Der Serbe, der 1988 als 14-Jähriger in die Schweiz gekommen war, weist ein «stolzes» Sündenregister auf: Es reicht von mehrfachen Tätlichkeiten, Drohungen, Raub, Widerhandlungen gegen das Waffengesetz, Menschenhandel, mehrfacher Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung bis hin zu mehrfacher Vergewaltigung und Förderung der Prostitution.

Verwaltungsgericht bestätigte Departamentsentscheid

Zuletzt, im September 2009, wurde der verheiratete Vater von drei Kindern zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Da platzte dem kantonalen Departement des Innern im November 2010 der Kragen: Es widerrief die Niederlassungsbewilligung des Mannes und ordnete dessen Wegweisung aus der Schweiz an. Der Entscheid wurde vom Verwaltungsgericht am 4. April 2011 bestätigt, worauf der Serbe ans Bundesgericht gelangte.

Rückkehr nach Serbien zumutbar

Dessen Urteil ist nun aber messerscharf: Die Vorinstanz sei zu Recht von einem erheblichen Verschulden des Beschwerdeführers ausgegangen. Er neige zu Gewalttätigkeit und habe «eine erschreckende Geringschätzung des (sexuellen) Selbstbestimmungsrechts seiner Opfer gezeigt», stellt «Lausanne» fest. Trotz Verurteilungen und einer fremdenpolizeilichen Verwarnung habe der Serbe «erneut Delikte begangen, wobei diese an Intensität zunahmen». Die Rede ist darum von «massiver Straffälligkeit» und «nicht hinzunehmendem Rückfallrisiko».

Zwar lebe der Mann seit 23 Jahren in der Schweiz, eine enge Beziehung zur Schweiz sei aber nicht ersichtlich, während er mit den sozialen und kulturellen Verhältnissen in der Heimat vertraut sei. Daher sei «eine Rückkehr zumutbar». Dass die auch aus Serbien stammende Gattin schwanger ist, stimmte die Richter nicht milder: Das Kind sei nach dem Widerruf der Niederlassungsbewilligung gezeugt worden, als dem Paar «bewusst sein musste, dass es das gemeinsame Familienleben nicht in der Schweiz werde fortführen können». (ums)