Weil er die Tat im paranoid schizophrenen Wahn begangen hatte, wurde er am Mittwoch vom Amtsgericht Solothurn-Lebern als schuldunfähig eingestuft. Das Gericht verordnete als stationäre Massnahme eine Psychotherapie in einer geschlossenen Anstalt.

Das Gericht hielt sich an die übliche Praxis, zunächst die Tat und erst danach die Schuldunfähigkeit zu beurteilen. «Die an den Tag gelegte Gefühlskälte ist ein Indiz für Skrupellosigkeit», sagte Amtsgerichtspräsident Yves Derendinger bei der Urteilsverkündung. Auch das Motiv, aus einem Spiel ausscheiden zu wollen, sei im Vergleich zum Leben des Opfers unbedeutend. «Der Tatbestand des versuchten Mordes ist somit erfüllt.»

Die Verteidigung hatte auf vorsätzliche Tötung plädiert, weil die Tat nur wegen des paranoiden Wahns passierte. «Die einzige Möglichkeit ist die Einweisung in eine geschlossene psychiatrische Anstalt», sagte der Gerichtspräsident. «Eine Verwahrung steht noch nicht zur Diskussion. Zuerst muss jetzt der Behandlungsverlauf abgewartet werden.»

Eine Genugtuung wird das Opfer nicht erhalten und die Gerichtskosten übernimmt der Staat, weil der versuchte Mord schuldlos begangen wurde. Einzig einen Schadenersatz von 4000 Franken muss der junge Mann zahlen, weil er sich dazu vor dem Prozess schriftlich verpflichtet hatte. (hps)

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