Statistik
Mehr Einwohner im Kanton Solothurn

Die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner im Kanton Solothurn ist im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Hier leben nun 0,84 Prozent mehr Menschen als ein Jahr zuvor.

Urs Byland
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Ende 2014 lebten 2206 Menschen mehr auf Kantonsgebiet als 2013.

Ende 2014 lebten 2206 Menschen mehr auf Kantonsgebiet als 2013.

Hanspeter Bärtschi

Die Statistik des Kantons weist einen leichten Anstieg der Bevölkerungszahl aus. Ende 2014 lebten 2206 Menschen mehr auf Kantonsgebiet als 2013. Damals war das Wachstum um fast 1000 Personen grösser. Während alle Bezirke mehr oder weniger zulegen konnten, schrumpfte der Bezirk Solothurn erstmals seit langem geringfügig.

Das Minus um 0,3 Prozent (51 Personen) ist aber mit Fragezeichen zu versehen. «Wir haben einige Bereinigungen durchführen müssen im Vergleich zu früheren Erhebungen. Dies aufgrund von Definitionsabgrenzungen und Softwareproblemen», erklärt Christian Brunner, wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Kanton.

Zudem ist der Stichprobentag beim Kanton Anfang März wesentlich später als der entsprechende Tag in der städtischen Erhebung. «Ein Wegzug wird eher später gemeldet als ein Zuzug», erklärt er einen Teil der unterschiedlichen Zahlen, hat doch Solothurn vor kurzem eine Zunahme um 52 Personen für das Jahr 2014 gemeldet. Seiner Ansicht nach schrumpft die Stadt Solothurn nicht. «Sie stagniert.»

Das hört man in der Hauptstadt nicht gerne. Ist aber, verfolgt man die gesellschaftlichen Trends, nachvollziehbar. «Die Bevölkerung hat einen steigenden Wohnflächenbedarf. Wo wenig gebaut werden kann, weil die Ressource Bauland knapp ist, darf man auch nicht wachsende Bevölkerungszahlen erwarten», erklärt Christian Brunner. Das sei ein Faktor, der im Markt das Angebot mitbestimmt. Der Motor der zunehmenden Bevölkerungsanzahl liegt aktuell im unteren Kantonsteil.

Das Gäu liegt wie im Vorjahr klar voraus. Hier wuchs die Bevölkerung um satte 2,6 Prozent oder 499 Personen. «Ausschlaggebend dürfte die gute Erreichbarkeit sein», sagt Brunner. Bereits abgeschlagen folgt der Bucheggberg mit einer Zunahme um 1 Prozent (76 Personen). Zahlenmässig hält Olten, das ein Plus von 470 Personen (plus 0,9 Prozent) hat, mit dem Gäu mit.

Indische Verhältnisse in Sachen Verteilung nach Geschlecht – also ein starker Überhang an Männern – hat der Kanton doch nicht. Da wurden anfänglich im Bericht zur Erhebung nur die Mann/Frau-Spalten vertauscht. Im Kanton Solothurn leben nach wie vor mehr Frauen als Männer, und zwar 1287. «Das ist normal und widerspiegelt die höhere Lebenserwartung der Frauen.»

Junges Thal, altes Lebern

Der bevölkerungsreichste Bezirk ist Olten mit 53 225 Einwohnern. Mit Abstand folgen Wasseramt (49 953) und Lebern (44 655). Am anderen Ende der Rangliste steht der Bucheggberg mit 7648 Einwohnern. Um den drittletzten Rang streiten sich die Bezirke Thal und Thierstein. Thal gewinnt mit 14 360, Thierstein hat 14 289 Einwohner.

Wo leben am meisten Junge (0 bis 19 Jahre) und wo die Senioren ab 65 Jahren? Am attraktivsten für Junge ist prozentual gesehen das Thal. Dort liegt der Anteil Junge bei 21,30 Prozent. Über die Gründe wie mehr und kinderreiche Familien, weniger Singles etc. kann nur spekuliert werden.

Solothurn liegt mit 15,37 Prozent am anderen Ende der Skala. Dies bei einem Anteil der Jungen im Kanton in der Höhe von 19,30 Prozent. Dieser Wert sinkt seit dem Jahr 2000 beständig. Damals lag der Wert noch bei 23,2 Prozent. Attraktiv finden es die Senioren im Bezirk Lebern (21,11). Das Gäu hat einen Anteil von 14,92 Prozent Senioren. Im Kanton sind 18,69 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt. Im Jahr 2000 lag der Anteil noch bei 15,8 Prozent.

Kleines Kammersrohr

Die drei bevölkerungsreichsten Gemeinden sind Olten (17 492), Solothurn (16 650) und Grenchen (16 566). Auf der anderen Seite des Spektrums findet man vier Gemeinden mit einer Einwohnerzahl von unter 100 Personen: Gänsbrunnen (93), Rohr (92), Hüniken (85) und Kammersrohr (33).

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung im Kanton belief sich auf 21,3 Prozent (56 523 Personen). Obenaus schwingen die Italiener (10 407) vor den Deutschen (9102), den Türken (5277) und den Kosovaren (5026). Die Zahl der im Kanton Solothurn lebenden Personen mit Schweizer Bürgerrecht nahm im Berichtsjahr um 349 Personen zu und belief sich neu auf 208 648 Personen.

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