf die Liegewiesen der Badis bleibt grösstenteils aus. Kein Wunder: Das Wetter macht nicht gerade Lust auf Baden. Und dies ausgerechnet zur Ferienzeit. Die Badis im Kanton Solothurn können denn auch keine Zahlen wie im Rekord-Sommer 2003 vorlegen.

«Momentan ist es eine durchzogene, ja fast schlechte Saison», sagt Michel Baumann, Betriebsleiter des Balsthaler Schwimmbades Moos. Bisher zählt er 20'000 Eintritte. Verglichen mit dem letzten Jahr sind dies rund 10'000 weniger. Besonders die schlechten Wochenenden hätten auf die Besucherzahlen gedrückt, sagt Baumann.

Schwarz malen will man in Balsthal jedoch noch nicht. «Wir hoffen auf das Beste.» Konkret auf einen schönen August und September. Laut dem Betriebsleiter wird es unter dem Strich eine Saison wie 2011.

Grenchner Badi mit eigenem Mikroklima

«Wir sind noch im Rahmen. Die Situation ist nicht dramatisch», sagt Paul Markus Joss, Chefbademeister in der Grenchner Badi. Überrannt wird auch dieses Schwimmbad nicht. «Derzeit weilen halt noch viele in den Ferien», so Joss. So seien die Eintrittszahlen für Juli nicht berauschend.

Ab Anfang August seien diese aber wieder zurück. «Wird es ab 1. August warm, kommen die Gäste in Scharen», weiss er aus Erfahrung. Vor allem Stammgäste würden zum Schwimmen kommen. «Sie wissen, dass die Grenchner Badi ein eigenes Mikroklima hat», sagt Joss und erklärt: «Das Gelände ist ziemlich gut vor Wind geschützt.»

Joss schaut bereits seit sieben Jahren in der Badi zum Rechten. Seine geführte Statistik zeigt: Die diesjährigen Badi-Monate Mai und Juni sind mit 30'000 Eintritten im Schnitt die Drittbesten.

Noch keine berauschende Saison in Solothurn

Diese Badesaison zerriss auch in der Badi Solothurn noch keine Stricke. Chefbadmeister Alex Inglin: «Im Mai kamen 9000 Badegäste, im Juni immerhin 30 000. Das sind im Durchschnitt 1000 pro Tag und das ist ein guter Schnitt.» Dagegen konnten Inglin und seine Kollegen in der ersten Julihälfte nur gerade 10 000 Badelustige begrüssen. «Unser Badi-Wirt hat bis jetzt erst einen Drittel des Saisonumsatzes gemacht, um am Schluss von einer guten Saison reden zu können», weiss der Chefbadmeister nach zwei von vier Badi-Monaten.

«Wir hoffen, dass jetzt endlich der Sommer mit schönem Badewetter kommt.». Die Anzeichen für einen warmen Juli-Rest sehen zwar derzeit ganz ordentlich aus, «doch der Hundertjährige Kalender sagt einen miserablen August voraus, Und bis jetzt hat er die ganze Saison recht gehabt», schaut Inglin nicht sehr zuversichtlich in die zweite «Badi-Halbzeit».

Zuchwil baut auf Wasserkurse

In der Nachbargemeinde Zuchwil fragt sich währenddessen Urs Jäggi, der Direktor des Sportzentrums, lachend: «Gibt es überhaupt eine Badesaison?» Ausser drei heissen Tagen sei es diesen Sommer einfach kein Freibadwetter. Auch von der Möglichkeit, für zusätzliche 1.50 Franken vom Freibad ins Hallenbad zu zügeln, hätten nicht viele Gebrauch gemacht gemacht. Das Problem sieht Jäggi darin, dass «das Wetter zu schlecht fürs Schwimmbad und zu schön fürs Hallenbad ist». Er sieht den Vorteil des Freibads in den vielen angebotenen Wasserkursen. Die Kursteilnehmer würden in die Badi kommen, egal bei welchem Wetter.

Die Monate Mai und Juni seien unterdurchschnittlich gewesen, zieht er Bilanz. Und für den Juli blühe dasselbe Ergebnis. 20'000 Eintritte verbucht das Zuchwiler Freibad bis jetzt - 5'000 weniger als in den Vorjahren.

Limpachtal kämpft mit viel Wind

Dass es eine unterdurchschnittliche Saison gibt, steht für Bernhard Jöhr, Präsident des Zweckverbands Schwimmbad Region Messen, schon fest. Er rechnet Ende Saison mit rund 22'000 Eintritten, was für die Badi aber keine Katastrophe bedeuten würde. Aber dennoch: «Zufrieden können wir mit den Eintritten nicht sein», so Jöhr.

Vor allem der Wind macht der Badi Messen dieses Jahr zu schaffen. «Die Wassertemperatur wäre mit 22 bis 23 Grad nicht schlecht, nur die Lufttemperatur stimmt nicht.»

Sehr gute Tage sind selten

Christoph Hiltbrunner weiss, woran das schlechte Ergebnis der Badis liegt. «Wir haben zu wenig lange Schönwetterphasen», so der Bademeister im bernischen Wangen an der Aare. Es dauere immer zwei bis drei Tage, bis die Masse zum Baden komme. Diese blieb aber meist aus, die Spitzentage fehlten. Der gestrige Mittwoch gehört laut Hiltbrunner mit über 1000 gezählten Eintritten zu einem der «sehr guten Tage» dieses Sommers. Diese könne man aber an eine Hand abzählen.

Vor allem für Familien mit Kindern müsse die Temperatur stimmen, sagt der Bademeister. Und gerade die seien für ein gutes Saisonergebnis wichtig. «Es braucht noch zwei heisse Augustwochen, dann ist die Saison gerettet.»

Bauernregel stimmt nicht

Auch in Olten läuft die Saison nicht nach Wunsch. «Rein gefühlsmässig scheint mir der Sommer etwas besser als im letzten Jahr zu sein», sagt Thomas Müller, Leiter der Badi. Die Eintrittszahlen würden sich aber im letztjährigen Bereich bewegen. So zählte die Oltner Badi bis Mittwoch rund 72'000 Gäste.

Müller mag an den Siebenschläfer-Tag, den 27. Juni erinnern, der sieben Wochen heisses Wetter voraussagte. «Scheinbar stimmt in diesem Jahr die Bauernregel nicht», schliesst er.

Mitarbeit Wolfgang Wagmann.