Oberaargau Nord
Megafusion im Bernbiet: «Minimale Auswirkungen» oder ist sie eine «Chance für die ganze Region»?

Am 24. September werden elf Berner Gemeinden über eine «Megafusion» abstimmen. 13 Solothurner Gemeinden würden im Falle einer Fusion ab 2019 an eine Gemeinde mit über 14'000 Einwohner grenzen. Was hätte das für Auswirkungen?

Natalie Joray
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Die geplante Grossfusion Oberaargau Nord ist auch für die benachbarten Solothurner Gemeinden eine Chance. (Archiv)

Die geplante Grossfusion Oberaargau Nord ist auch für die benachbarten Solothurner Gemeinden eine Chance. (Archiv)

Simon Dietiker

Markus Flury, Gemeindepräsident von Oensingen, sieht die Fusion im Bernischen als eine Chance: «Für die ganze Region ist das eine Verstärkung gegenüber den grossen Ballungszentren wie Bern, Basel und Zürich.» Denn, so erklärt Flury: «Wenn wir gemeinsam auftreten können, haben wir mehr Gewicht.»

Oensingen arbeitet zusammen mit Wangen an der Aare, Wiedlisbach, Niederbipp und Wangenried am regionalen Entwicklungskonzept. «Vor allem bei der Verkehrsplanung wird schon jetzt zusammengearbeitet, und die Gemeinden haben gewisse Vereinbarungen abgeschlossen», so Flury.

Da er sein Amt am 1. August abgibt, wird er nicht mehr mitbestimmen dürfen. «Es fragt sich, wie die Zusammenarbeit in Zukunft aussehen wird», so der abtretende Gemeindepräsident. «Ich hoffe aber schwer, dass das, was in den letzten acht Jahren aufgebaut wurde, vertieft und weiterhin gepflegt wird.» Die Gemeinden seien auf Zusammenarbeit angewiesen. «Nur gemeinsam sind wir stark», sagt Markus Flury.

Ob eine grössere Fusion auch im Gäu ein Thema werden könnte? «Im Moment ist die Zeit noch nicht reif», meint er. Ganz ausgeschlossen wäre es aber nicht. «Über kurz oder lang könnte es passieren. Es kommt darauf an, ob man noch genug Leute findet, die bereit sind, Arbeiten im Milizsystem zu übernehmen», so Flury. «Irgendwann kommt eine Grenze, nach der man die Sache nicht mehr bewältigen kann.»

Kein Thema im Thal

Auch für Edgar Kupper ist eine Fusion im Thal noch kein Thema. Der Bezirk trete ohnehin schon geschlossen auf kantonaler Ebene auf, meint Laupersdorfs Gemeindepräsident. «In der Gemeindepräsidentenkonferenz besprechen wir zukunftsweisende Themen, die uns alle betreffen», so Kupper. «Wenn wir Vernehmlassungen und Stellungsnahmen gegenüber dem Kanton machen müssen, machen wir das jetzt schon zusammen.» Solange sich also genug Personen zur Besetzung der öffentlichen Ämter und Kommissionen zur Verfügung stellen würden, werde eine Fusion auch kein Thema werden, meint er.

Bei der Grossfusion im Oberaargau ist er jedoch anderer Meinung als der Gemeindepräsident von Oensingen: «Ob die Fusion überhaupt eine Auswirkung auf das Thal hat, das kann ich so nicht beurteilen. Es ist ein anderer Kanton, die Gemeinden im Thal haben praktisch keine Berührungspunkte mit dem Oberaargau.»

Dass durch die Megafusion ein neues wirtschaftliches oder kulturelles Zentrum entstehen wird, glaubt Kupper nicht: «Wir haben verschiedene Wirtschaftszentren und Planungszonen im Bezirk, wo sich der Kanton Solothurn wirtschaftlich konzentrieren will.» Deshalb würde sich auch hier eine Grossfusion im Oberaargau nicht auf das Thal auswirken.

Nur wenige Berührungspunkte

Auch in Deitingen ist die geplante Fusion der elf Oberaargauer Gemeinden kein Thema: «Die Auswirkung auf unsere Gemeinde wäre sehr minimal», meint Gemeindepräsident Bruno Eberhard. Es seien zum Teil Nachbardörfer, vor allem Wangen an der Aare. Dazwischen würden aber eine Kantonsgrenze liegen. «Ausser dass wir Nachbarn sind, haben wir sehr wenig miteinander zu tun», so Eberhard.

In Hubersdorf ist es nicht anders: Ob die Fusion positive Auswirkungen auf die Gemeinde hat, «kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantwortet werden», so Gemeindepräsident Gregor Schneiter, «zumal die Projektgemeinden Oberaargau Nord zum Kanton Bern gehören und zu diesen eher wenige bis keine Berührungspunkte bestehen.» Er würde es aber begrüssen, wenn sich im Rahmen dieser Fusion positive Aspekte ergeben würden.

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