Gebäudeversicherung

Mehr Rückgriffe auf Verursacher von Schäden

So ist es richtig:  Wenn ein paar Punkte beachtet werden, brennen nur die Kerzen am Adventskranz.  AZ-Archiv

Grobfahrlässigkeit liegt für die Gebäudeversicherung beispielsweise dann vor, wenn der Dritte eine Kerze auf dem Adventskranz brennen lässt und sich ausser Haus begibt.

So ist es richtig: Wenn ein paar Punkte beachtet werden, brennen nur die Kerzen am Adventskranz. AZ-Archiv

Die Zahl der Rückgriffe auf Verursacher von Brandschäden ist im vergangenen Jahr gestiegen. Es wurden 30 sogenannte Rückgriffsverfahren durchgeführt, im Vorjahr waren es deren 20.

Das ist dem publizierten Geschäftsbericht der Solothurnischen Gebäudeversicherung (SGV) zu entnehmen.

Zugunsten der SGV resultierte ein Betrag von rund 230 000 Franken gegenüber rund 370 000 Franken im Vorjahr. Der Regress diene dazu, die Verursacher für den entstandenen Schaden haftbar zu machen, erläutert Claudia Jäggi-Schaller, stellvertretende Direktorin der Gebäudeversicherung.

Allerdings nehme die Versicherung Rückgriff nur auf Dritte, wenn ein Brandschaden fahrlässig oder sogar vorsätzlich verursacht worden sei, wobei auch leichte Fahrlässigkeit genüge. Dritte seien vielfach Mieter einer Wohnung oder anderen Räumlichkeiten oder Besucher derselben. Grobfahrlässigkeit liege beispielsweise dann vor, wenn der Dritte eine Kerze auf dem Adventskranz brennen lasse und sich ausser Haus begebe oder noch glühende Zigarettenasche im Abfallkübel entsorge. Wenn Letzteres ein Kind mache, sei es leichte Fahrlässigkeit.

In der Regel übernehme die Haftpflichtversicherung des Dritten die Begleichung der Regressforderung. Kürzungen gegenüber dem Eigentümer erfolgten hingegen nur bei schwerwiegender Missachtung der Sorgfaltspflicht im Umgang mit Feuer, Wärme und anderen Energiearten, erklärt Jäggi-Schaller weiter.

Im vergangenen Jahr sei bei fünf Schadenfällen die Schadensumme gekürzt worden. «Grundlage für Rückgriffe und Kürzungen der Entschädigungssumme sind die Abklärungen der Brandermittler bei der Polizei.» Über die vergangenen Jahre habe die Gebäudeversicherung jährlich durchschnittlich zwischen 20 und 30 Rückgriffsverfahren durchgeführt. (FS)

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